Gemeinsam sind sie stärker - Wacker Chemie AG


Gemeinsam sind sie stärker

Vielfältige Wirkungen

Dr. Georg Wolz, Facharzt für Allgemeinmedizin und Ernährungsmedizin vom gleichnamigen Hersteller für Nahrungsergänzungsmittel über die gesundheitsfördernden Effekte von Cucurmin – und die Herausforderung, dessen Bioverfügbarkeit zu verbessern.

„Nicht zuletzt wegen seiner antientzündlichen und antioxidativen Wirkungen hilft Curcumin, verborgene Entzündungsprozesse in Schach zu halten.“

Dr. Georg Wolz Geschäftsführer

Curcumin ist als gesundheitsförderndes Mittel seit Jahrhunderten bekannt. Wann wurde es von den Herstellern von Nahrungsmittelzusatzstoffen quasi „wiederentdeckt“?

Dr. Georg Wolz: Ende der 1990er-Jahre gab es einen regelrechten „Vitamin-Boom“, es wurde die zusätzliche Einnahme von Vitaminen propagiert, teilweise in sehr hohen Dosierungen. Die Hoffnungen, die man in Vitamine gesetzt hatte, haben sich jedoch nicht erfüllt. Heute weiß man, dass das, was Obst, Gemüse und Kräuter so gesund macht, die sekundären Pflanzenstoffe sind. Ob Lycopin aus der Tomate, Anthocyane aus roten Beeren, Catechine aus Grünem Tee, Resveratrol aus Trauben, Glucoraphanin aus Brokkoli usw. – und eben das Curcumin aus der Curcuma-Wurzel.

Welche gesundheitsförderlichen Wirkungen hat Curcumin?

Eine Vielzahl von Studien – allein seit 2010 sind es über 3000! – hat gezeigt, dass Curcumin ein hochpleiotropes Molekül ist, also die unterschiedlichsten Wirkungen hat. Zugeschrieben werden Curcumin vor allem gallentreibende, antioxidative, antiseptische, schmerzlindernde, antithrombotische, antiproliferative, zytotoxische, antitumorale, immunmodulierende, antivirale und insbesondere antiinflammatorische Eigenschaften. Zu den hauptsächlichen Einsatzgebieten zählen daher vor allem alle Arten von Entzündungen wie Arthritis.

Für Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln stellt sich immer wieder die Herausforderung, die mangelhafte Bioverfügbarkeit von Curcumin zu verbessern. Was hat Dr. Wolz davon überzeugt, sich anstelle der alternativen Technologien für CAVACURMIN® von WACKER zu entscheiden?

Zur Verbesserung der Bioverfügbarkeit wurde Curcumin bisher vor allem mit dem Alkaloid Piperin kombiniert. Zwar steigt die Blutkonzentration daraufhin an, hält aber nur eine Stunde an und sinkt dann schnell auf den ursprünglichen Wert. Zudem ist Piperin ein sogenannter „Bio-Enhancer“, der durch die Hemmung oder Stimulierung auch die Wirkung von Medikamenten beeinflussen kann. Außerdem reizt er die Magenschleimhaut. Auch die Erhöhung der Bioverfügbarkeit des Curcumins mithilfe von sogenannten Polysorbaten wird von vielen Seiten kritisch gesehen, das dies bei mehr als der Hälfte der Probanden zu Übelkeit und anderen Nebenwirkungen führte. Vor diesem Hintergrund ist auf Basis der bisher vorliegenden Studien CAVACURMIN® von WACKER die beste Lösung zur Erhöhung der Bioverfügbarkeit.

Soll die Einnahme vorbeugend dauerhaft oder während akuter Erkrankungen für eine bestimmte Zeit erfolgen?

Sowohl als auch. Wer eine der oben genannten Indikationen hat (wie z. B. eine entzündliche Erkrankung), sollte überlegen, Curcumin ergänzend einzunehmen. Aber Curcumin hat auch viele positive Wirkungen in der Prävention. So gibt es viele Studien, die neuroprotektive Effekte zeigen. Daher kann eine regelmäßige Einnahme von Curcumin gegebenfalls helfen, z. B. das Demenzrisiko mindern. Auch wegen des Einfluss’ von Curcumin auf allen Stadien der Krebsentstehung kann dieser Naturstoff einen Beitrag zur Krebsprävention leisten. Nicht zuletzt wegen seiner antientzündlichen und antioxidativen Wirkungen hilft Curcumin, die tückische Silent inflammation im Schach zu halten, also verborgende Entzündungsprozesse im Körper, die wir erst dann wahrnehmen, wenn sie sich in einer Erkrankung manifestiert haben.

Was gibt es bei der Einnahme von Curcumin zu beachten?

Curcumin ist sehr gut verträglich. Lediglich bei empfindlichen Menschen kann es zu leichter Übelkeit oder Durchfall kommen. Auch nach einmaliger Gabe von hohen Dosen konnten keine gravierenden Nebenwirkungen festgestellt werden. Die Einnahme von extrem hohen Dosen über längere Zeiträume sollte allerdings vermieden werden, um Schäden an der Leber zu vermeiden. Zudem sollte Curcumin nicht von Schwangeren, bei Gallenverschluss und bei Gallensteinen angewandt werden. Wegen der Wirkung auf die Thrombozyten sollte auch eine Einnahme zusammen mit Blutverdünnern (wie Acetylsalicylsäure) mit dem Arzt abgesprochen werden. Positive synergistische Wirkungen des Curcumins konnten mit anderen sekundären Pflanzenstoffen wie Catechinen (z. B. bekannt aus Grüntee), Quercetin, Genistein sowie Resveratrol (z. B. bekannt aus Rotwein) nachgewiesen werden.