Unternehmen gründen Verein zur Renaturierung des Flusses Alz

Burghausen, 16.06.2015

Acht Unternehmen aus dem Bayerischen Chemiedreieck haben sich zum Verein „Naturnahe Alz“ zusammengeschlossen. Ziel der Umweltinitiative ist es, den Bayerischen Staat bei der Renaturierung des Flusses Alz zu unterstützen und das Ökosystem nachhaltig zu stärken. Zu den Gründungsmitgliedern gehört auch die Wacker Chemie AG.

The “Natural Alz” Association logo

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat die Alz starke Veränderungen erfahren: Begradigungen, Dämme für den Hochwasserschutz, Trockenlegungen von Auen und industrielle Nutzung – die menschlichen Eingriffe haben dem Fluss viel von seiner Ursprünglichkeit und natürlichen Qualität genommen. Das vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein mit Blick auf die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) erarbeitete Konzept zur Förderung der Alz sieht zahlreiche Maßnahmen zur Renaturierung des Flusses vor.

Jetzt kann das Wasserwirtschaftsamt bei dieser Aufgabe auf neue Partner zählen: Die acht Unternehmen Archroma Germany GmbH, Clariant Produkte (Deutschland) GmbH, Dyneon GmbH (3M), Global Amines Germany GmbH, Hamburger Rieger GmbH & Co. KG, InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG, Vinnolit GmbH & Co. KG und Wacker Chemie AG haben sich zur Initiative „Naturnahe Alz“ zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für die nachhaltige Renaturierung der Alz einzusetzen. In enger Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Traunstein will der Verein Maßnahmen im Abschnitt von Trostberg bis zur Mündung in den Inn finanzieren.

The “Natural Alz” Association founding members
Ein mit dem Logo des neuen Vereins gravierter Stein aus der Alz dient als Symbol für die Verantwortung, die seine Mitglieder übernehmen wollen. Vordere Reihe von links: Dr. Stephan Trautschold (Standortleiter Clariant), Burkhard Anders (Geschäftsführer Dyneon), Dr. Bernhard Langhammer (Geschäftsleiter InfraServ Gendorf), Dr. Dieter Gilles (Werkleiter WACKER Burghausen). Hintere Reihe von links: Dr. Erich Gatter (Standortleiter Global Amines), Dr. Oliver Mieden (Leiter Environmental Affairs & Communication Vinnolit), Dr. Steffen Glöckl (Betriebsingenieur Archroma).

Zu den Maßnahmen der Renaturierung sollen unter anderem der Rückbau von Uferverbauungen, die Ausbildung von Altarmen sowie die Herstellung von Strukturen im Gewässerbett zählen. Das Know-how und die Expertise über die richtigen Maßnahmen erhält der Verein von einem Beirat, dem das Bayerische Umweltministerium, das Wasserwirtschaftsamt Traunstein und der Bund Naturschutz angehören.

Nach der Wasserrahmenrichtlinie werden Gewässer flussgebietsbezogen betrachtet, also von der Quelle bis zur Mündung. Außerdem werden Gewässer und Flüsse nicht nur nach ihrer Wasserqualität beurteilt. Seit der Einführung der Richtlinie werden verstärkt auch Tiere und Pflanzen im Gewässer sowie die Gewässerstrukturen untersucht, die möglichst naturnah zu erhalten und zu entwickeln sind. Eine wichtige Voraussetzung für die Renaturierung der Alz sind ausreichend verfügbare Flächen. Auch hier kann der neue Verein helfen, eine finanzielle Basis zu schaffen und damit die Renaturierung der Alz zu unterstützen.