Biopolymere - Gut in Form - Wacker Chemie AG


Biopolymere - Gut in Form

Biopolyester aus nachwachsenden Rohstoffen lassen sich in vielen Fällen deutlich schlechter verarbeiten als herkömmliche, auf Erdöl basierende Kunststoffe. Durch Zugabe des Bindemittels VINNEX® können Biopolyester jetzt wie handelsübliche Thermoplaste verarbeitet werden.

Stärkebasiertes Polymergranulat mit VINNEX® ist der Ausgangsstoff für eine Vielzahl von Produkten aus biologisch abbaubarem Kunststoff.

Kunststoffe bestehen im Wesentlichen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Der Kohlenstoff in den Polymerketten kann dabei aus Erdöl stammen. Oder aus nachwachsenden Rohstoffen. Werden Polymere nicht aus dem zunehmend knapper und teurer werdenden Erdöl hergestellt, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen wie Stärke oder Cellulose, spricht man von Biopolymeren. Diese gelten als vielversprechende und nachhaltige Alternative zu erdölbasierten Rohstoffen: Das Ausgangsmaterial ist im Prinzip unbegrenzt verfügbar, und die biopolyesterbasierten Kunststoffe sind zudem umweltverträglich, da sie sich im Lauf der Zeit selbst abbauen. Experten schätzen, dass Biopolymere künftig bis zu 90 Prozent aller herkömmlichen Kunststoffe ersetzen könnten. Bislang führten Biopolymere jedoch gegenüber der herkömmlichen petrochemischen Konkurrenz ein Nischendasein. Im Jahr 2011 wurde laut einer Studie des Branchenverbands European Bioplastics und der Universität Hannover weltweit gerade 1,2 Millionen Tonnen produziert – dies entspricht weniger als einem Prozent der weltweiten Kunststoffproduktion. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Oft entsprechen die Materialeigenschaften von Biokunststoffen noch nicht den Eigenschaften von vergleichbaren konventionellenKunststoffen, sie sind meist noch teurer und mit den etablierten Prozessen der Industrie schwieriger zu verarbeiten.

Allerdings arbeiten die chemische und kunststoffverarbeitende Industrie sowie Forschungsinstitute intensiv an der Entwicklung neuer und verbesserter Biokunststoffe – die Forschungsdynamik schlägt sich in einem überdurchschnittlichen Marktwachstum nieder: Bis 2016 sollen sich die Produktionskapazitäten für Biopolymere verfünffachen – auf weltweit 6 Millionen Tonnen.

„Unternehmen arbeiten an Neuerungen, mit denen die Eigenschaften von bestehenden Biopolymeren verbessert werden können, und ihre Erfindungen dürften die Art, wie Kunststoffe in Verpackungsanwendungen verwendet werden, stark verändern.“

Sujatha Vijayan Research Analyst, Frost & Sullivan