Erst wasserlöslich, dann wasserabweisend - Wacker Chemie AG


Erst wasserlöslich, dann wasserabweisend

Der größte Nachteil von gipsgebundenen Baustoffen ist ihre geringe Feuchtebeständigkeit. Mit SILRES® BS Pulver S steht jetzt erstmals ein hocheffizientes Additiv in Pulverform zur Verfügung, mit dem sich gipsbasierte Trockenmörtel hydrophob ausrüsten lassen.

Dr. Daniel Schildbach (r.), Leiter eines anwendungstechnischen Labors im Business Team Construction Chemicals, mit Labormitarbeiterin Theresia Genzinger.

Gips gilt als Allrounder, nicht nur im Trockenbau. Bauteile und Baustoffe auf Basis von Gips sind umweltfreundlich herzustellen und schnell und kostengünstig zu verarbeiten. Zudem schaffen sie ein angenehmes Raumklima, regulieren die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen und fühlen sich stets angenehm warm und trocken an.

Abgebundener Gips hat jedoch zwei Schwächen: Er hat eine relativ geringe Härte und ist – zwar nur in geringem Maße, aber dennoch spürbar – wasserlöslich. Bei 20 °C beträgt die Löslichkeit von Calciumsulfat-Dihydrat rund 2,6 g/l. Verglichen mit silicatischen Baustoffen, die sich in Wasser praktisch nicht auflösen, ist das viel. Gipsgebundene Baustoffe verlieren zudem ihre Druckfestigkeit, wenn sie durchfeuchtet werden. Sind sie längere Zeit dem Wasser ausgesetzt, wird das Gefüge des Baustoffs irreversibel geschädigt.

Trockenbau in Feuchträumen

In Feuchträumen werden Bauelemente und Baustoffe auf Gipsbasis deshalb nicht eingesetzt – es sei denn, sie sind wirkungsvoll hydrophob, also wasserabweisend, ausgerüstet. Alle bislang erhältlichen Mittel zur Hydrophobierung von Gipsbaustoffen haben jedoch den Nachteil, dass sie ausschließlich in flüssiger Form erhältlich sind. Für Gipstrockenbauelemente – wie etwa Gipskartonplatten, Faserplatten oder Wandbauplatten – haben sich siliciumorganische Hydrophobiermittel etabliert, die entweder auf sogenannten H-Siloxanen (Polymethylhydrogensiloxanen) oder auf Alkali-Alkylsiliconaten basieren. Erstere liegen als Öl oder als wässrige Emulsion vor, Letztere in Form wässriger Lösungen – als Additive für die Formulierung von Trockenmörteln eignen sie sich daher nicht.

„Mit SILRES® BS Pulver S hat WACKER jetzt ein völlig neues pulverförmiges Gipshydrophobiermittel konzipiert, das im Trockenmischverfahren angewandt werden kann“, sagt Dr. Rudolf Hager, der das Business Team Construction Chemicals bei WACKER leitet. „Mit diesem Additiv ist es möglich, gipsbasierte Putze, Spachtelmassen, Deckbeschichtungen und Kleber herzustellen, die im gesamten Innenbereich eines Gebäudes eingesetzt werden können.“