Siliconharze - Wacker Chemie AG


Siliconharze

Auf einen Blick

Siliconharze gehören zur Substanzklasse der Organopolysiloxane und stellen ein unregelmäßiges, dreidimensionales Netzwerk aus hauptsächlich tri- oder tetrafunktionellen Einheiten dar. Dank der hohen Si-O-Bindungsenergie sind die verschiedenen Organopolysiloxantypen sehr stabil. Die direkt an das Siliciumatom gebundenen organischen Substituenten entscheiden zusätzlich über wichtige makroskopische Eigenschaften. Daher sind Siliconharze dauerhaft beständig gegenüber Temperatur, Witterungseinflüssen und UV-Strahlung.

Darüber hinaus können Siliconharze mit organischen Polymeren kombiniert werden. Auf diese Weise lassen sich die Eigenschaften der organischen Polymere optimieren, beispielsweise in Richtung höherer Temperaturstabilität und gesteigerter Witterungsbeständigkeit.

Siliconharze widerstehen Temperaturen bis zu +350 °C und in Formulierungen mit geeigneten Füllstoffen und Pigmenten auch bis zu +650 °C. Darüber hinaus überzeugen Siliconharze mit ihrer ausgezeichneten Oxidationsbeständigkeit, ihrem wasserabweisenden und gleichzeitig dampfdurchlässigen Charakter sowie den herausragenden mechanischen Eigenschaften, die für Langlebigkeit, Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit im Endprodukt sorgen. Nicht zuletzt verfügen sie über ein ideales dielektrisches Verhalten.

Siliconharze werden primär als Hydrophobierungsmittel für den Bautenschutz, als Bindemittel für Siliconharz-Fassadenfarben und –putze sowie in Industrielacken eingesetzt und in diesen Anwendungen von WACKER unter dem Produktnamen SILRES® vermarktet. In Industrielacken wirken Siliconharze sowohl als Bindemittel für hochhitzebeständige Lacke als auch in der Modifizierung von Alkyd-, Epoxid-, Polyester- und Acryllacken.

Siliconharze werden außerdem in zahlreichen anderen Industrien verwendet, etwa als Trennmittel in der Kunststoffindustrie sowie als Bindemittel für organische Füllstoffe, zum Beispiel für Präkeramiken, bei Sockelkitten von Leuchtmitteln oder für Beschichtungen von Widerständen und Kondensatoren. Bei der Herstellung von Compositwerkstoffen dienen sie als Bindemittel für Gewebe oder textile Flächengebilde. Außerdem werden Siliconharze als Tränkharz zur Imprägnierung der Wicklungen von elektrischen Maschinen verwendet.

Siliconharzemulsionen

Siliconharzemulsionen bauen auf mineralischen Baustoffoberflächen und in Beschichtungen ein stabiles dreidimensionales, witterungsbeständiges und wasserabweisendes Siliconharz- netzwerk auf, das chemisch fest an das mineralische Substrat gebunden ist. Dieses Netzwerk ist die Grundlage für das große Leistungsspektrum als Bindemittel für Bautenschutzanwendungen. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an umwelt- und anwenwenderverträgliche Produkte – Stichworte: low VOC (volatile organic compound) und non HAPS (hazardous airpollutants) - gewinnen wasserbasierende Hochtemperaturlacke zunehmend an Bedeutung. Verglichen mit traditionellen lösemittelbasierenden Harzen reduzieren Siliconharzemulsionen die flüchtigen Bestandteile von Hochtemperaturlacken beträchtlich.

Siliconharzlösungen

Traditionelle Siliconharzlösungen lassen sich hervorragend verarbeiten, da sie sehr rasch an der Luft trocknen und eine gute Haftung sowie Anfangshärte bieten. Darüber hinaus gibt es Siliconharzprodukte mit geringem Lösungsmittelanteil für die Formulierung sogenannter High-Solid-Lacke. Siliconharzlösungen werden insbesondere für Hochtemperaturbeschichtungen und witterungsbeständige Decklacke verwendet.

Siliconharzcopolymere

Organische Harze, insbesondere alkyd-, polyester-, epoxy- und acrylbasierende Harze, lassen sich mit Siliconharzen modifizieren und erhalten dadurch deutlich bessere Eigenschaften. So werden - je nach Type des organischen Harzes - die mit Siliconharzcopolymeren erstellten Lacke hitze-, witterungs- und UV-stabiler. Zudem sind diese Lacke durch ihre längere Lebensdauer für den Endkunden oftmals auch wirtschaftlicher.