Kleben und dehnen lassen - Wacker Chemie AG


Kleben und dehnen lassen

Wo Klebungen oder Flächenabdichtungen dynamisch hoch beansprucht werden, führt kein Weg an elastischen, weiterreißfesten Materialien vorbei. Mit den neuartigen silanterminierten Polymeren der Reihe GENIOSIL® XT lässt sich die Silanvernetzung jetzt auch für solche Anwendungen nutzen.

Blick auf die Dachlandschaft einer spanischen Stadt: Das Flachdach hat sich seit den 1950er-Jahren als Standard bei gewerblichen Bauten und im Geschosswohnungsbau durchgesetzt.

Als General Motors 1963 erstmals Frontscheiben in die Karosserie von Testwagen einklebte, läutete der Autokonzern den Abschied von den vorgefertigten Gummidichtungsringen ein. In der US-Autoindustrie und bald darauf auch international sind Klebeverbindungen seit 1978 Standard – aus Kosten-, aber auch aus Sicherheitsgründen, um im Unglücksfall das Brechen der Scheibe zu erschweren. Auch in anderen Branchen wurden elastische Klebeverbindungen zur Schlüsseltechnologie – vor allem dort, wo immer wieder zeitlich veränderliche Kräfte auf die Verklebung einwirken.

In Straßen- und Schienenfahrzeugen sind elastische Klebungen weitverbreitet, um Teile mit der tragenden Struktur, etwa mit der Karosserie oder dem Fahrzeugrahmen, zu verbinden. In der Baubranche wiederum kommen elastische Flächenabdichtungen zum Einsatz, um thermische Spannungen des Untergrunds auszugleichen und zuverlässig Risse zu überbrücken.

Inwieweit elastische Klebstoffe oder Flächenabdichtungen diesen Anforderungen genügen, hängt von den verwendeten Bindemitteln und vom Know-how des Compoundierers ab. Mit der neuen Produktreihe GENIOSIL® XT stehen erstmals silanterminierte Polymere zur Verfügung, deren Formulierungen zu reiß- und scherfesten, zugleich aber hochelastischen und außerordentlich weiterreißbeständigen Materialien aushärten.

Bei dynamischen Belastungen bewegen sich die Fügepartner. Der Verbund hält den Belastungen nur dann stand, wenn die Klebschicht nicht nur fest genug, sondern auch dauerhaft in der Lage ist, der Bewegung der Fügepartner zu folgen – sie muss sich elastisch dehnen können.

Dynamische Belastungen werden aber nicht nur durch Erschütterungen oder Schwingungen verursacht. Auch Temperaturschwankungen können Stress auf Verklebungen ausüben. Das geschieht immer dann, wenn sich die beiden Fügeteile bei Erwärmung oder Abkühlung unterschiedlich stark ausdehnen beziehungsweise zusammenziehen.

Flächenabdichtungen sind dafür ein gutes Beispiel. Sie werden in flüssiger Form auf den abzudichtenden Untergrund – etwa einen Balkon oder eine Terrasse – aufgebracht und härten dort zu einer nahtlosen, wasserdichten Membran aus. Weil der abzudichtende Untergrund aufgrund von Temperaturschwankungen ständig arbeitet, werden solche Abdichtungen dynamisch stark beansprucht. Sie müssen den Bewegungen der Risskanten, die sich ständig aufweiten oder verjüngen, folgen können und diese dauerhaft überbrücken.