Netze, die kommunizieren - Wacker Chemie AG


Netze, die kommunizieren

Test eines von Reinhausen Power Composites hergestellten Verbundhohlisolators.

Um den Hohlraum blasenfrei zu vergießen, befüllt Reinhausen Power Composites die Verbundhohlisolatoren von unten mit dem flüssigen POWERSIL® Gel C 670. Dabei wird das Gel mit einem geringen Überdruck eingefüllt und auf diese Weise von vornherein in einem gewissen Maß komprimiert. „Durch einen genau dosierten Überdruck schaffen wir eine zusätzliche Sicherheit dafür, dass sich das Gel selbst im tiefsten sibirischen Winter stets formschlüssig an die Rohrwand schmiegt“, erklärt Entwicklungsleiter Merten. Nach dem Füllen härtet das Gel bei Raumtemperatur innerhalb von etwa acht Stunden aus.

Als ein weiches und nachgiebiges Material bietet das kompressible Gel den eingebetteten Lichtwellenleitern einen perfekten Schutz vor äußeren mechanischen Einwirkungen. Für Dr. Armin Merten steht fest: „In unseren neuen Spezial-Verbundhohlisolatoren liegen die Lichtwellenleiter sicher wie in Abrahams Schoß. Mit POWERSIL® Gel C 670 haben wir für unsere Zwecke das optimale Vergussmaterial gefunden.“ Unter der Marke POWERSIL® bietet WACKER spezielle Silicone für Anwendungen in der Mittel- und Hochspannungstechnik an – neben Silicongelen unter anderem auch Elastomere und Siliconcoatings.

„Mit POWERSIL® Gel C 670 haben wir für unsere Zwecke das optimale Vergussmaterial gefunden.“

Dr. Armin Merten Entwicklungsleiter, Reinhausen Power Composites GmbH
Ein Mitarbeiter von RPC bei der Prüfung eines Isolators.

Erste Serienproduktion

Auch Reinhausen Power Composites verwendet zur Herstellung der Schirmhülle der Verbundhohlisolatoren einen Siliconkautschuk von WACKER, den zweikomponentigen Flüssigsiliconkautschuk POWERSIL® XLR® 630. Das Regensburger Unternehmen spritzt dieses dünnflüssige Silicon bei einem relativ niedrigen Druck auf das GFK-Rohr. POWERSIL® XLR® 630 wurde speziell für dieses Verfahren konzipiert, das in der Branche weit verbreitet ist.

„Mit WACKER verbindet uns weit mehr als eine einfache Lieferantenbeziehung“, erklärt Dr. Merten. „Besonders wissen wir zu schätzen, dass uns die Anwendungstechniker von WACKER SILICONES bei technischen Fragen und Problemen stets zur Seite stehen. Auch bei der Entwicklung neuer Produkte können wir uns auf eine kompetente technische Unterstützung verlassen.“

Inzwischen ist die erste Serie dieser Verbundhohlisolatoren mit integrierten Lichtwellenleitern in Betrieb: Im Rahmen eines Modernisierungsprojektes werden sie zusammen mit optischen Messwandlern in 110-Kilovolt- Schaltanlagen in Neuseeland eingesetzt. Die dort verwendeten Hohlisolatoren sind etwa 1,50 Meter hoch und haben einen Innendurchmesser von rund 15 Zentimetern.

Verbundhohlisolatoren mit integrierten Lichtwellenleitern können aber noch mehr: Die optischen Fasern der Lichtwellenleiter lassen sich auch als Sensoren für Licht und Temperatur nutzen. Weil Lichtwellenleiter also nicht nur Signale transportieren, sondern auch selbst Informationen liefern können, eignen sich die neuen Spezial-Verbundhohlisolatoren prinzipiell dazu, andere elektrische Betriebsmittel zu überwachen. Möglich wird etwa die Erkennung von Lichtbögen, die bei Störungen auftreten. So lassen sich zum Beispiel defekte Apparate identifizieren, die daraufhin automatisch abgeschaltet werden können – ein weiterer Schritt in Richtung eines Smart Grid. WACKER wird die Entwicklung auch in Zukunft mit maßgeschneiderten Siliconprodukten begleiten, denn das Anwendungspotenzial der neuen Verbundhohlisolatoren ist noch lange nicht ausgeschöpft.