Holzschutz mit Abperleffekt - Wacker Chemie AG


Holzschutz mit Abperleffekt

Diese Freibewitterungswand im Werk Burghausen war mehr als eineinhalb Jahrzehnte lang Wind und Wetter ausgesetzt. Auf den mit einer Siliconharzemulsion imprägnierten Brettern (viertes Brett von links) perlt auch nach siebzehn Jahren noch das Wasser ab. Die Oberfläche der unbehandelten Bretter (links) ist dagegen mittlerweile so offenporig, dass Wasser sofort eindringt. Auch weist das hydrophobierte Brett wesentlich weniger Risse auf als das unbehandelte.

Schutzwirkung bleibt erhalten

Holzschutzmittel bieten nach dem Auftragen und Trocknen einen guten Schutz. Im Lauf der Jahre lässt dieser allerdings deutlich nach. Imprägnierungen werden ausgewaschen, Lasuren bleichen aus, Lack blättert ab. Holzimprägnierungen und Beschichtungen müssen deshalb immer wieder erneuert werden. „Damit der neue Anstrich nicht gleich wieder abblättert und beim Streichen keine unschönen Ränder oder Unebenheiten entstehen, müssen beschichtete Hölzer meist abgeschliffen, entstaubt und gereinigt werden, bevor sie neu gestrichen werden können – eine zeit- und auch kostenintensive Arbeit“, sagt Sebastian Hock, Marketing Manager für Silicon-Bautenschutzmittel bei WACKER.

Die Hersteller von Holzschutzmitteln suchen deshalb schon seit Längerem nach Möglichkeiten, den Naturstoff Holz besser und länger zu konservieren. Neben Wachsen, Ölen und Harzen werden auch siliciumorganische Verbindungen in Holzschutzmitteln verwendet. Solche Verbindungen sind von Natur aus wasserabweisend und in hohem Grade dampfdurchlässig. Siliconharze werden deshalb bereits seit Jahrzehnten im Bautenschutz eingesetzt, wo sie sich bestens bewährt haben. Mit seinem SILRES®-Produktportfolio ist WACKER europaweit der größte Hersteller siliconhaltiger Bautenschutzprodukte.

Im Gegensatz zu Siliconölen und Siliconkautschuken, die hauptsächlich aus kettenförmigen, linearen Polydimethylsiloxan-Einheiten bestehen, sind Siliconharze hochvernetzte Polymethylsiloxane. Aufgrund ihres hohen Vernetzungsgrades sind sie üblicherweise feste, spröde Materialien. Sie haften sehr gut auf mineralischen Baustoffen und bilden dort ein dauerhaftes wasserabweisendes Siliconharznetzwerk. Auf mineralischen Baustoffen sind Siliconharze deshalb der ideale hydrophobe Wirkstoff. Auf Holz verlieren Siliconharze jedoch oft schon nach wenigen Monaten Bewitterung erheblich an Wirkung. Grund dafür ist, dass das Silicon den Feuchtegehalt des Holzes zwar drastisch absenkt, aber nicht völlig reduziert. Hölzer, die mit Siliconharzemulsionen imprägniert werden, quellen und schrumpfen trotzdem. Das hat zur Folge, dass das Siliconharz sukzessive „abgesprengt“ wird.

Dieses Problem lässt sich jedoch lösen, indem man einen Teil der vernetzenden trifunktionellen Methylsiloxaneinheiten durch lineare Dimethylsiloxaneinheiten ersetzt. Dadurch entsteht ein etwas flexibleres, elastischeres Siliconharz, das auch auf quellenden Untergründen gut haftet und somit auch für Holz geeignet ist.

„Dank intensiver Forschung ist es unseren Anwendungstechnikern nun gelungen, ein funktionelles Siliconharz zu synthetisieren, das optimal für die Formulierung von Holzschutzmitteln geeignet ist“, erklärt Dr. Rudolf Hager, Leiter des Business Teams Construction Chemicals bei WACKER SILICONES. Da im Holzschutz – ähnlich wie auch in allen anderen Bereichen des Bautenschutzes – wässrige Produkte im Trend liegen, wurde es als wasserbasierende 50-prozentige Emulsion konzipiert. SILRES® WH, so der Produktname, wird üblicherweise für die direkte Applikation auf Holz im Verhältnis von 1:4 bis 1:9 mit Wasser verdünnt. SILRES® WH kann auch unverdünnt als Additiv in wässrigen Lasuren in einer Dosierung von bis zu 3 Prozent eingesetzt werden.

„Nachdem Silicone bereits seit Jahrzehnten mit großem Erfolg zum Schutz und zur Instandsetzung mineralischer Bausubstanz eingesetzt werden, kann nun auch der Baustoff Holz mithilfe wasserabweisender Siliconharze konserviert werden“, erklärt Martin Sebald, der als Anwendungstechniker gemeinsam mit Albert Hausberger die Entwicklung von SILRES® WH verantwortet hat. Nach einer Behandlung mit der Siliconharzemulsion – ob in Form eines farblosen Hydrophobiermittels oder als Additiv in farbigen Holzlasuren – müssten Hölzer im Außenbereich seltener neu gestrichen und renoviert werden.