Ein Bindemittel verbindet die Welt - Wacker Chemie AG


Ein Bindemittel verbindet die Welt

Aus dem Pioniergeist von WACKER-Chemikern der ersten Stunde ist in 75 Jahren eine Weltmarke entstanden: VINNAPAS® Bindemittel sind heute in zahlreichen Branchen und auf allen Kontinenten zu Hause. Sie verkuppeln bunte Pigmente zu streichfähigen Farben und Lacken, bilden die Grundlage für Klebstoffe und sorgen dafür, dass der Putz auf der Fassade und die Textilschicht am Teppichrücken haften bleibt. Auch heute noch finden sich immer wieder neue Anwendungsfelder.

Ohne Bindemittel würde die Welt ihren Halt verlieren: In der Bauindustrie sorgen polymere Dispersionen und Dispersionspulver der Marke VINNAPAS® dafür, dass der Putz zuverlässig auf Ziegeln und Beton haftet, sich leichter verarbeiten lässt und, je nach Anforderung, auch wasserabweisend wirkt. Die Verpackungsindustrie setzt VINNAPAS® Dispersionen zum Beispiel zur Formulierung von weichmacherfreien Klebstoffen ein. Solche Klebstoffe werden bei der Verpackung von Lebensmitteln verwendet, um sicherzustellen, dass möglichst keine unerwünschten Substanzen in die Nudeln oder Frühstücksflocken migrieren. Die Farbenindustrie wiederum formuliert mit VINNAPAS® Dispersionen und bunten Pigmenten streich- und druckfähige Innen- und Außenfarben, Lacke und Papierbeschichtungen. Teppichhersteller nutzen VINNAPAS® Bindemittel, um die Textilschicht und den Teppichrücken zusammenzuhalten. Und in Tischservietten, Feuchttüchern oder Hygienebinden verbessern VINNAPAS® Dispersionen als Additiv die besonderen Eigenschaften dieser Vliesstoffe, etwa den Weichgriff und die Saugfähigkeit.

Es begann mit einer Emulsion

Seit 1. April 1938 liegt für das bei WACKER angewandte Polymerisationsverfahren, das es erstmals ermöglichte, die Viskosität der polymeren Emulsion nach Bedarf einzustellen, ein Patent vor. Zeitgleich begann die Produktion von Polyvinylacetat-Dispersionen im Industriemaßstab.

Die Erfolgsgeschichte der innovativen Bindemittel von WACKER hält mittlerweile seit 75 Jahren an. Im November 1937 begann das Werk Burghausen mit der Herstellung der damals sogenannten VINNAPAS® Emulsion H60, die leicht modifiziert bis heute produziert wird. Für das bei WACKER angewandte Polymerisationsverfahren, das es erstmals ermöglichte, die Viskosität der polymeren Emulsion nach Bedarf einzustellen, liegt seit 1. April 1938 ein Patent vor. Seit diesem Zeitpunkt wurde VINNAPAS® H60 im industriellen Maßstab hergestellt – anfangs verließen rund 25 Tonnen dieser Dispersion im Monat das Werk. Entwickelt hatten das Verfahren der WACKER-Chemiker Dr. Herbert Berg sowie Diplom-Ingenieur Herbert Mader und Martin Doriat. Innerhalb kurzer Zeit wurde die VINNAPAS® Emulsion H60, die zur Formulierung von Holzleim diente, zum Verkaufsschlager. Auch heute noch gehört Holzleim zu den Standardanwendungen der mittlerweile sehr groß und vielfältig gewordenen VINNAPAS® Familie. Bereits zwei Jahre nach der Produktionsaufnahme stellte WACKER über 40 Tonnen der H60-Dispersion pro Monat her. Bei dieser Type handelte es sich um ein sogenanntes Homopolymer, bestehend aus einer wässrigen Polyvinylacetat-Dispersion mit einem Feststoffgehalt von 60 Prozent (daher der Name), die durch die Zugabe von Polyvinylalkohol als Schutzkolloid stabilisiert wurde. Aber schon vor der Entwicklung des 1938 patentierten Polymerisationsverfahrens hatte WACKER Erfahrungen mit der Herstellung von Polyvinylacetat gesammelt. 1924 schuf Dr. Willy O. Herrmann im Consortium, der Forschungseinrichtung des Konzerns in München, die technologische Grundlage, indem er ein Verfahren zur Herstellung von Vinylacetatmonomer durch Anlagerung von Essigsäure an Acetylen entwickelte. Für dieses – flüssige – Monomer tauchte in den damaligen Produktionsberichten bald die Bezeichnung „Vinna“ auf – der erste Hinweis auf den späteren Markennamen VINNAPAS®.