Einmal Shanghai und zurück - Wacker Chemie AG


Einmal Shanghai und zurück

Preisverleihung bei der VCI-Mitgliederversammlung in Hamburg (v. l.): Stefan Pein und Jörg Bley, TOTAL Bitumen Deutschland, Sabine Herold und Christian Walther, DELO Industrie Klebstoffe, Dr. Thomas Bronnert, Leiter Logistik, und Dr. Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender von WACKER, sowie VCI-Präsident Dr. Marijn E. Dekkers.

Neue Nordhäfen angebunden

WACKER hat auf diese Weise Leertransporte von Containern um ein knappes Viertel reduziert. Eine zentrale Rolle bei diesem Konzept spielt dabei auch das KombiTerminal Burghausen, dessen Name vom „kombinierten Verkehr“ auf der Schiene und Straße herrührt. Das Terminal, an dem die DB Schenker BTT GmbH, die Deutsche Umschlagsgesellschaft Schiene-Straße (DUSS) mbH sowie die Karl Schmidt Spedition GmbH & Co. KG beteiligt sind, ist seit Oktober 2014 in Betrieb und ermöglicht den im Chemiedreieck tätigen Unternehmen aktuell jährlich bis zu 40.000 sogenannte Hübe (Umladungen von Containern zwischen LKW und Bahn). Dadurch wird eine wesentlich bessere Anbindung der Region an die Seehäfen und internationalen Märkte gewährleistet. Erst im Oktober sind weitere Anbindungen an die Nordhäfen in Rotterdam und Antwerpen hinzugekommen.

Dank des Terminals wickelt das Burghauser WACKER-Werk seine Container bald nur mehr über das Schienennetz der Deutschen Bahn ab – der Konzern verringert so auch den von ihm veranlassten Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid. Bisher wurden noch rund 700 Boxen jährlich auf LKWs zwischen Burghausen und München hin und her transportiert. Seit das KombiTerminal Burghausen aber auch an das Bahnnetz zum italienischen Adriahafen Triest angebunden ist, ist der Straßencontainertransport vollends überflüssig geworden. WACKER transportiert damit 14.000 Container jährlich – und keinen einzigen mehr auf der Straße.

Responsible-Care®-Preis für WACKER

Für sein Projekt zur „Transportoptimierung für Überseetransporte“, das auf die Vermeidung von Container-Leertransporten zielt, hat die Wacker Chemie AG beim Responsible-Care®-Wettbewerb des Verbands der Chemischen Industrie e.V. (VCI) den dritten Preis erhalten. Der VCI hatte den Responsible-Care®-Wettbewerb 2015 unter dem Motto „Wir haben gute Ideen für Transportsicherheit und nachhaltige Logistik“ ausgeschrieben. Das Konzept von WACKER konnte die Jury durch seine hohe gesamtvolkswirtschaftliche Relevanz und seinen Beitrag zur CO2- Minderung überzeugen.

Bei dem Beitrag von WACKER handelt es sich um ein nachhaltiges Konzept zum effizienten Containermanagement mit dem Ziel, Leerfahrten zu vermeiden und CO2-Emissionen zu senken. Das Unternehmen hat damit bereits signifikante Erfolge erzielt: Seit 2011 hat WACKER seine Leerfahrten um 20 Prozent gesenkt. Das umfassende Logistikkonzept überzeugte die Jury durch den „quantifizierbaren Erfolg des Projektes“ und „die Optimierung der gesamten Logistikkette“.

Der erste Preis ging nach Brunsbüttel an die TOTAL Bitumen Deutschland GmbH für das Projekt „Optimierung der Transportsicherheit bei Gefahrgut“. Mit dem zweiten Platz ehrte die Jury die DELO Industrie Klebstoffe GmbH & Co. KGaA Windach und ihr Projekt „Logistik – sicher und nachhaltig“. Die drei prämierten Projekte hatten sich bereits in Wettbewerben der VCI-Landesverbände durchgesetzt, an denen mehrere Dutzend Unternehmen teilgenommen haben.

Im Containerleitstand des Unternehmens wird in der Zwischenzeit die Beladung des neuen Containerzugs zum Hamburger Burchardkai geplant. 30 Paletten mit hochreinem Polysilicium sollen zu einem Kunden nach Asien verschifft werden. In acht Tagen legt der Frachter „Thalassa Axia“ um Punkt 13 Uhr am Burchardkai ab. Spätestens drei Tage vor Ladeschluss muss die Ware in Container verladen und nach Hamburg geschickt werden. Stefan Hrubesch, der hier als Leiter der Verladesteuerung arbeitet, sucht in seinem Computersystem nach freien 20-Fuß-Boxcontainern.

„Das Rote hier“, sagt er und deutet auf einen der beiden Bildschirme vor ihm, „das sind in Wahrheit die leeren Container drüben im KTB. Und das hier“, setzt er fort und deutet auf eine Reihe nummerierter Felder, „das sind Verladestationen an unseren Lagern.“ Mit einem Mausklick zieht Hrubesch Container OOLU 115453-8, der vor wenigen Tagen noch Rohsilicium nach Burghausen gebracht hat, auf die andere Bildschirmseite: Damit hat er ihm einen neuen Auftrag erteilt. Jetzt geht alles ganz schnell: Ein LKW fährt den ausgewählten Container zur Rampe vor dem zentralen Hochregallager. Derweil bereitet ein Team die Ware vor und verlädt diese. Zurück am KTB hebt Gerhard Kaiser mit seinem Kran den Boxcontainer wieder auf den Tragwagen. In wenigen Stunden ist Abfahrt: Auf 560 Meter Länge verteilt sind neue Container geladen, die WACKER-Produkte in die Welt hinaus verteilen. Am Hamburger Burchardkai warten derweil schon wieder frisch angelieferte Container mit Rohsilicium aus China.