Netze, die kommunizieren - Wacker Chemie AG


Netze, die kommunizieren

Immer mehr Strom stammt aus regenerativen Energiequellen. Doch weil das Aufkommen aus Wind oder Sonne je nach Wetterlage stark schwankt, müssen die Betreiber fortlaufend über den momentanen Zustand ihrer Netze informiert sein. Mit Silicongelen gefüllte und mit Lichtwellenleitern ausgestattete Verbundhohlisolatoren erleichtern den Einbau der benötigten Messapparate.

Fertige Silicon-Verbundhohlisolatoren bei der Reinhausen Power Composites GmbH.

Europas Elektrizitätsversorgung befindet sich im Wandel: Der Strommarkt ist weitgehend liberalisiert, der grenzüberschreitende Stromhandel nimmt zu und immer mehr Windkraft- und Solarstromanlagen gehen ans Netz. In Deutschland wird der Umstieg auf die erneuerbaren Energiequellen von der Bundesregierung in einem ambitionierten Energiewende-Programm vorangetrieben. Und auch in anderen Weltregionen steigt der Anteil des Stroms, der aus Wind, Sonne oder Wasserkraft gewonnen wird. So erwartet die Internationale Energieagentur (IEA), dass regenerative Energiequellen im Jahr 2050 im Nahen Osten mehr als ein Viertel der Elektrizität liefern werden, in China über 15 Prozent.

Weil Windkraftwerke und Photovoltaikanlagen wetterabhängig Strom produzieren, lassen sich Stromangebot und -nachfrage allerdings immer schwieriger ausbalancieren. Dies beeinträchtigt die Netzstabilität und damit auch die Versorgungssicherheit – die Gefahr steigt, dass die bestehenden Netze kollabieren. Im Extremfall drohen Stromausfälle.

Um eine hohe Versorgungssicherheit zu gewährleisten, greifen die Netzbetreiber steuernd und regelnd in die Stromversorgung ein. Dazu benötigen sie fortlaufend möglichst umfassende Informationen über den augenblicklichen Zustand ihrer Anlagen – und sie müssen stets auf dem Laufenden sein, was im Netz gerade passiert. „Ihr Informationsbedarf wird infolge der Energiewende weiter steigen“, prognostiziert Renate Glowacki, die bei WACKER SILICONES die anwendungstechnische Betreuung für Silicone in der Hoch- und Mittelspannungstechnik verantwortet.

„Die Netze werden in Zukunft flexibler sein, als sie es heute sind, und sie werden sich zunehmend selbst steuern und regeln können“, sagt die studierte Wirtschaftsingenieurin mit Schwerpunkt Elektrotechnik. Vordenker der Branche sprechen von einem Smart Grid, einem intelligenten Netz. Völlig dumm sind die Netze aber auch heute schon nicht mehr, zumindest nicht die Hochspannungsnetze. So ist in deren Schaltstationen Mess- und Sensortechnik installiert, die fortlaufend aktuelle Informationen liefert – zum Beispiel über die Spannung, die Stromstärke und die Netzfrequenz. Ein digitales Informations- und Kommunikationssystem wertet die gelieferten Daten aus, veranlasst gegebenenfalls selbsttätig Schaltvorgänge und leitet die Informationen an die Schaltwarte weiter. Dort können Techniker zusätzliche Maßnahmen zur Steuerung und Regelung ergreifen.