Funktion und Design im Einklang - Wacker Chemie AG


Funktion und Design im Einklang

Weser-Stadion: Vorreiter beim Solarstrom

Aus der Luft betrachtet, wird das umgebaute Weser-Stadion im Außenbereich seine Ovalform behalten; auch die Flutlichtmasten mit ihren schlanken Betonpfeiler-Paaren – ein weithin sichtbares Wahrzeichen – bleiben erhalten. Neu gebaut werden ein umlaufender Fassadenmantel, der die existierenden modernen Bürotürme der Nordgeraden einbezieht, der Tribünenbereich und das Dach. Das Stadion präsentiert sich damit als homogenes Bauwerk.

Die Tribünen sind zukünftig in Rechteckform um das „heilige Grün“ angeordnet – aus der Ost- und Westkurve im Bereich hinter den Toren werden Geraden, die Tribünen rücken dicht an die Rasenfläche heran. Das Dach sitzt etwas höher als bisher und scheint fast über der Stadionschüssel zu schweben. Hinzu kommen eine Infrastruktur, die höchsten Ansprüchen genügt, und ein innovatives Energiekonzept.

Der südliche und östliche Teil der Außenfassade sowie die gesamte Dachfläche der umgebauten Arena werden zur photovoltaischen Stromerzeugung genutzt – insgesamt ist das eine Fläche von fast zwei Fußballfeldern. Die Anlage mit ihren insgesamt knapp 200.000 Solarzellen verfügt über eine Nennleistung von über 1 Megawatt und wird jährlich etwa 750.000 Kilowattstunden ins Netz einspeisen. Damit vermeidet sie pro Jahr die Emission von mehr als 400 Tonnen Kohlendioxid. Für die Sportwelt markiert die Photovoltaik-Anlage einen Rekord: Deutschlandweit verfügt derzeit keine Sportarena über eine größere – das Weser-Stadion nimmt den Spitzenplatz ein.

Kunststoffmodule: leicht und flexibel im Design

Mit einer Nennleistung von 250 bis 300 Kilowatt liefert der Dach-Innenring – nach Fertigstellung der geplanten drei Bauabschnitte – knapp ein Viertel des Stroms, den die Gesamtanlage erzeugt. Die im Innenring montierten Module erzeugen aber nicht nur Strom. Sie übernehmen zusätzlich die Funktion einer herkömmlichen Dachverglasung, sind also für jeden Besucher sichtbar. Die für den Stadionumbau verantwortlichen Architekten nutzen sie gezielt als ein neuartiges Gestaltungselement. „Damit demonstriert Werder Bremen unmissverständlich sein Engagement für den Solarstrom“, sagt Prof. Andreas Wöll, Geschäftsführer der im unterfränkischen Elsenfeld ansässigen SUNOVATION GmbH. Sein Unternehmen stellt die attraktiv aussehenden Module für den Innenring her.

Prof. Andreas Wöll, Geschäftsführer SUNOVATION GmbH, mit einem Modul für den Dachinnenring.

Den Planern und Architekten war schnell klar, dass sich herkömmliche Glas-Glas-Module – Photovoltaikmodule, deren Front- und Trägerplatte aus Glas bestehen – aus Gewichtsgründen für den Dach-Innenring nicht eignen. Die neue Dachkonstruktion setzt auf die bestehende alte Beton-Unterkonstruktion auf, die in ihrer Tragfähigkeit beschränkt ist. Zugleich steht das neue Dach jedoch weit ins Innere des Stadions über – sehr viel weiter als das alte – und stellt deshalb eine erhebliche statische Belastung dar. Deshalb müssen die Module für den Dach-Innenring möglichst leicht sein. „Das mit der Planung des Stadionumbaus beauftragte Büro entschied sich für unsere SUNOVATION®-Module, in denen die Solarzellen dauerelastisch zwischen zwei Platten aus einem hochwertigen transparenten Kunststoff verkapselt sind“, so Prof. Wöll. „Mit diesen individuell gefertigten Modulen können wir die statischen Vorgaben erfüllen und den hohen Anforderungen an ihr Aussehen genügen.“ Als Kunststoffe verwendet der Modulhersteller Makrolon® (Polycarbonat) oder Plexiglas® (Polymethylmethacrylat) – je nach den Anforderungen, denen die Module im Einsatz genügen müssen. Der Modultyp SUNOVATION® ist jüngst von pro k, dem Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff, als Produkt des Jahres 2009 ausgezeichnet worden.