Hommage an einen Weltstaatsmann - Wacker Chemie AG


Hommage an einen Weltstaatsmann

Aus Porzellan, Platin und schwarzen Diamanten gestaltete der Schmuckkünstler Tom Rucker in 14-monatiger Arbeit eine einzigartige Büste von Nelson Mandela. Bei dem komplexen Herstellungsprozess kam ein Zweikomponenten-Siliconkautschuk von WACKER zum Einsatz.

Da steht er nun und glänzt in Weiß, Silber- und Dunkelgrau – der Kopf ist aus Porzellan model-liert, das Gesicht besteht aus lasergeschweißtem Platin, die Augen sind ausgefasst mit schwar-zen Diamanten: Nelson Mandela, ehemaliger südafrikanischer Staatspräsident, Freiheitskämpfer und Friedensnobelpreisträger. Geschaffen hat die lebensgroße Büste der Künstler Tom Rucker in einem komplexen, mehrstufigen Verfahren, das er selbst entwickelt hat.

Mit einer speziellen 3D-Software (Foto links oben) generierte Tom Rucker auf Basis seiner Skizzen und Zeichnungen eine dreidimensionale Datei von Mandelas Kopf, der dann schließlich aus einem Gemisch von Stärke und Wachs (rechts oben) modelliert wurde.

Der mittlerweile in London lebende Gold- und Platinschmiedemeister entstammt einer traditionsreichen bayerischen Goldschmiedefamilie aus dem Münchner Vorort Ottobrunn. Dort betreiben seine Eltern Anton und Brigitte Rucker in der vierten Generation eine Schmuckwerkstatt. Für seine Objekte hat Tom Rucker in den letzten Jahren zahlreiche Designpreise erhalten, darunter die deutsche Benvenuto-Cellini-Goldmedaille, mehrere Lonmin Design Innovation Awards sowie Auszeichnungen des britschen Goldsmiths’ Craft and Design Council. Auch bei der Oscarverleihung war Ruckers Schmuck schon zu sehen. So trug die US-Schauspielerin Nancy O’Dell beim Gang über den roten Teppich extralange, hochfiligrane Platinohrringe aus seiner Kollektion.

Solche Schmuckstücke stellt Rucker aus 0,2 Millimeter dünnem Platindraht unter einem Mikroskop bei 20-facher Vergrößerung her. Dafür hat er ein eigenes Laserschweißverfahren entwickelt, das er GEO.2 nennt. Inspirieren lassen hat sich der 42 Jahre alte Künstler bei diesem Verfahren von dem Biosphären-Dom, den der US-Architekt Richard Buckminster Fuller 1967 zur Expo in Montreal errichtete. Durch ein sich gleichmäßig wiederholendes, geodätisches Muster erschuf der Visionär eine riesengroße Kuppel, die mit geringem Materialeinsatz, völlig selbsttragend, etwa 20 Stockwerke in die Höhe reicht. Diesem Prinzip folgend, entwirft und fertigt Rucker seit nunmehr 17 Jahren mit Hilfe der Laserschweißtechnik hochstabilen und dennoch federleichten Schmuck und andere Kunstobjekte.

Inspiration im Township

Doch auch und vielleicht gerade ein vielfach ausgezeichneter Künstler braucht Herausforderungen, um sich weiterzuentwickeln. Schon lange wollte Rucker mit seiner Laserschweißtechnik eine lebensgroße Porträtbüste erschaffen. Nur wessen Porträt? Eine Ikone sollte es sein, aber kein Pop- oder Hollywoodstar. Als der Schmuckdesigner im Mai 2009 Urlaub in Südafrika machte, besuchte er Khayelitsha, das größte Township von Kapstadt, und fragte eine Gruppe Fußball spielender Teenager, wer ihr Idol sei. „Nelson Mandela“, riefen die Jungen einmütig. Von da an war sich Rucker sicher, dass er den Mann abbilden wollte, der in der ganzen Welt hoch angesehen ist als Wegbereiter eines demokratischen, vereinten Südafrika. „Mandela hat unsere Welt positiv beeinflusst. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Völker verschie-dener Hautfarben und Herkunft friedlich und gleichberechtigt nebeneinander leben können“, be-gründet der Platinschmied seine Wahl.