Dämmung nach Maß - Wacker Chemie AG


Dämmung nach Maß

Industriebetriebe verschwenden noch zu oft Energie, weil Armaturen und andere Anlagenteile mit komplex geformten Oberflächen ungedämmt bleiben. Für solche Bauteile hat ContiTech jetzt ein flexibel anpassbares Isoliersystem entwickelt, das dank eines Siliconkautschuks von WACKER durch die Wärme der Anlage von alleine aushärtet.

In einer jeden Mikrokugel ist das Gas wie in einem Luftballon eingesperrt.

Um Produkte herstellen, weiterverarbeiten oder veredeln zu können, benötigen Industriebetriebe Wärme. Diese sogenannte Prozesswärme stellt insbesondere in energieintensiven Branchen – wie der chemischen, metallerzeugenden oder -verarbeitenden Industrie – einen erheblichen Kostenfaktor dar. Nach einer Untersuchung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wendete die deutsche Industrie im Jahr 2013 insgesamt 1700 Petajoule oder 473 Milliarden Kilowattstunden auf, allein um Prozesswärme bereitzustellen – das waren knapp zwei Drittel ihres gesamten Energieverbrauchs.

Dennoch behandeln immer noch etliche Betriebe die Wärmedämmung ihrer Anlagen eher stiefmütterlich. Erhebliche Wärmemengen gehen über die Oberflächen von heißen Anlagenteilen ungenutzt an die Umgebung verloren. Eine Studie der European Industrial Insulation Foundation (EIIF) zeigt: In Industrieanlagen sind durchschnittlich zehn Prozent der Oberfläche entweder überhaupt nicht wärmegedämmt oder haben eine schadhafte Wärmeisolierung.

Matten aus Mineralwolle

Um Anlagenteile zu dämmen, die heißer als 130 Grad Celsius sind, konnten die Betreiber bisher praktisch nur auf Mineralwolle zurückgreifen. Die langen Rohrleitungen etwa, in denen in vielen Großbetrieben Heißdampf zu den Anlagen transportiert wird, sind mit Matten aus Mineralwolle isoliert und außen mit einer Hülle aus Zinkblech mit Aluminiumbeschichtung verkleidet – ein bewährtes und wirtschaftliches Verfahren. Dagegen bleiben die Teile der Leitungssysteme meist ausgespart, die wegen ihrer komplexen Oberflächenstrukturen schwer zu dämmen sind. Dies betrifft etwa Verzweigungen, Flansche und Übergänge auf andere Rohrdurchmesser sowie Einbauteile wie Absperrschieber, Hähne und Ventile.

Viele Betriebe unterschätzen jedoch nach wie vor den Wärmeverlust, der an solchen Armaturen entsteht. So kann nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) eine einzelne ungedämmte Armatur, die ein Anschlussmaß von 100 Millimeter hat und die von 100 Grad Celsius heißem Dampf durchströmt wird, so viel Wärme verlieren wie eine zwanzig Meter lange, gedämmte Rohrleitung desselben Querschnitts. Schon an einem einzigen nicht isolierten Ventil können jährlich Wärmeverluste im Wert von einigen hundert Euro entstehen. Und wie viele solcher energetischen Schwachstellen weist erst eine ganze Fabrik auf.