Manche mögen’s weich - Wacker Chemie AG


Manche mögen’s weich

Mehr Tragekomfort gewünscht

Weichspüler wurden vor etwa einem halben Jahrhundert auf den Markt gebracht. Neben den gestiegenen Ansprüchen der Verbraucher an den Tragekomfort ihrer Wäsche spielte hierfür eine Rolle, dass die Hersteller seit Ende der 1950er-Jahre die Formulierung ihrer Waschmittel veränderten. Die bis dahin verwendete Seife wurde durch anionische und nichtionische Tenside ersetzt. Diese sind zwar sehr leistungsfähig, aber im Gegensatz zur Seife hinterlassen sie keine Kalkseife und keine unverseiften Fettreste auf den Fasern. Die Textilien werden sehr sauber, bleiben aber hart und kratzen. Gewissermaßen als „Ausgleich“ muss das Weichspülmittel dann kationische Tenside enthalten.

Weichspülmittel werden erst im letzten Spülgang zugesetzt. Sie sollen der Wäsche nicht nur den von Verbrauchern geschätzten Weichgriff und den erhöhten Tragekomfort verleihen, sondern erfüllen auch eine Vielzahl anderer Aufgaben: Duftstoffe verleihen den Textilien einen frischen Geruch. Darüber hinaus sorgen Weichspüler für eine geringere Reibung zwischen den Textilfasern, schonen so das Gewebe beim Schleudergang und verleihen dem Textil einen Knitterschutz. Bei Kunstfasern verringern sie zudem die elektrostatische Aufladung. Auch die Reibung zwischen den Fasern und dem Metall des Bügeleisens wird vermindert, sodass der Bügelvorgang beschleunigt wird und weniger Energieeinsatz erforderlich ist.

Biologisch leichter spaltbar

In den 1990er-Jahren wurde als kationisches Tensid und Hauptwirkstoff für Weichspüler häufig Distearyl-Dimethyl-Ammoniumchlorid (DSDMAC) verwendet. Der Wirkstoff ist jedoch biologisch schlecht abbaubar. Dieser Nachteil wurde durch die Entwicklung der heute weit verbreiteten sogenannten Esterquats überwunden. Sie basieren auf quaternären Triethanol-Methyl-Ammonium- oder Diethanol-Dimethyl-Ammonium-Verbindungen, bei denen die langkettigen Fettsäuren über biologisch leichter spaltbare Esterbindungen gebunden sind.

Die Entwicklung der Weichspüler ist damit aber nicht zu Ende: „Die Hersteller suchen heute nach neuen Inhaltsstoffen, um die bisherigen Formulierungen leistungsfähiger auszurüsten und ihnen noch größere Vorteile für die Verbraucher zu verleihen“, erklärt Patrik Fransehn, Leiter des Business Teams Care & Coatings bei WACKER SILICONES. Lange bekannt sind die weichmachenden Eigenschaften von Siliconen, die in Form von Siliconölemulsionen zur Textilveredelung zum Einsatz kommen. Mit WACKER® FC 218 ist jetzt eine neue Makroemulsion eines Amino-funktionalisierten Silicones aus der Fabric-Care-Linie von WACKER auf den Markt gekommen, die Weichspülmitteln vorteilhafte Eigenschaften verleiht.

„Insbesondere Esterquats und Silicone harmonieren gut miteinander und ergänzen beziehungsweise verstärken sich sogar in ihren Eigenschaften.“

Dr. Richard Becker WACKER SILICONES

Protonierte Amino-funktionalisierte Silicone sind wegen ihrer positiven Ladung in der Lage, dank der elektrostatischen Wechselwirkung auf der Textilfaser zu deponieren. „Auf diese Weise wird das Siliconmolekül an der Faser verankert, wobei Schlaufen nach außen weisen, die aus dem Si-O-Si-Rückgrat bestehen“, erklärt Dr. Richard Becker, Leiter eines anwendungstechnischen Labors für Household Care bei WACKER SILICONES in Burghausen. „Da dieses Rückgrat hoch flexibel ist, können die Fasern leicht aneinander vorbei gleiten. Die Reibung zwischen den Fasern sowie zwischen Fasern und Haut oder der Metalloberfläche eines Bügeleisens wird verringert.“