Einmal Shanghai und zurück - Wacker Chemie AG


Einmal Shanghai und zurück

Seine Waren verschickt WACKER per Container in alle Welt – hat aber das Problem, dass mehr Großraum-Behälter beladen herausgehen als mit Rohstoffen bestückt zurückkommen. Mit einem prämierten Konzept vermeidet der Konzern jetzt einen erheblichen Teil der bislang nötigen Leertransporte – und zeigt damit, wie gut er seine globale Logistik im Griff hat.

Das 2014 in Betrieb gegangene KombiTerminal Burghausen kann bis zu 40.000 sogenannte Hübe pro Jahr abwickeln – dies sind Umladungen zwischen LKW und Bahn.

Monoton knatternd kommt Güterzug 50337 aus Hamburg im KombiTerminal Burghausen (KTB) zum Stehen. Pünktlich auf die Minute erreichen die geladenen Seecontainer den Güterumschlagbahnhof im bayerischen Chemiedreieck. Das KombiTerminal liegt nur knapp einen Kilometer vom WACKER-Werkgelände entfernt. Lange LKW-Schlangen, die auf die Ankunft der Container warten, gibt es hier dennoch nicht – und das ist für die Logistiker von WACKER nicht nur ein Vorteil, sondern auch eine echte Herausforderung.

Was der Besucher auf den ersten Blick nicht sieht: Die meisten Container auf Zug 50337 sind leer. Sie kommen aus den norddeutschen Seehäfen, aus Hamburg und Bremerhaven, nach Burghausen, wo chronische Container-Knappheit herrscht. Die Notwendigkeit, leeres Equipment mit dem Güterzug zu verschicken, ist unter anderem logistischer Ungleichgewichte geschuldet. Die Region um Burghausen, das sogenannte bayerische Chemiedreieck, ist sehr exportstark. 25 Unternehmen mit rund 20.000 Beschäftigten produzieren dort Waren für mehr als 10 Milliarden Euro – ein beträchtlicher Teil der Ware wird nach Übersee verschifft.

Allein das WACKER-Werk verlassen pro Jahr rund 14.000 Container mit Gütern, die in Burghausen hergestellt wurden. Umgekehrt aber kommen nur 3.500 Container mit Rohstoffen, meist Rohsilicium, ins Werk – daher fehlt es an leeren Containern, die für den Export der Chemieprodukte unabdingbar sind. Dr. Thomas Bronnert, Leiter der Logistik bei WACKER, wirkt mit seinem integrierten Logistikkonzept diesem Problem entgegen.