Smarte Stoffe - Wacker Chemie AG


Smarte Stoffe

Integrierte Sensoren machen aus Kleidungsstücken echte Hightech-Textilien, die Atembewegungen überwachen oder Bewegungsabläufe auf Bildschirme übertragen können: Unterstützt von WACKER, hat das dänische Start-up LEAP Technology solche Sensoren entwickelt – auf Basis hauchdünner Siliconfolien und leitfähiger Siliconelastomere.

Hightech-Sportkleidung von Electricfoxy, einem Start-up aus Seattle/USA. Die integrierten Sensoren stammen von LEAP Technology.

Wie eine zweite Haut schmiegt sich das Sport-Shirt an den Körper. Ohne dass die Pilates-Schülerin etwas mitbekommt, registriert es jede ihrer Bewegungen. Permanent senden die sensiblen Sensoren ihre Daten per Bluetooth an ein Smartphone, dessen Software falsche Bewegungsmuster erkennt und die Sportlerin so vor Muskelzerrungen oder Entzündungen schützen – auch dann, wenn die Schülerin im heimischen Wohnzimmer trainiert und gerade kein Gymnastik-Lehrer kontrollieren kann, ob sie ihre Übungen korrekt ausführt.

In Textilien integrierte Sensorik soll unter dem Schlagwort Smart Textiles unsere Kleidung künftig intelligenter machen – und eröffnet der Sportartikel-, Unterhaltungselektronik- und Medizintechnikindustrie völlig neue Wachstumschancen. Laut den Marktforschern von IDTechEx soll der weltweite Umsatz mit Wearable Technologies – an denen intelligente Textilien einen wachsenden Anteil haben – von rund 12 Milliarden Euro im laufenden Jahr bis 2025 auf rund 70 Milliarden Euro steigen.

Elektroaktive Elastomere von LEAP Technology im Test: An die beschichtete Siliconfolie wird eine Spannungsquelle angebracht.

Auch für Reha-Patienten

Die Vielfalt möglicher Anwendungen setzt der Fantasie kaum Grenzen. In Computerspielen können Sensoren am Körper dafür sorgen, dass Körperbewegungen auf einen Bildschirm übertragen werden – ein Schwertkampf mit einem virtuellen Gegner wird so möglich. Und nicht nur Yoga- oder Pilates-Lehrer, sondern auch Physiotherapeuten können mittels der integrierten Sensoren prüfen, ob ihre Reha-Patienten die vorgegebenen Bewegungsabläufe exakt ausführen.

„Gerade in der Rehabilitation oder für Langzeitpatienten bietet die tragbare Technik viele Vorteile“, erklärt Renate Glowacki, Anwendungstechnikerin für Siliconfolien bei WACKER. „Die Messung beispielsweise der Atembewegung oder von Schwellungen findet unbemerkt und rund um die Uhr statt – und sie kann den Träger oder die behandelnden Ärzte rechtzeitig warnen, wenn gesundheitliche Gefahren drohen.“