Schutz für die Stahlbewehrung - Wacker Chemie AG


Schutz für die Stahlbewehrung

Die von Kajima gebaute Toyota-Arrows-Brücke auf der Shin-Tōmei-Autobahn zwischen Tokio und Nagoya wurde 2004 mit Silanen hydrophobierend imprägniert.

Druck und Dosierung entscheiden

Flüssige Produkte werden dagegen durch „Fluten“ appliziert. Dies bedeutet, dass das Produkt unter sehr niedrigem Druck auf die Wand aufgebracht wird. Dabei läuft es von oben nach unten an der Wand ab und dringt in sie ein. Bei der Verwendung flüssiger Produkte sind oft mehrere Arbeitsgänge (zwei bis drei) notwendig, um ausreichend Material zu applizieren.

Vor der eigentlichen Applikation mittels des Airless-Verfahrens rät WACKER-Bautenschutzexperte Dominik Auer zu Sprühversuchen, um für die jeweiligen Produkt-, Umwelt- und Untergrundbedingungen den richtigen Druck beim Auftrag zu finden. Ein zu hoher Druck führt nämlich zu Vernebelung und damit zum Produktverlust, ein zu niedriger Druck zu einer unsauberen Applikation – es bilden sich dann Klumpen auf der Oberfläche.

Für die Eindringtiefe der Silane sind außer der Dosierung des Materials sowie der Konzentration des Wirkstoffs im Hydrophobierungsmittel weitere Faktoren ausschlaggebend, darunter die Witterungsbedingungen sowie die Porosität und Feuchte des zu behandelnden Betons. So darf zum Beispiel bei einer Feuchte von mehr als vier Prozent gemäß den deutschen technischen Vertragsbedingungen und den Richtlinien für Ingenieurbauwerke nicht behandelt werden, weil die Silane dann nicht ausreichend eindringen können. Auch eine zu niedrige Bauteiltemperatur von weniger als fünf Grad kann zu Problemen führen: Bei solch kühlen Temperaturen besteht die Gefahr, dass sich Kondensationsfeuchte auf dem Bauteil niederschlägt, die ein effektives Eindringen des Hydrophobierungsmittels verhindert.

Zur Qualitätskontrolle ist es in Deutschland vorgeschrieben, dass vor der Applikation Referenzflächen angelegt werden, um die Funktion der hydrophobierenden Imprägnierung auf der vorliegenden Betonqualität zu testen. Diese Testfläche wird unter anderem dazu benutzt, die erforderliche Menge an Hydrophobiermittel zu bestimmen. Meist werden zwei bis drei Versuchsflächen mit unterschiedlicher Dosierung angelegt; exakt 28 Tage später ermitteln dann die Anwendungstechniker, welche Qualität die Hydrophobierung aufweist. Erst danach entscheiden sie, welche Dosierung auf dem jeweiligen Betonbauwerk appliziert wird.

Bester Schutz auch bei extremen Bedingungen

Obwohl die Applikationsbedingungen somit je nach Standort und Klima stark variieren, ist die hydrophobierende Imprägnierung mit Silanen weltweit gefragt. „Allein in Japan sind seit der Markteinführung 125 Millionen Quadratmeter Betonoberflächen behandelt worden“, berichtet Wacker-Ashaikasei-Manager Kanzawa. Gerade bei der Ausschreibung von teuren Infrastrukturprojekten fordern die staatlichen Auftraggeber zunehmend, dass diese langlebig sein müssen – zu kurze Renovierungszyklen können hier das Aus für einen Anbieter bedeuten. Nicht umsonst hat die Betreibergesellschaft den Bau der neuen Fernstraße neben der Tomei-Autobahn unter das Motto „100-jährige Straße“ gestellt.

Doch egal ob Straßen und Autobahnbrücken in Japan, Hafenanleger in Dubai, Tunnel in Europa oder Dämme in China – die Silan-Kur von WACKER schützt selbst extrem beanspruchte Bauwerke. Und das rund um den Globus.