Holzschutz mit Abperleffekt - Wacker Chemie AG


Holzschutz mit Abperleffekt

Schon in geringer Konzentration wirksam

Es gibt aber Möglichkeiten, um der Vergrauung vorzubeugen: beispielsweise durch den Zusatz von UV-Absorbern oder durch die Verwendung von Farbpigmenten, die das UV-Licht abhalten. Tests zeigen, dass sich Hölzer mit einer pigmentierten Beschichtung, die mit SILRES® WH modifiziert wurde, sehr gut vor den Folgen direkten Sonnenlichts schützen lassen.

Für die Bestimmung der kapillaren Wasseraufnahme ist der sogenannte Floatingtest am gebräuchlichsten. In Anlehnung an die Norm ASTM D 5401-03 werden imprägnierte, unterschiedlich lang mit UV-Licht bewitterte Holzbretter sowie ein nicht imprägniertes Muster jeweils 15 Minuten auf jeder Seite ins Wasser gelegt und anschließend gewogen. Die Gewichtszunahme entspricht der Wasseraufnahme des Untergrunds.

Wie der Floatingtest zeigt, begünstigt die UV-Strahlung des Sonnenlichts die Wasseraufnahme unbehandelter Bretter, was irreparable Schäden hervorrufen kann. Mit SILRES® WH lässt sich das weitgehend verhindern. Die Siliconharzemulsion ist so wirksam, dass auch stärker verdünnte Lösungen einen ausreichenden Schutz bieten.

„Auch bei diesem Test zeigt sich die Langlebigkeit von SILRES® WH“, berichtet der WACKER-Anwendungstechniker Albert Hausberger. Selbst nach 4.000 Stunden UVB-Bestrahlung – das entspricht in der Praxis einer mehrjährigen Freibewitterung – bietet die Siliconharzemulsion einen hervorragenden Schutz. Bei einer 1:4-Verdünnung beträgt die Wasseraufnahme höchstens 15 Prozent. 1:9-Verdünnungen schneiden kaum schlechter ab. Zum Vergleich: Bei den nicht imprägnierten Hölzern, die 4.000 Stunden künstlich bewittert worden waren, betrug die aufgenommene Wassermenge 50 Prozent, also die Hälfte des Eigengewichts (siehe Grafik rechts).

Holz, das mit SILRES® WH behandelt wurde, ist prinzipiell auch dann überstreichbar, wenn der Untergrund vor dem erneuten Anstrich einige Zeit der Witterung ausgesetzt wurde. Eines gilt es jedoch zu beachten: Bei glatten Oberflächen zieht nur ein Teil des Silicons ins Holz ein. Der Rest verbleibt auf der Oberfläche. Dadurch kann es, insbesondere bei hochkonzentrierten Holzschutzmitteln, zu einer eingeschränkten Farbhaftung und zu Verlaufsstörungen kommen. Aus diesem Grund sollte SILRES® WH nicht als Grundiermittel verwendet werden.

Holzlasuren stellen gewissermaßen den Übergang von den farblosen lmprägniermitteln zu den filmbildenden Holzlacken dar. Sie sind je nach Pigment- und Bindemittelgehalt mehr oder weniger transparent oder transluzent. Als Bindemittel werden üblicherweise wasserlösliche Acryl- und Alkydharze eingesetzt. Je nach Festgehalt unterscheidet man zwischen Dünnschicht- und Dickschichtlasuren. Dünnschichtlasuren besitzen einen Festgehalt von bis zu 30 Prozent, Dickschichtlasuren von bis zu 40 Prozent.

Grundsätzlich enthalten Holzlasuren wesentlich mehr Bindemittel als herkömmliche Fassadenfarben. Sie erzeugen daher beim Trocknen einen wasserabweisenden Film. Eine gute, also bindemittelreiche Holzlasur besitzt eine geringe Wasseraufnahmefähigkeit. Da das Holz weniger quellen und schrumpfen kann, sorgen Lasuren zudem für eine erhöhte Dimensionsstabilität. Allerdings ist die Witterungsbeständigkeit oft unbefriedigend. Schon nach einem Jahr Freibewitterung können sich Risse zeigen oder die Lasur beginnt abzublättern. In solchen Fällen nimmt die Wasseraufnahme des Holzes drastisch zu.

„Genau hier liegt die große Chance für das Siliconadditiv“, erklärt Sebastian Hock von WACKER. „Schon in geringer Konzentration beeinflusst es die Filmeigenschaften und stellt somit sicher, dass Farbe oder Lasur dauerhaft wasserabweisend wirken.“

Die durchgeführten Tests zeigen übrigens noch eines: Je geringer der Bindemittelgehalt, umso signifikanter ist die hydrophobierende Wirkung des Siliconadditivs. „Die wasserabweisenden Eigenschaften von bindemittelarmen Holzlasuren lassen sich mit dem Zusatz von SILRES® WH eindrucksvoll verbessern“, betont Martin Sebald aus der WACKER Anwendungstechnik. „Oft reicht bereits ein Prozent des Additivs in der Formulierung.“ Eine gute Hydrophobie gehe immer mit einer verbesserten Haltbarkeit und Optik des Holzes einher.