VINNOL® H 15/45 M
VINNOL® H 15/45 M ist ein carboxylgruppenhaltiges Terpolymer aus ca. 84 Gew.% Vinylchlorid (VC) und ca. 15 Gew.% Vinylacetat (VAc) sowie ca. 1 Gew.% Dicarbonsäure.
Es wird vorzugsweise als Bindemittel für lösemittelbasierte Lacke und Druckfarben eingesetzt.
Eigenschaften
VINNOL® H 15/45 M ist ein physikalisch trocknendes, thermoplastisches Bindemittel, das durch Verdunsten der in der Formulierung enthaltenen Lösemittel verfilmt.
Wie alle VC-Copolymere weist VINNOL® H 15/45 M hohe Zähigkeit, Dauerflexibilität, Abriebbeständigkeit, geringe Wasserquellbarkeit und geringe Gasdurchlässigkeit auf. Außerdem ist eine gute Beständigkeit gegen Öl, Fett, verdünnte wässrige Säuren, Alkalien und Salzlösungen sowie gegenüber aliphatischen Kohlenwasserstoffen wie Benzin und gegen Alkohole gegeben.
Besondere Merkmale
VINNOL® H 15/45 M weist aufgrund seines Gehalts an Carboxylgruppen ausgezeichnete Metallhaftung auf.
Es ist auch als Reaktionspartner bzw. Kombinationsbindemittel in reaktiven Systemen einsetzbar und kann z. B. mit Isocyanaten, Polyaziridinen oder Polycarbodiimiden vernetzt werden.
Dokumente
Anwendungsdetails
Allgemeines
Typische Einsatzgebiete:
Lösemittelbasierte Beschichtungen von
- Kunststoffen, insbesondere von polaren und/oder vorbehandelten Kunststoffoberflächen
- mineralischen Oberflächen (z.B. für Bau- oder baunahe Anwendungen)
- Metallen
- Gewebe oder Vliesstoffe
- Papier
Haftvermittler für Metall-, Kunststoff-, Textil- und Papieroberflächen
Universalklebstoffe
Verarbeitung
VINNOL® H 15/45 M wird üblicherweise in gelöster Form eingesetzt.
Als Lösemittel für VINNOL® H 15/45 M kommen vorzugsweise Ketone und Ester zum Einsatz. Ester besitzen im Vergleich zu Ketonen ein geringeres Lösevermögen. Während aromatische Kohlenwasserstoffe im begrenzten Umfang in Kombination mit echten Lösern eingesetzt werden können, sind Alkohole und insbesondere Aliphaten Nichtlöser für VINNOL® H 15/45 M.
Zur Lösungsherstellung wird empfohlen, Lösemittel und flüssige Zuschlagstoffe vorzulegen und dann unter konstantem Rühren VINNOL® zuzugeben. Hierbei sollte das Polymerpulver vorzugsweise direkt in die Rührertrombe rieseln, um gleichmäßige Benetzung und rasche Dispergierung zu erzielen. Je nach Lösemitteltyp, Konzentration und Rührsystem wird eine Lösezeit von ca. 30 Minuten bis zu ca. 4 Stunden bei Raumtemperatur bis zum Erreichen einer klaren, partikel- und trübungsfreien Lösung empfohlen. Durch Erhitzen der Mischung auf Temperaturen bis zu ca. 50°C kann je nach Lösemittelsystem eine raschere und vollständigere Klarlöslichkeit herbeigeführt werden.
Zum Plastifizieren von VINNOL® H 15/45 M eignen sich Monomer- und Polymerweichmacher wie z.B. Phthalsäureester, Adipinsäureester, Sebacinsäureester, Zitronensäureester, Phosphorsäureester, Epoxidierte Verbindungen und Chlorparaffine.
VINNOL® H 15/45 M ist mit allen VINNOL®-Lackharzen unbegrenzt verträglich. Ebenso besteht eine gute Verträglichkeit mit vielen Acrylpolymeren und Ketonharzen, sowie vielen Epoxidharzsystemen. Auch mit Alkydharzen, welche nicht in aliphatischen Lösemitteln geliefert werden, besteht in der Regel eine gute Verträglichkeit. Nitrocellulose, Polyvinylacetat und Polyvinylbutyral sind in der Regel nicht mit VINNOL® H 15/45 M kombinierbar. Die Kompatibilität von VINNOL® H 15/45 M mit anderen Polymeren ist im Einzelfall zu prüfen.
Bei Einsatz von Pigmenten oder Farbstoffen ist deren Verträglichkeit mit VINNOL® H 15/45 M im Vorfeld zu prüfen. Manche Pigmente/Farbstoffe können thixotrope Effekte erzeugen und/oder die Haftung negativ beeinflussen. Bei Zinkpigmenten ist zu berücksichtigen, dass diese die Zersetzung von VC-Copolymeren bei erhöhten Temperaturen
katalysieren. Dies gilt auch für Eisenoxidpigmente.
Trotz guter Eigenstabilität ist es für manche Anwendungen notwendig, Lacke auf der Basis von VINNOL® H 15/45 M gegen Hitze und/oder UV-Licht zu stabilisieren. Zur thermischen Stabilisierung genügen bei geringen Anforderungen oft Epoxidverbindungen wie etwa epoxidiertes Sojabohnenöl, flüssiges Epoxidharz oder Glycidylether. Bei höheren Anforderungen ist die Verwendung von Calcium/Zink- oder Organozinnstabilisatoren
vorteilhaft. Bei Aussenanwendungen ist die Mitverwendung von UV-Stabilisatoren und für diesen Einsatz optimierter Thermostabilisatoren erforderlich.
Bei der Herstellung von Lösungen sowie bei einer späteren Lagerung ist ein Kontakt mit Eisen zu vermeiden, da sonst Verfärbungen auftreten können. Zur Aufbewahrung von Lacken auf der Basis von VINNOL®-Lackharzen sollten beschichtete Behälter verwendet werden.
Zur Erzielung maximaler Haftung ist in der Regel kurzzeitige Trocknung bei hohen Temperaturen (z.B. 150 - 200°C) hilfreich.
Weitere Hinweise
Das Produkt ist geeignet für Anwendungen im Lebensmittelkontakt.
Informationen hinsichtlich der Einsetzbarkeit unter spezifischen Gesetzgebungen im Bereich Lebensmittelkontakt können über unsere Kundenbetreuer und Vertriebsgesellschaften angefordert werden.
Wird das Produkt in anderen Anwendungen als den aufgeführten Anwendungen eingesetzt, liegen Auswahl, Verarbeitung und Verwendung des Produktes in der alleinigen Verantwortung des Abnehmers. Dabei sind alle gesetzlichen und sonstigen Regelungen zu berücksichtigen.
Verpackung & Lagerung
Verpackung / Gebinde
VINNOL® H 15/45 M ist in beschichteten Dreilagenpapiersäcken mit Polyethylenzwischenfolie zu je 25 kg abgepackt.
Lagerung
VINNOL® H 15/45 M ist bei Raumtemperatur (unter 25°C) trocken zu lagern. In original verschlossenen Gebinden beträgt die Lagerfähigkeit unter diesen Bedingungen mindestens 12 Monate, beginnend bei Anlieferung. Eine Lagerung über diesen Zeitpunkt hinaus bedeutet nicht notwendigerweise, dass das Produkt unbrauchbar geworden ist. Eine Überprüfung der für den vorgesehenen Einsatzzweck erforderlichen Eigenschaften durch den Anwender ist in diesem Falle jedoch unerlässlich.