Silicone gegen Blackouts - Wacker Chemie AG


Silicone gegen Blackouts

Die Wirtschaftsmacht Indien wächst schneller als ihre Infrastruktur. Vor allem das Energienetz kann mit dem Wachstum kaum mithalten, wie der gigantische Stromausfall vom Sommer 2012 bewies. Verbundisolatoren, die auf Siliconen von WACKER basieren, helfen dabei das indische Stromnetz zukunftsfähig zu machen.

Eine Überlandleitung in Westbengalen: Der Stromausfall vom 30. Juli 2012 legte das öffentliche Leben in 20 von 28 indischen Bundesstaaten lahm, darunter auch im Staat Westbengalen mit der Hauptstadt Kalkutta.

Der 30. Juli 2012 in Neu-Delhi: Die U-Bahnen stehen in ihren Stationen still, die Telefone sind tot und weil die Ampeln nicht mehr arbeiten, bricht der Verkehr in der indischen Hauptstadt zusammen. Als die Nacht beginnt, liegt Neu-Delhi in der Dunkelheit – wie weite Teile des indischen Subkontinents auch. Die tropische Hitze wird unerträglich, weil die Klimaanlagen versagen. Nichts geht mehr. Damals legte ein dramatischer Stromausfall Indien lahm: Die Netze kollabierten im Norden, Nordosten und Osten, in 20 von 28 Bundesstaaten – wie aufgereihte Dominosteine, die einer nach dem anderen umfallen. 650 Millionen Menschen waren von diesem größten Stromausfall der Geschichte betroffen – mehr als die Hälfte der indischen Bevölkerung.

„Unternehmen sind dann dazu verpflichtet, beispielsweise zwei Tage pro Woche keinen Strom zu nutzen, also nicht zu produzieren.“

Dr. Jens Lambrecht Manager Global Product Development

Für Experten kam der Blackout nicht ganz überraschend. Schon länger kann das indische Stromnetz den rasant steigenden Bedarf nicht mehr decken: Allein in den elf Jahren zwischen 1999 und 2009 hat der Pro-Kopf-Stromverbrauch um rund 50 Prozent zugelegt, wie Germany Trade & Invest schreibt, die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing der Bundesrepublik Deutschland. Das indische Wirtschaftswunder bringt die elektrische Versorgung regelmäßig an ihre Grenzen. Strom sparen ist an der Tagesordnung. „In weiten Teilen Indiens sind deshalb sogenannte ‚power holidays‘ vorgeschrieben“, erklärt Dr. Jens Lambrecht, Manager Global Product Development im Bereich Engineering Silicones bei WACKER. „Unternehmen sind dann dazu verpflichtet, beispielsweise zwei Tage pro Woche keinen Strom zu nutzen, also nicht zu produzieren.“ Die vorgeschriebenen Auszeiten lähmen das boomende Schwellenland empfindlich. Und auch für die industrielle Produktion und die Maschinen sind zusätzlich die meist nur kurzen, aber mehrfachen Stromunterbrechungen eine täglich Belastungsprobe.