Ein Handschuh aus dem 3D-Drucker - Wacker Chemie AG


Ein Handschuh aus dem 3D-Drucker

Das Start-up Formhand entwickelte einen Robotergreifer, der die Automatisierungstechnik revolutionieren will – mit einer elastischen Greifhand aus Silicon, die mit der ACEO® 3D-Technologie gefertigt wurde.

Auf dem ACEO®-Campus von WACKER in Burghausen ist es fast komplett still – nur aus einem Kasten von der Größe eines Kopierers ertönt ein Summen. Dieser summende Kasten ist der erste industrielle 3D-Drucker für Silicone, der von WACKER-Ingenieuren entwickelt wurde. Seither verwandelt er kluge Ideen in etwas Anfassbares – so wie die Siliconkappe von Holger Kunz, die bisher nur auf einem USB-Stick existiert.

„Viele Designer und Konstrukteure denken noch in alten Mustern. Was mit den herkömmlichen Mitteln bisher nicht oder nur mit sehr großem Aufwand möglich war, wurde schlichtweg nicht entworfen.“

Dr. Vera Seitz Maschinenbauingenieurin

Die Idee kam beim Feierabendbier

Dieses unscheinbare Teil soll etwa daumengroß sein, geformt wie eine zylindrische Tasche, oben geschlossen, unten offen und innen hohl. So unspektakulär es auch aussehen mag, ist es doch das Ergebnis jahrelanger Tüftelei, harter Arbeit und einer gehörigen Portion Mut. Denn Anfang des Jahres haben der Maschinenbauer und sein Team um ihre Idee das Start-up-Unternehmen Formhand gegründet.

„Angefangen hat alles vor sieben Jahren – ganz klassisch bei einem Bier“, berichtet Holger Kunz. „Ich erzählte meinem Mitgründer Christian Löchte an dem Abend von dem bis dato ungelösten Problem, einen Roboter-Greifer zu entwickeln, der ganz dünnen Stoff fassen kann. Erst scherzten wir rum, aber dabei ist dann die Idee für Formhand entstanden.“

Diese ist so einfach wie genial. „Jedes Kind kennt das Prinzip von zu Hause: Wenn man mit dem Staubsauger einen Ball ansaugt, kann man ihn von A nach B transportieren. Das Herzstück von Formhand ist zusätzlich ein mit Granulat gefülltes Kissen vor dem ‚Staubsauger‘, das sich durch den Unterdruck verformt und so an unterschiedlichste Geometrien anpasst“, erklärt Holger Kunz.