Harte Schale, clevere Idee - Wacker Chemie AG


Harte Schale, clevere Idee

Rosen, Blumenzwiebeln, Mangos, Avocados oder Papayas verderben häufig beim langen Transport aus ihren tropischen Anbaugebieten nach Europa oder Nordamerika. Die junge holländische Firma Liquidseal hat auf Basis von VAE-Dispersionen eine Beschichtung entwickelt, die den Stoffwechsel des Ernteguts hemmt –und damit dessen Lagerfähigkeit steigert.

Die Geschäftsidee, die Lebensdauer von Obst, Gemüse, Schnittblumen und Blumenzwiebeln mit einer Kunststoffdispersion zu verlängern, kam den Nachbarn E.R. van den Berg und Victor Monster aus dem holländischen Leiden auf einer sommerlichen Gartenparty – beim Grillen. „Wir haben die Luftklappe des Grills immer wieder geöffnet und geschlossen und so die Sauerstoffzufuhr reguliert“, erzählt E.R. van den Berg, CEO der jungen Firma Liquidseal. „Und wenn kein Sauerstoff an die Holzkohle kam, dann ging die Flamme runter“, ergänzt sein Kollege Victor Monster. „Die Kohle brannte nicht mehr, sie verging also nicht.“

Heimat der Tulpenzwiebel

Mangoplantagen in Thailand: Wegen ihrer dicken Schale, die nicht verwertet wird, sind diese Tropenfrüchte besonders gut für eine Behandlung mit Liquidseal geeignet.

Dasselbe Prinzip müsste auch für andere organische Substanzen anwendbar sein, war der Gedanke der beiden Nachbarn. Wird die Sauerstoffzufuhr zu Obst, Gemüse oder Blumen nach der Ernte verhindert oder erschwert, verlangsamt dies den Stoffwechsel – die Lebensdauer der behandelten Produkte müsste also deutlich steigen. Leiden ist nicht nur die Heimatstadt der zwei Unternehmensgründer, sondern war auch die Wirkungsstätte des großen Botanikers Carolus Clusius. Der holländische Wissenschaftler hatte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts viel für die Einführung der Kartoffel und der Tulpe in Mitteleuropa getan. Bis heute gehört die Region um Leiden und Utrecht, mit ihren intensiv bewirtschafteten Feldern und Gewächshausgürteln, zu den weltgrößten Produzenten von Tulpen- und Lilienzwiebeln.

„30% der Mangofrüchte verderben beim Transport, so die Faustregel.“