Mit Handarbeit zur Prothese - Wacker Chemie AG


Mit Handarbeit zur Prothese

Mit Siliconelastomeren von WACKER lassen sich amputierte Gliedmaßen lebensnah nachbilden. Die niedersächsische Firma Ottobock hat es darin zur Perfektion gebracht. Ihre Siliconglieder verhelfen Patienten zu neuer Lebensqualität.

Damit die Prothesen so natürlich wie möglich aussehen, gibt es sie in jedem erdenklichen Hautton. Das Silicon wird dabei nicht einheitlich eingefärbt. Mit Viskoseflocken, kleingeschnittenen Zwirnsfäden und anderen Tricks erreichen die Techniker bei Ottobock eine gewisse Dreidimensionalität.

Die Finger sind schlank und zartgliedrig gelungen. Durch den Handrücken scheinen Sehnen und Äderchen zu schimmern. Dann legt Janine Grützmann noch eine hauchdünne Schicht leicht rötlich gefärbten Silicons auf, um die typische Färbung der Gelenkknöchel noch perfekter zu imitieren. Hunderte solcher täuschend echt wirkenden Hände, Füße, Finger und Zehen entstehen Jahr für Jahr in kunstvoller Handarbeit in der Werkstatt des Prothesenherstellers Ottobock in Duderstadt – aus Silicon von WACKER. Die niedersächsische Firmengruppe mit rund 5.000 Mitarbeitern stellt außer Körperprothesen auch Orthopädieartikel und Rollstühle her und gehört zu den Hauptsponsoren der Paralympics, der Olympischen Spiele für körperlich beeinträchtigte Sportler.

Handwerk und Kunst

Zwei bis drei Hände modelliert die gelernte Zahntechnikerin Grützmann pro Woche aus dem knetmassenartigen Silicon. Eine Kunst, die 1995 von einem belgischen Zahntechniker entwickelt wurde und für die es keine spezielle Ausbildung gibt. Grützmann lernte ihr Handwerk direkt bei Ottobock – Schritt für Schritt: „Man fängt mit einzelnen Fingern an, dann wagt man sich an Hände und irgendwann auch an ganze Arme heran.“ Zunächst wird ein Abdruck vom Stumpf und von der intakten Hand des Patienten genommen. Dann wird ein Klumpen hautfarbene Siliconkautschukmasse an den Stumpfabdruck angesetzt und anhand der Vorlage ein Imitat modelliert. „Man schneidet weg, was man nicht braucht“, sagt die Ottobock-Mitarbeiterin, „bis allmählich Finger und Handballen Form annehmen.“

„Wir nutzen die Transparenz des Materials aus, um die Lichtdurchlässigkeit der Haut nachzuahmen.“

Andreas Leiniger Leiter Siliconabteilung, Ottobock
  • Im Reinraum kontrolliert WACKER-Mitarbeiter Franz Damoser den Siliconkautschukblock, bevor dieser an den Kunden geliefert wird.

  • Im Reinraum kontrolliert WACKER-Mitarbeiter Franz Damoser den Siliconkautschukblock, bevor dieser an den Kunden geliefert wird.

  • In der Werkstatt von Ottobock wird der Siliconblock dann zunächst flach ausgewalzt.

  • Anschließend werden die einzelnen Farbkomponenten exakt abgewogen und auf das noch farblose Silicon gegeben.

  • Anschließend werden die einzelnen Farbkomponenten exakt abgewogen und auf das noch farblose Silicon gegeben.

  • Alle Komponenten werden dann auf der Walze so lange miteinander vermischt, bis die Siliconplatte den zuvor definierten Hautton erreicht hat.