Besser für den Brandschutz - Wacker Chemie AG


Besser für den Brandschutz

Doch gerade hier ist eine besondere Herausforderung entstanden: Damit die Aluminiumplatten nicht als Kältebrücke fungieren und zur Auskühlung des Gebäudes beitragen, wird zur Isolierung sandwichartig eine Kunststoffschicht zwischen zwei Aluminiumschichten eingebracht. Sie trennt die beiden Außenplatten thermisch voneinander. Typischerweise kommen hier Polyethylene zum Einsatz. Diese sind aber brennbar.
Damit sie die Brandschutzeigenschaften der Platte nicht verschlechtern, werden flammhemmende Füllstoffe wie Aluminium- und Magnesiumhydroxid eingearbeitet.

„Deren Anteil kann bis zu 70 Prozent betragen“, sagt Dr. Klaus Pohmer, Leiter des Global Business Development im Bereich Performance Silicones der Wacker Chemie AG. „Solch hochgefüllte Kunststoffe sind schwerer zu verarbeiten“, erklärt er. So steigen die Drücke, mit denen das sogenannte Compound – hier etwa die Mischung aus Polyethylen und Aluminiumhydroxid – im Extruder gemischt und herausgedrückt wird. Dadurch schnellt nicht nur der Stromverbrauch der Maschine in die Höhe. Vielmehr steigt auch die thermische Belastung der Mischung so stark, dass sich ein Teil des Aluminiumhydroxids zersetzt. Außerdem kommt es am Extruderkopf zur sogenannten Bartbildung: Am Rand der Düse setzt sich unkontrolliert Material ab.

Moderne Fassaden, in denen Aluminiumverbundplatten eingesetzt werden

  • Laborneubau LP 180, Burghausen

    Aluminiumverbundplatten schützen viele moderne Bauten wie hier den Laborneubau LP 180 im Süden des WACKER-Werks Burghausen. Der Kunststoffkern dieser sandwichartig aufgebauten Platten ist ähnlich zusammengesetzt wie die Mischungen, aus denen Kabelmäntel extrudiert werden. Etliche Hersteller nutzen bereits das Siliconadditiv GENIOPLAST als Prozesshilfsmittel und zur Erhöhung der Flammfestigkeit.

Doch diese Schwierigkeiten lassen sich lösen. Compounds finden in nahezu allen Bereichen Anwendung. Zum Einsatz kommen sie dort, wo bekannte sortenreine Kunststoffe nicht die gewünschten Eigenschaften haben. Statt aufwändig neue, spezialisierte Kunststoffe zu entwickeln, werden lieber bekannte Materialien wie Polyethylen und Polypropylen mit Füllstoffen und Additiven so verändert, dass sie zur Anwendung passen. In der Regel führt das schneller zum Ziel. So entstehen Kunststoffe, die beispielsweise in Lichtbeständigkeit, Oberflächeneigenschaften, physikalischer und chemischer Stabilität oder eben der flammhemmenden Wirkung optimiert sind.

Als Zusatzstoffe kommen einfache Materialien wie Kalk und Talkum, aber auch komplexe organische Verbindungen zum Einsatz. An Bedeutung gewinnen Silikone: Sie verbessern insbesondere die Verarbeitungseigenschaften des Materials. Sie vermindern die Reibung und erleichtern so etwa die Verarbeitung von Thermoplasten. Im Vergleich zu organischen Additiven mit ähnlicher Wirkung sind sie thermisch beständig.