GENIOSIL® VTE

$GENIOSIL<sup>®</sup> VTE

Vinyltriethoxysilan

 

GENIOSIL® VTE ist eine klare, farblose Flüssigkeit mit typisch aromatischem Geruch.


  • CAS Nr. 78-08-0
  • Summenformel C8H18O3Si
  • Molekulargewicht 190,31 g/mol

Eigenschaften

GENIOSIL® VTE gehört zur Gruppe der Alkoxyvinylsilane. Es ist eine klare, farblose Flüssigkeit mit typisch aromatischem Geruch. Mit Feuchtigkeit erfolgt unter Hydrolyse und Freisetzung von Ethanol die Bildung von Silanolen, welche zu Siloxanen weiterreagieren können. Als bifunktionelles Molekül ist GENIOSIL® VTE in der Lage, als molekulare Brücke zwischen anorganischen und organischen Substraten zu wirken.

Der Einsatz von GENIOSIL® VTE als Co-Monomer in Polymeren führt zu Bindemitteln, die durch Vernetzung und bessere Haftung zum Untergrund z.B. deutlich verbesserten Nassabrieb und Scheuerfestigkeit aufweisen. Durch Pfropfung mit GENIOSIL® VTE erhaltene, silanmodifizierte Thermoplaste können mit üblichen Verfahren thermoplastisch weiterverarbeitet werden, bis bei gezieltem Feuchtigkeitseinfluß (Wasserbad, Klimakammer) die Silylgruppen unter Abspaltung von Ethanol als Vernetzungs- und/oder Haftungsstellen wirken. Durch die Behandlung von Füllstoffen mit GENIOSIL® VTE lassen sich mineralisch gefüllte Polymere mit verbesserten mechanischen und elektrischen Eigenschaften erhalten. Daneben wird eine starke Hydrophobierung der Partikel erreicht, was eine verbesserte Dispergierbarkeit und damit Verarbeitbarkeit ermöglicht. Durch die Behandlung anorganischer Oberflächen mit GENIOSIL® VTE wird die Haftung zu aufgebrachten organischen Beschichtungen verbessert, was zu deutlich erhöhter Kratzfestigkeit und Chemikalienbeständigkeit führen kann.

1. Allgemeine Verarbeitungshinweise:

GENIOSIL® VTE ist in den üblichen organischen Lösemitteln leicht, in neutralem Wasser jedoch kaum löslich. In angesäuertem Wasser (ca. pH 4-5) reagiert GENIOSIL® VTE unter Hydrolyse zu Silanolen, deren verdünnte Lösungen einige Zeit stabil sind.

 

2. GENIOSIL® VTE als Polymerbaustein:

Zum Einbau von GENIOSIL® VTE in organische Polymere wird in einer Lösungs- oder Emulsionspolymerisation zusätzlich zu üblicherweise eingesetzten Monomeren und Radikalstartern (Diazoverbindungen oder Peroxiden) GENIOSIL® VTE als Co-Monomer dosiert. Die Pfropfung von GENIOSIL® VTE auf Polyolefine, wie LDPE und HDPE, erfolgt typischerweise durch Reaktivextrusion unter Verwendung von Peroxiden als Initiatoren. Die mit GENIOSIL® VTE gepfropften Polyolefine werden nach Formgebung feuchtigkeitsvernetzt.

 

3. Haftvermittlung durch GENIOSIL® VTE:

Die Modifizierung von Füllstoffen mit GENIOSIL® VTE erfolgt entweder in Substanz oder Lösung, ggf. nach Vorbehandlung des Substrates mit Wasser und/oder einem Katalysator. Eine nachfolgende Anbindung des behandelten Füllstoffes an organische Polymere erfolgt bevorzugt durch Pfropfung während einer Extrusion (s.o.). Als Primer wird GENIOSIL® VTE bevorzugt in Form einer alkoholischen Lösung auf ein anorganisches Substrat, z.B. eine Metalloberfläche, aufgetragen. Nach Anbindung von GENIOSIL® VTE auf der Oberfläche durch Trocknung kann eine organische Beschichtung nach üblichen Verfahren aufgebracht werden.

 

GENIOSIL® VTE wird zur Herstellung von silanmodifizierten Polymeren eingesetzt, die als Bindemittel für Farben oder Klebstoffe verwendet werden. GENIOSIL® VTE findet weiterhin Anwendung in der Herstellung von Rohren und Kabeln aus silanvernetztem Polyethylen (PE-Xb). Daneben kommt GENIOSIL® VTE als haftvermittelnder Bestandteil von Primern oder Beschichtungen und bei der Herstellung organisch modifizierter Füllstoffe für Kabelisolierungen zum Einsatz.

Verpackung / Gebinde

Informationen über verfügbare Gebindegrößen sind bei unseren Vertriebsgesellschaften erhältlich.

Lagerung

Das Mindesthaltbarkeitsdatum der jeweiligen Charge ist auf dem Produktetikett angegeben. Eine Lagerung über den auf dem Produktetikett angegebenen Zeitraum hinaus bedeutet nicht notwendigerweise, dass die Ware unbrauchbar ist. Eine Überprüfung der für den jeweiligen Einsatzzweck erforderlichen Eigenschaftswerte ist jedoch in diesem Falle aus Gründen der Qualitätssicherung unerlässlich.

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