Mit Handarbeit zur Prothese - Wacker Chemie AG


Mit Handarbeit zur Prothese

Ein Blick in die Siliconwerkstatt von Ottobock, wo die Siliconplatten angefertigt werden.

Silicon ist sehr hygienisch

Andere Elastomere, wie zum Beispiel Polyurethan, sind zwar weicher und dämpfen den Druck zwischen Prothese und Stumpf stärker ab, sind aber dafür weniger hygienisch als Silicon. „Welches Material man einsetzt, kommt allerdings auf die Anforderungen des Amputierten an“, sagt Leiniger. „Jeder Mensch ist anders und deshalb muss man für den jeweiligen Patienten eine individuelle Lösung finden.“

Formstabil unter Druck oder bei Wärme

Sowohl die standardisierten Liner als auch die hochindividuellen Hand- oder Fuß-Prothesen bestehen aus hochwertigem, biokompatiblem Silicon, das besondere Reinheitskriterien erfüllt, wie Leiniger betont. Ottobock setzt dafür zweikomponentige Silicone ein, sowohl RTV-2-Silicone, die bei Raumtemperatur vernetzen, als auch hochtemperaturvernetzende HTV-Silicone, die bei Wärme aushärten. Die erste Komponente enthält zusätzlich zum eigentlichen Silicon Substanzen, die das Vernetzen der Polymere ermöglichen. Die zweite Komponente beinhaltet einen Katalysator, der die Vernetzungsreaktion anstößt und beschleunigt. „Wenn beide Komponenten zusammengegeben werden, setzt eine Vulkanisierungsreaktion ein – das Material härtet aus“, sagt Dr. Andreas Bacher, der als Anwendungstechniker bei WACKER SILICONES für Medizinprodukte zuständig ist. Die sogenannte Additionsvernetzung auf Basis von zwei Komponenten hat den Vorteil, dass beim Vulkanisieren keine hautreizenden Spaltprodukte entstehen, außerdem schrumpft das Material nicht. Einmal ausgehärtet, bleibt Silicon selbst bei erneuter Wärmezufuhr oder unter Druck stets formstabil, anders als viele andere Kunststoffe, die sich noch verformen können.

Hat das Silicon schließlich den gewünschen Hautton erreicht, wird es hier blasenfrei ausgewalzt.

Ottobock stellt seine Prothesen aus Siliconkautschuktypen der Reihen ELASTOSIL® P und SILPURAN® her, die besonders hohe Qualitätsanforderungen erfüllen. Silicone der SILPURAN®-Reihe werden speziell für medizinische Anwendungen unter sogenannten Grauraumbedingungen hergestellt und in einem Reinraum abgefüllt. Sowohl Grau- als auch Reinräume stehen unter Überdruck, damit kein Staub oder andere Verunreinigungen eindringen können Die Biokompatibilität der WACKER-Silicone wird von externen Gutachtern geprüft und nach internationalen Normen zertifiziert (ISO 10993 oder USNorm USP Class 6).