Dämmung nach Maß - Wacker Chemie AG


Dämmung nach Maß

Kompliziert geformte Anlagenteile wie diese Flansche können mit den flexibel anpassbaren Siliconelastomermatten von ContiTech auf einfache Weise isoliert werden.

Das Energieberatungsunternehmen Ecofys hat diese Wärmeverluste einmal für die gesamte deutsche Industrie hochgerechnet. Die Berater schätzen, dass hiesige Produktionsstätten jährlich 106 Petajoule oder 22 Milliarden Kilowattstunden an Wärmeenergie einsparen könnten, wenn sie alle bislang ungedämmten Anlagenteile wärmeisolieren und beschädigte Dämmungen reparieren würden. Diese Maßnahmen würden zwar etwa 180 Millionen Euro kosten, jedoch könnten die Unternehmen dadurch Jahr für Jahr 750 Millionen Euro an Energiekosten einsparen.

Warum Armaturen und ähnliche Einbauteile trotz solch erheblicher Einsparpotenziale oftmals nicht thermisch isoliert sind, erläutert Dr. Jens Storre, der als Chemiker bei der ContiTech Elastomer-Beschichtungen GmbH im niedersächsischen Northeim tätig ist: „Diese Anlagenteile müssen sich auch nach der Dämmung noch bedienen lassen, und sie müssen für Wartungs- und Reparaturarbeiten zugänglich sein. Zudem sind sie meist so komplex geformt, dass sich eine Wärmedämmung mit herkömmlichen Materialien – wenn überhaupt – nur mit großem Aufwand realisieren lässt.“ Dr. Storre ist bei ContiTech für die Forschung und Entwicklung von Elastomer-Platten verantwortlich. Er hat das flexible Isoliersystem Conti® Thermo-Protect mit entwickelt.

Siliconelastomere

Siliconelastomere sind gummielastische Feststoffe, die auf Polyorganosiloxanen basieren. Sie entstehen aus Siliconkautschuken durch einen als Vulkanisation bezeichneten Prozess. Hierbei bilden die Polymerketten der siliciumorganischen Makromoleküle ein dreidimensionales Netzwerk, der Kautschuk härtet aus. Siliconelastomere zeichnen sich durch ein Eigenschaftsprofil aus, das sie in vielen technischen Anwendungen unentbehrlich macht: Sie sind außerordentlich hitzebeständig, zugleich auch kälteflexibel, chemisch inert und biokompatibel. Siliconelastomere besitzen eine stark hydrophobe, also wasserabweisende Oberfläche und nehmen kein Wasser auf, wirken sehr gut elektrisch isolierend und leiten nur schlecht Wärme. Typisch ist ihre hohe Beständigkeit gegen eine Vielzahl physikalischer und chemischer Einflüsse, weshalb sie – anders als organische Gummis – auch nicht altern. So bleiben ihre chemischen, physikalischen und technischen Eigenschaften zwischen etwa –50 und +200 Grad Celsius nahezu konstant. Ebenso verkraften sie die fortwährende Einwirkung von Sauerstoff, Ozon und UV-Strahlung.

Einsetzbar bis 250 Grad Celsius

Konzipiert für Anlagenteile mit schwierigen geometrischen Formen wie Flansche, Hähne, Verzweigungen oder Absperrschieber, eröffnet das System neue Möglichkeiten für die Wärmedämmung im Temperaturbereich zwischen 130 und 250 Grad Celsius. Dieser Temperaturbereich ist zum Beispiel in der chemischen Industrie, im Maschinenbau, in der Zellstoffindustrie und auch bei einigen Prozessen der Lebensmittelindustrie wichtig.

Bei dem Isoliermaterial handelt es sich um eine Siliconkautschukmischung, die zu einem mikroporösen Siliconelastomer aushärtet. Als Basis wählte das Northeimer Unternehmen, das zum hannoverschen Continental-Konzern gehört, einen Festsiliconkautschuk von WACKER, der durch eine platinkatalysierte Additionsreaktion vernetzt. „Silicone zeichnen sich durch ein Eigenschaftsprofil aus, das sie für diese Anwendung prädestiniert“, erklärt WACKER-Fachverkäufer Christoph Schlegel. „So sind sie alterungsbeständig, widerstehen hohen Temperaturen und sind schlechte Wärmeleiter. Der ausgewählte Siliconkautschuk ergibt ein Siliconelastomer, das zudem sehr reiß- und weiterreißfest ist.“