Sicherer Stromtransport mit Silicon - Wacker Chemie AG


Sicherer Stromtransport mit Silicon

Kabel unter der Erde oder in der See zu verlegen, ist deutlich aufwändiger und teurer als herkömmliche Freileitungen. Entsprechend lange sollen sie halten. Dass der Strom über viele Jahrzehnte störungsfrei fließt, gewährleisten elektrisch leitfähig modifizierte Siliconelastomere von WACKER.

Arbeiter verlegen für die China Southern Power Grid, den zweitgrößten Stromnetzbetreiber des Landes, ein unterseeisches 500-Kilovolt-Kabel.

Das Meer als größter Windlieferant

Windstill ist es auf dem Meer selten. Auch auf der Nordsee weht ständig eine mehr oder weniger steife Brise, die von Windrädern in nutzbare Energie umgewandelt werden kann. Die Rotoren ragen nicht nur immer höher in den Himmel, sondern werden zunehmend dort aufgestellt, wo der meiste Wind herrscht: auf dem offenen Meer. Zum Beispiel vor Borkum, in 30 Metern Wassertiefe. Dort wurde im November 2009 der erste deutsche Offshore-Windpark Alpha Ventus eröffnet: Zwölf Windräder der Fünf-Megawatt-Klasse versorgen rund 50.000 Haushalte mit Strom.

Kein anderer Offshore-Windpark weltweit ist weiter von den Steckdosen der Verbraucher entfernt: 45 Kilometer nördlich von Borkum drehen sich die Rotoren von Alpha Ventus im Wind. 250 Mio. € kostete dieses Pionierprojekt die drei großen deutschen Energieversorger EWE, E.ON und Vattenfall, die für den Betrieb von Alpha Ventus ein gemeinsames Tochterunternehmen gegründet haben.

Strom aus der Luft gegriffen

Windenergie fließt in Deutschland schon seit Anfang der 1990er Jahre ins Stromnetz. Besonders die Nordwest-Region um Bremen, Oldenburg und Bremerhaven zählt zu den Pionieren der entstehenden Windenergiebranche. Mittlerweile ist die Region weltweit eine der bedeutendsten für die Produktion von Windenergieanlagen und führend im Bereich der Forschung und Entwicklung für Windenergie.

In Deutschland schöpfen bereits mehr als 21.000 Windkraftanlagen Energie aus der Luft. Insgesamt speisen die Anlagen etwa 25.000 Megawatt in das Stromleitungsnetz. Damit kann die Windenergie mehr als sieben Prozent des deutschen Gesamtstromverbrauchs abdecken. Das Alpha-Ventus-Projekt nördlich von Borkum markiert den Start der Offshore-Windenergienutzung in Deutschland.

Der World Energy Report prognostiziert, dass die Windenergie im Jahr 2020 mindestens 12 Prozent des globalen Stromverbrauchs decken kann. Die World Wind Energy Association schätzt, dass im gleichen Jahr weltweit mindestens 1.500.000 Megawatt aus Windkraft ins globale Stromnetz fließen werden. Laut einer Studie der Energy Watch Group, die auf vier Szenarien basiert, könnten alle erneuerbaren Energien zusammen mehr als 50 Prozent des globalen Strombedarfs liefern.

Zuverlässiger Stromtransport überall

Bei solchen Offshore-Anlagen müssen Seekabel statt Freileitungen den Stromtransport gewährleisten. Im feuchten Milieu der Nordsee und des Wattenmeers, das südlich der Ostfriesischen Inseln anschließt, braucht es allerdings sehr robuste und langlebige Materialien, um den Strom zuverlässig über viele Kilometer zu zentralen Knotenpunkten, den Umspannwerken, zu transportieren. Und auch auf dem Land wandert das Stromnetz zunehmend unter die Erde. „Manche Trassen versorgen ganze Stadtviertel mit Energie, und auch das Verkehrsnetz wie U- und S-Bahnen hängt von der Zuverlässigkeit dieser Bauteile ab“, sagt Prof. Jürgen Pilling, ehemaliger Professor für Elektrotechnik an der Hochschule Zittau und danach Entwicklungsleiter bei der Cellpack Electrical Products GmbH.

Kabel unter der Erde oder unter der See zu verlegen, ist allerdings deutlich aufwändiger und teurer als herkömmliche Freileitungen. Allein deshalb sollten die Bauteile jahrzehntelang störungsfrei funktionieren. „Gerade für die erneuerbaren Energien mit ihrer dezentralen Energiegewinnung sind Kabel die Zukunft“, ist Pilling überzeugt. Auch für den künftigen Ausbau der Elektromobilität sei eine Infrastruktur mit zuverlässigen elektrischen Leitungen unverzichtbar.