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München, 30.07.2026

WACKER steigert Ergebnis im 2. Quartal aufgrund von Kosteneinsparungen und Sondereffekt

  • Konzernumsatz liegt im 2. Quartal mit 1,52 Mrd. € rund 7 Prozent über Vorjahresniveau, gleichzeitig innerhalb der Markterwartungen
  • EBITDA liegt mit 211 Mio. € deutlich über Vorjahr; Gründe sind Kosteneinsparungen aus dem Kosten- und Effizienzprogramm PACE sowie ein nicht-operativer Ertrag aus der Reduzierung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 37 Mio. €; operativ liegt das EBITDA mit 175 Mio. € damit im Rahmen der Markterwartungen
  • Periodenergebnis beträgt 350 Mio. €; Netto-Cashflow erhöht sich aufgrund des Verkaufs von Anteilen an der Siltronic AG auf 243 Mio. €
  • WACKER CEO Christian Hartel: „In Anbetracht des weiterhin schwachen Marktumfelds und der Herausforderungen, vor denen die chemische Industrie steht, hat sich WACKER im 2. Quartal gut behauptet. Die Kosteneinsparungen aus unserem laufenden Kosten- und Effizienzprogramm PACE zeigen Wirkung.”
  • Jahresprognose angepasst

Die Wacker Chemie AG erzielte im 2. Quartal 2026 einen Umsatz von 1,52 Mrd. € (Q2 2025: 1,41 Mrd. €), der damit 7 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Im Vergleich zum Vorquartal stieg der Umsatz um 8 Prozent (Q1 2026: 1,41 Mrd. €). Alle Geschäftsbereiche übertrafen im 2. Quartal beim Umsatz das Vorjahresniveau; die Chemiebereiche konnten ihren Umsatz auch im Vergleich zum 1. Quartal 2026 steigern. Gründe dafür waren unter anderem zum Teil höhere Preise und Mengen.

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im 2. Quartal auf 211 Mio. €. Es hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 85 Prozent erhöht (Q2 2025: 114 Mio. €). Im Vergleich zum Vorquartal ist das Ergebnis um 22 Prozent gestiegen (Q1 2026: 173 Mio. €). Für den Berichtszeitraum April bis Juni 2026 ergibt sich damit eine EBITDA-Marge von 13,9 Prozent (Q2 2025: 8,1 Prozent). Im 1. Quartal 2026 hatte sie bei 12,3 Prozent gelegen. Grund für den Ergebnisanstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal waren vor allem Kosteneinsparungen aus dem Kosten- und Effizienzprogramm PACE, das WACKER im Oktober 2025 gestartet hat. Im EBITDA ist außerdem ein nicht-operativer Ertrag in Höhe von 36,7 Mio. € aus einer Anpassung der Pensionsrückstellungen enthalten. Die Einführung einer Kapitaloption in Deutschland führte zu einer Neubewertung der zugrunde liegenden Pensionsverpflichtungen und damit zu einer Verringerung des Verpflichtungsumfangs.

Der Umsatz mit 1,52 Mrd. €, wie auch das operative Ergebnis mit 175 Mio. € liegen damit im 2. Quartal unter Berücksichtigung des beschriebenen Sondereffekts im Rahmen der aktuellen Markterwartungen, die sich für den Konzernumsatz im Schnitt auf 1,49 Mrd. € und für das EBITDA auf 172 Mio. € belaufen (Quelle: Vara Research, 21. Juli 2026).

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist aufgrund der oben beschriebenen Effekte im 2. Quartal deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr. Es lag bei 96 Mio. € (Q2 2025: –11 Mio. €). Das entspricht einer EBIT-Marge von 6,3 Prozent (Q2 2025: –0,8 Prozent). Das Periodenergebnis des Berichtsquartals beträgt 350 Mio. € (Q2 2025: –19 Mio. €). Dabei enthält das Ergebnis 243 Mio. € an Siltronic-bezogenen Effekten. Das Ergebnis je Aktie beläuft sich damit auf 6,86 € (Q2 2025: –0,49 €).

Kosten- und Effizienzprogramm PACE zeigt Wirkung

„In Anbetracht des weiterhin schwachen Marktumfelds und den Herausforderungen, vor denen die chemische Industrie steht, hat sich WACKER im 2. Quartal gut behauptet. Unser Ergebnis liegt deutlich über den Werten des Vorjahreszeitraums. Das liegt zum einen an der guten operativen Performance, zum anderen zeigt unser Kosten- und Effizienzprogramm PACE Wirkung“, kommentiert Christian Hartel, Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, das Ergebnis des 2. Quartals. Mit PACE will WACKER jährlich über 300 Millionen Euro einsparen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken. „Die Umsetzung der PACE-Maßnahmen schreitet weltweit voran, wir sind voll im Plan”, sagt Hartel.

Konjunkturell habe sich die Lage in der chemischen Industrie gleichwohl kaum verbessert, so Hartel weiter. Die Nachfrage aus vielen Abnehmerbranchen wie der Automobil- oder Bauindustrie sei weiterhin schwach. „Auf der Nachfrageseite sehen wir aktuell keine Trendwende.” Für zusätzliche Unsicherheit sorgen derzeit die Entwicklungen im Nahen Osten, die zum Teil zu steigenden Energie- und Rohstoffpreisen und Verwerfungen in den Lieferketten geführt haben. Daraus entstandene Mehrkosten gibt WACKER an seine Kunden weiter. Entsprechend wurden im 2. Quartal die Preise für Silicone und Polymere erhöht.

Den aktuellen konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen begegnet WACKER mit konsequenten Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, wie etwa dem Kosten- und Effizienzprogramm PACE. Der Wettbewerb – insbesondere aus Asien – nehme weiter zu, erläutert Hartel. Gleichzeitig würden in vielen Märkten massive Überkapazitäten bestehen. „Die Spielregeln in der Branche verändern sich gerade grundlegend. Wir bei WACKER stellen uns diesem Wandel mit unseren strategischen Prioritäten“, so Hartel. „Wir schärfen unser Geschäftsmodell. Wir optimieren unsere Prozesse und Strukturen. Und: Wir fordern und fördern unsere Mitarbeitenden. Diese drei Prioritäten sind unser strategischer Kompass. Sie weisen uns den Weg in die Zukunft.“

Regionen

Im 2. Quartal 2026 erwirtschaftete WACKER rund 83 Prozent seines Umsatzes im Ausland und 17 Prozent in Deutschland. In Amerika erhöhte sich der Umsatz im Berichtsquartal gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent auf 266 Mio. € (Q2 2025: 261 Mio. €). In Europa beliefen sich die Erlöse auf 648 Mio. € (Q2 2025: 581 Mio. €) und lagen damit um 12 Prozent über dem Vorjahreswert. In Asien stieg der Umsatz im Vergleich zum 2. Quartal 2025 um 7 Prozent. Hier summierten sich die Erlöse auf 519 Mio. € (Q2 2025: 483 Mio. €).

Investitionen und Netto-Cashflow

Die Investitionen beliefen sich im 2. Quartal 2026 auf 59 Mio. € und lagen damit unter dem Vorjahreswert (Q2 2025: 104 Mio. €)1. Investiert wurde in die Optimierung und Instandhaltung bestehender Anlagen. Ein Großteil der Investitionen entfiel auf den Geschäftsbereich Silicones. Hier wurde ein neuer Standort für Spezialsilicone in Karlsbad, Tschechien, im Juni offiziell eröffnet.

Der Netto-Cashflow des 2. Quartals 2026 belief sich auf 243 Mio. € und lag damit deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums (Q2 2025: –137 Mio. €). Dies ist auf eine verbesserte operative Performance und auf den Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG zurückzuführen, aus dem Mittelzuflüsse in Höhe von 185,4 Mio. € resultierten.

Mitarbeitende

Die Zahl der bei WACKER weltweit Beschäftigten ist im Berichtsquartal gesunken. Zum Stichtag 30. Juni 2026 waren im Konzern 16.084 (31. März 2026: 16.196) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. An den WACKER Standorten in Deutschland arbeiteten 10.548 (31. März 2026: 10.612) Beschäftigte, an den internationalen Standorten waren es 5.536 (31.März 2026: 5.584).

Geschäftsbereiche

Der Geschäftsbereich Silicones übertraf sowohl beim Umsatz als auch beim EBITDA im 2. Quartal den Vorjahreswert. Der Umsatz lag mit 757 Mio. € um 6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres (Q2 2025: 713 Mio. €). Das EBITDA belief sich auf 123 Mio. € (Q2 2025: 104 Mio. €) und lag damit um 18 Prozent über dem Vorjahreswert. Gründe für den Anstieg waren in erster Linie Einsparungen bei den Betriebskosten, insbesondere durch das Kosten- und Effizienzprogramm PACE. Beeinflusst wurde das Ergebnis zudem von einem vorteilhaften Produktmix sowie zum Teil von höheren Verkaufspreisen.

Der Geschäftsbereich Polymers konnte seinen Umsatz im 2. Quartal ebenfalls steigern. Er lag mit 406 Mio. € (Q2 2025: 363 Mio. €) um 12 Prozent über dem Vorjahreswert. Das EBITDA lag mit 69 Mio. € (Q2 2025: 40 Mio. €) um 74 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Gründe für den Anstieg im Jahresvergleich waren auch hier niedrigere Betriebskosten aufgrund der Maßnahmen aus dem Kosten- und Effizienzprogramm PACE sowie zum Teil höhere Preise. Positiv ausgewirkt haben sich zudem Bestandsbewertungseffekte.

Der Geschäftsbereich Biosolutions erzielte im Berichtszeitraum ebenfalls einen höheren Umsatz als im 2. Quartal 2025. Er stieg um 13 Prozent auf 99 Mio. € (Q2 2025: 87 Mio. €). Insbesondere das Geschäft mit Biopharmazeutika und Cyclodextrinen hat sich positiv entwickelt. Auch das EBITDA lag mit 7 Mio. € über dem Vorjahr (Q2 2025: 5 Mio. €). Grund dafür war vor allem der höhere Umsatz. Daneben hat das EBITDA durch die positive Entwicklung des Projektgeschäfts im Bereich Auftragsfertigung profitiert.

Im Bereich Polysilicon verzeichnete WACKER im 2. Quartal 2026 einen Anstieg beim Umsatz, während das EBITDA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückging. Der Umsatz stieg um 3 Prozent und belief sich auf 226 Mio. € (Q2 2025: 218 Mio. €). Grund hierfür war eine gute Entwicklung im Geschäft mit Halbleiter-Polysilicium; die Mengensteigerung konnte fortgesetzt werden. Das EBITDA lag mit 11 Mio. € dagegen deutlich unter Vorjahresniveau (Q2 2025: 34 Mio. €). Ursache für den Rückgang waren vor allem eine geringere Nachfrage und niedrigere Preise im Geschäft mit Solarsilicium, die durch die positive Entwicklung bei Halbleiter-Polysilicium nicht ausgeglichen werden konnte. Zudem belasteten höhere Energiekosten das Ergebnis.

Ausblick auf das Gesamtjahr

Angesichts der bestehenden Unsicherheiten und der hohen Volatilität in den Märkten hat WACKER seine Jahresprognose mit der Vorlage der Zahlen zum 2. Quartal angepasst. Das Unternehmen geht nun davon aus, dass das Umsatzwachstum für das Gesamtjahr im mittleren einstelligen Prozentbereich (vorherige Prognose: hoher einstelliger Prozentbereich) liegen wird. Grund für die Anpassung ist eine abgeschwächte Erwartung für Steigerungen bei Rohstoff- und Energiepreisen, die sich im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich auf die Verkaufspreise auswirken werden. Beim EBITDA geht das Unternehmen nun von einer Spanne von 625 bis 750 Mio. € (vorherige Prognose: in der Spanne von 550 bis 700 Mio. €) aus. Hintergrund für die Anpassung ist die gute operative Performance im 2. Quartal sowie der bereits beschriebene nicht-operative Ertrag aus einer Änderung bei den Pensionsrückstellungen, der das EBITDA im 2. Quartal positiv beeinflusst hat. Angepasst wurden zudem die Erwartungen bezüglich der Nettofinanzschulden. Aufgrund des Mittelzuflusses aus der Veräußerung von Anteilen an der Siltronic AG geht das Unternehmen nun von Nettofinanzschulden in Höhe von rund 500 Mio. € aus (vorherige Prognose: Nettofinanzschulden um einen niedrigen zweistelligen Prozentwert unter dem Niveau des Vorjahres von 886 Mio. €).

Der Ausblick für alle anderen Kennzahlen bleibt unverändert. Bei der EBITDA-Marge geht das Unternehmen nach wie vor von einem niedrigen zweistelligen Bereich aus. Die Investitionen werden sich 2026 voraussichtlich auf etwa 300 Mio. € belaufen. Weiterhin rechnet WACKER für 2026 in Summe mit einem positiven Netto-Cashflow, der deutlich über dem Niveau von 2025 liegt. Aufgrund der derzeit nicht vorhersehbaren künftigen Entwicklungen im Nahen Osten und den weiterhin ungeklärten amerikanischen Handelsverfahren für Importe von Polysilicium und dessen Derivate ist die Prognose nach wie vor mit einer anhaltend hohen Unsicherheit behaftet.

1 Vorjahreswert angepasst; Emissionszertifikate werden seit einer Änderung der Rechnungslegungsmethode zum Geschäftsjahresende 2025 in den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen und damit den Investitionen zugerechnet; Einzelheiten hierzu finden sich im Abschnitt „Änderung von Rechnungslegungsmethoden“ im Geschäftsbericht 2025.

Eckdaten WACKER Konzern

Mio. € Q2 2026 Q2 2025 Veränderung in % 6 M 2026 6 M 2025 Veränderung in %
Umsatz 1.517,6 1.412,9 7,4 2.923,2 2.891,2 1,1
EBITDA 211,3 114,3 84,9 384,2 233,6 64,5
EBITDA-Marge (%) 13,9 8,1 13,1 8,1  
EBIT 96,2 –11,3 n.a. 148,4 –18,7 n.a.
EBIT-Marge (%) 6,3 –0,8   5,1 –0,6  
Finanzergebnis 231,2 –16,6 n.a. 204,7 –26,3 n.a.
Ergebnis vor Ertragsteuern 327,4 –27,9 n.a. 353,1 –45,0 n.a.
Periodenergebnis 349,6 –19,2 n.a. 364,9 –22,6 n.a.
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) (€) 6,86 –0,49 n.a. 7,07 –0,65 n.a.
Investitionen, ohne Akquisitionen1 59,0 103,9 –43,2 119,8 196,9 –39,2
Abschreibungen 115,1 125,6 –8,4 235,8 252,3 –6,5
Netto-Cashflow 243,2 –136,5 n.a. 211,6 –301,6 n.a.
Mio. €       30.06.2026 30.06.2025 31.12.2025
Bilanzsumme       8.720,1 8.798,4 8.371,0
Eigenkapital       4.178,4 4.502,5 3.755,6
Eigenkapitalquote (%)       47,9 51,2 44,9
Finanzierungsverbindlichkeiten       2.296,7 1.935,5 2.368,6
Nettofinanzschulden (-) / Nettofinanzvermögen (+)       –722,0 –1.139,3 –885,7
Mitarbeiter (Anzahl am Stichtag)       16.084,0 16.724,0 16.467,0

1 Vorjahreswert angepasst; Emissionszertifikate werden seit einer Änderung der Rechnungslegungsmethode zum Geschäftsjahresende 2025 in den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen und damit den Investitionen zugerechnet; Einzelheiten hierzu finden sich im Abschnitt „Änderung von Rechnungslegungsmethoden“ im Geschäftsbericht 2025.

Diese Presseinformation enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von WACKER beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, gehören u. a.: Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführung von Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch WACKER ist weder geplant noch übernimmt WACKER die Verpflichtung dafür.

Kontakt

Wacker Chemie AG
Media Relations
Manuela Dollinger

Tel. +49 89 6279-1629
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