Kratzfest und kostengünstig - Wacker Chemie AG


Kratzfest und kostengünstig

Die WACKER-Chemiker Dr. Klaus Pohmer und Dr. Michael Geck sowie Entwicklungsingenieur Oliver Fuhrmann (v. l.) demonstrieren an einer Innenraumverkleidung, wie Siliconadditive die Kratzfestigkeit des Kunststoffs erhöhen.

Die Ergebnisse dieser und weiterer Prüfungen zeigen: GENIOPLAST® Pellet S verringert die Oberflächenreibung des Kunststoffs und verbessert dadurch die Kratz- und Abriebbeständigkeit. Dies geht zudem nicht auf Kosten der mechanischen Eigenschaften des Kunststoffs. „Im Gegenteil: Die Zugfestigkeit und die Steifigkeit werden sogar besser“, berichtet Dr. Klaus Pohmer, der bei WACKER SILICONES das Business Development Performance Silicones leitet. Auch hätten die Tests gezeigt, dass der modifizierte Kunststoff nicht klebrig werde, wenn er ultraviolettem Licht ausgesetzt sei. Daher fühlen sich Interieur-Bauteile aus modifiziertem Polypropylen auch nach intensiver Sonneneinstrahlung noch gut an.

Im Fogging-Test schnitt GENIOPLAST® Pellet S – wie auch die beiden siliconbasierten Vergleichsprodukte – sehr gut ab, während das organische Additiv hier deutliche Schwächen zeigte. Im Unterschied zum organischen Additiv migriert das langkettige Silicon nicht aus dem Kunststoff aus, auch nicht bei höheren Temperaturen. Unangenehme Gerüche und Ausblühungen des Wirkstoffs sowie seine lästigen Beläge auf der Windschutzscheibe gehören mit dem WACKER -Produkt endgültig der Vergangenheit an.

„Die Herausforderung war, ein ultrahochmolekulares Silicon in eine leicht zu verabreichende, feste Darreichungsform zu überführen.“

Dr. Michael Geck Anwendungstechnik

Crockmeter-Test

Im Crockmeter-Test wischt ein Prüfkopf, der mit einem Baumwolltuch überzogen ist, viele Male an der gleichen Stelle mit einer bestimmten Kraft über eine Prüfplatte aus dem zu testenden Kunststoff. Wie oft der Prüfkopf beim Test hin und her fährt und mit welcher Kraft er aufdrückt, lässt sich am Prüfgerät einstellen. Die Prüfplatte wird anschließend visuell beurteilt. Ist die Oberfläche einer dunklen Prüfplatte sehr empfindlich gegen das wiederholte Reiben, ist die beanspruchte Fläche aufgehellt; ist sie unempfindlich, sieht sie unverändert aus. Als Prüfgerät wird der Lineartester 249 von Erichsen eingesetzt. In diesem Test schnitten die Prüfplatten aus dem mit GENIOPLAST® Pellet S modifizierten Kunststoff am besten ab, die Prüfplatten mit dem organischen Vergleichsprodukt am schlechtesten.

„Weil Kunststoffoberflächen mit unserem Additiv deutlich kratz- und abriebbeständiger werden, sehen sie im Fahrzeuginnenraum auch nach längerer intensiver Nutzung noch fast wie neu aus“, resümiert Dr. Pohmer. „Autohersteller können somit auf einfache Weise und kostengünstig ihre Wertschöpfung bei Interieur-Teilen verbessern.“ Inzwischen sind im Interieur von Autos etlicher Hersteller Bauteile zu finden, die aus talkgefülltem, mit GENIOPLAST® Pellet S modifiziertem Polypropylen bestehen. Vorreiter sind europäische – vor allem deutsche – und südkoreanische Autohersteller. Aber auch in der US-amerikanischen Autoindustrie treffen die Silicon-Pellets auf wachsendes Interesse.