Wasserzähler, die jeden Tropfen zählen - Wacker Chemie AG


Wasserzähler, die jeden Tropfen zählen

Weltweit versickert ein Großteil des Trinkwassers im Boden – Ursache sind Undichtigkeiten. Intelligente Netze, ausgestattet mit magnetisch-induktiv arbeitenden Durchflusssensoren, melden solche Leckagen umgehend dem Betreiber. Damit die Zähler zuverlässig und hochpräzise funktionieren, wird ihre Elektronik mit einem Silicongel vergossen.

Dr. Philipp Müller (r.) von der WACKER Anwendungstechnik und Labormitarbeiterin Tatjana Bogatyreva prüfen die typische Eigenklebrigkeit von WACKER SilGel®.

Wasser scheint auf unserem Planeten im Überfluss vorhanden zu sein: Schließlich sind drei Viertel der Erdoberfläche von Wasser bedeckt. Süßwasser macht allerdings gerade einmal 2,5 Prozent des gesamten Vorkommens aus, und davon wiederum ist nur ein sehr kleiner Anteil – deutlich weniger als ein Prozent – für den Menschen zugänglich und nutzbar. Je nach Schätzung sind das 100.000 bis 200.000 Kubikkilometer. Süßwasser ist daher in vielen Weltregionen ein kostbares Gut. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass im Jahr 2025 zwei Drittel der Menschheit von Wasserknappheit betroffen sein werden. Klimawandel und Bevölkerungswachstum machen Trinkwasser zur knappen Ressource.

Jährlich entnimmt die Menschheit den Süßwasserressourcen rund 4.000 Kubikkilometer – Tendenz steigend. Bitter für alle von Wasserknappheit Betroffenen ist, dass ein großer Teil des kostbaren Nass vergeudet wird. „Dazu trägt der schlechte Zustand der Wasser-Infrastruktur in großen Teilen der Welt bei. Viel Wasser geht durch Leckagen verloren, bevor es den Endverbraucher erreicht“, sagt Jörn Gögge. Der Ingenieur arbeitet in der Qualitätsabteilung der Firma Sensus GmbH Ludwigshafen. Sensus ist einer der weltweit führenden Anbieter von Messtechnik und Systemen, mit denen Versorgungsunternehmen ihre Netze optimieren können.

Hohe Verluste durch Leckagen

Nach einer Untersuchung von GrowingBlue, einem US-Konsortium von Wasser-Fachleuten, geht allein durch Undichtigkeiten – vom tropfenden Wasserhahn bis zum Bruch einer Hauptleitung – ein Großteil des in die Wassernetze eingespeisten Trinkwassers verloren, wobei von Land zu Land erhebliche Unterschiede bestehen. In einigen Entwicklungsländern liegen die Wasserverluste durch Leckagen bei über 80 Prozent; der weitaus größte Teil des kostbaren Guts versickert also im Boden. Ein Drittel aller Länder hat Leckage-Raten von mehr als 40 Prozent, der Durchschnitt liegt bei 20 Prozent. Selbst in Industrieländern können die Verluste diesen weltweiten Durchschnittswert übersteigen, wie es etwa in Großbritannien und Frankreich der Fall ist.

GrowingBlue schätzt, dass Leckagen Jahr für Jahr weltweit Mehrkosten von bis zu 10 Milliarden US-Dollar verursachen. Diese entstehen vor allem durch den hohen Personalaufwand, der zum Suchen und Schließen der Undichtigkeiten notwendig ist. Aber auch der erhöhte Energiebedarf der Pumpen macht sich bemerkbar, da die Pumpen ja das gesamte – auch das verloren gehende – Wasser fördern müssen.