Standfest und funktional - Wacker Chemie AG


Standfest und funktional

30 Millionen Euro hat WACKER in das neue Laborgebäude LP180b in Burghausen investiert. In den neuen Räumlichkeiten sind nicht nur genauere Analysen möglich. Auch die Schulung von Kunden und Mitarbeitern findet nun in einem hochmodernen Umfeld statt, das für die hohen Ansprüche an die Qualität und Kompetenz des Konzerns steht.

Der Neubau des Laborgebäudes LP 180b (rechts) fügt sich mit seiner transparenten Fassade und dem zurückgesetzten Obergeschoss für die Gebäudetechnik harmonisch an den bestehenden Laborkomplex des LP 180 (links) an.

Klare Linien, durchgehende Fensterbänder, funktionale Fassade – der Laborneubau, der das bestehende Gebäude LP180/180a im Süden des Werks Burghausen ergänzt, scheint nach außen transportieren zu wollen, worum es im Inneren geht: um präzise Analysen mit eindeutigen, unbestechlichen und nachprüfbaren Ergebnissen. Seit dem Sommer ziehen hier sukzessive Abteilungen für die produktionsnahe Qualitätskontrolle des Geschäftsbereichs WACKER SILICONES und die Zentrale Analytik ein. Sie arbeiteten bisher verteilt auf dem Werksgelände oder in den bereits bestehenden Laborflügeln nebenan. Im Neubau rücken sie zusammen und bündeln so einen großen Teil der analytischen Kompetenz des Konzerns.

Dr. Klaus Pohmer, Senior Manager Quality Management der Business Unit Performance Silicones, verspricht sich vom Umzug praktische Vorteile für seine Arbeit: „Durch die unmittelbare Nähe zu den Kollegen der Zentralen Analytik wird es einfacher, sich auch informell über neue Analysemethoden auszutauschen.“ Zwar arbeite man schon jetzt in unterschiedlichen Gremien zusammen und habe die gegenseitige Information und Weiterentwicklung der Analysemethoden institutionalisiert, doch die direkte Nachbarschaft vereinfache noch einmal die Kommunikation.

„Wir arbeiten in vielen Projekten über Abteilungsgrenzen und auch mit Kunden zusammen. Genau diese Zusammenarbeit wird jetzt vereinfacht.“

Dr. Jutta Matreux Vice President Corporate Services and Sustainability bei WACKER

Bessere Bedingungen

Vor allem aber finden die Mitarbeiter in den neuen Räumen bessere Bedingungen für ihre Tätigkeit vor. In den alten Labors ging es teilweise drangvoll beengt zu. Nun steht für die vielen unterschiedlichen Apparaturen, mit denen diverse Eigenschaften der Siliconprodukte wie Brechungsindex, Farbzahl, Viskosität oder Schaumstabilität gemessen werden, deutlich mehr Platz zur Verfügung. „Wir bekommen hier ein freundliches, lichtdurchflutetes Arbeitsumfeld, in dem unsere Mitarbeiter leichter konzentriert arbeiten können“, ist Pohmer überzeugt. „Dieser Vorteil macht auch den Nachteil wett, dass wir jetzt einen längeren Weg bis zum Produktionsbetrieb zurücklegen müssen, um dort Proben für die Qualitätskontrolle zu holen“, erklärt Pohmer.

Das neue Labor- und Analytikgebäude in Burghausen

Investitionssumme: 30 Millionen Euro

Erster Spatenstich: 23.10.2010

Bezug: sukzessive seit Sommer 2012

Bruttogrundfläche: 11.800 Quadratmeter

Nutzfläche: 6.800 Quadratmeter

Laborfläche: 4.200 Quadratmeter

Mitarbeiter: 220

Wesentliche Verbesserungen verspricht sich vom Neubau auch Dr. Andreas Moser, Leiter der Zentralen Analytik des Konzerns. Er trägt die Verantwortung für einen Bereich, in dem ein einzelnes Messgerät auch schon mal eine halbe Million Euro und mehr kostet. „Deren Genauigkeit konnten wir bisher in Einzelfällen gar nicht richtig ausnutzen“, erzählt er. „Unsere Elektronenmikroskopie und die Kernresonanzspektroskopie waren in der vierten und fünften Etage des benachbarten Altbaus untergebracht. Schon die kleinen Schwankungen, die in einem Gebäude in dieser Höhe auftreten, haben die Möglichkeiten der Messgeräte stark beschränkt.“ So kann ein modernes Rasterelektronenmikroskop Strukturen bis hinunter auf einen Nanometer auflösen (das ist rund ein Fünzigtausendstel eines menschlichen Haars). Doch allein die Gebäudeschwingungen verschlechterten die Bildauflösung um den Faktor zehn.

Ähnlich verhielt es sich bei der Kernresonanzspektroskopie. Die im Altbau vorhandenen Schwingungen führten zu problematischen Störsignalen in den Messungen und einer Erhöhung des Grundrauschens um Faktor zwei. „Diese Probleme können wir jetzt lösen, weil wir unsere Geräte im Erdgeschoss aufgebaut haben“, berichtet Moser.