Schutz vorm Überschäumen - Wacker Chemie AG


Schutz vorm Überschäumen

Der enorm hohe Wasserverbrauch, der bei der Handwäsche nötig ist, um den Schaum aus der Wäsche zu entfernen, ist ein großes Umweltproblem.

Die hydrophilen Enden der Tensidmoleküle ragen dabei in das Wasser, die hydrophoben Enden hingegen in die Luft, wodurch ein Lufteinschluss entsteht. Im Wasser ordnen sich die einzelnen Tensidmoleküle in kleine kugelförmige Aggregate, also Blasen, an, mit dem polaren, hydrophilen Ende nach außen und dem hydrophoben Ende nach innen. Dies kennen wir als Schaum.

Auch wenn Verbraucher Schaum gemeinhin mit Sauberkeit verbinden, so hat er dennoch einige Nachteile: Zu viel Schaum kann die Waschmaschine zum Überlaufen bringen.

Unerlässliches Additiv

Wirkweise von Siliconentschäumern: Der Entschäumer spreitet über die gesamte Oberfläche der Schaumlamelle, dadurch sinkt die Oberflächenspannung und die Schaumblase platzt.

Deshalb werden Waschmitteln Entschäumer zugesetzt, die ein übermäßiges Schäumen verhindern. Antischaummittel sind als Prozesshilfe in Maschinenwaschpulver unverzichtbar. 2016 setzte die Entschäumerindustrie weltweit drei Milliarden US-Dollar um, Tendenz steigend. Die größten Zuwächse verzeichnen aufstrebende Regionen wie China, Indien, aber auch Japan und Lateinamerika. Neben wasser- und ölbasierten Produkten sowie Polyethylen-Oxid- und Polypropylen- Oxid-Copolymeren zählen Silicone mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent zu den wichtigsten Entschäumertechnologien.

In großen Teilen Afrikas und Asiens kommt Wasser nicht aus dem Hausanschluss, sondern muss an zentralen Brunnen oder Wasserläufen mit Eimern geholt werden.

WACKER hat nun einen Entschäumer entwickelt, der das Ausspülen der Wäsche per Hand wesentlich erleichtert und den Wasserverbrauch deutlich reduziert. SILFOAM® SD 9019 ist ein Antischaumpulver, das in Wasser beziehungsweise stark polaren Systemen feinteilig dispergiert. Das Besondere an dem neuen Entschäumer ist seine Delayed-Defoamer-Technologie, deren schaumhemmende Wirkung erst verzögert eintritt. Denn im Gegensatz zur Maschinenwäsche, wo der Entschäumer von Anfang ein Überschäumen der Waschlauge verhindert, wirkt SILFOAM® SD 9019 erst, wenn der pH-Wert in der Waschlauge sinkt. Dies ist bei der Handwäsche typischerweise dann der Fall, wenn die Waschlauge verdünnt, also gespült wird. Mit der einsetzenden Wirkung des Entschäumers fällt der Schaum sofort in sich zusammen.

„50 % der Weltbevölkerung wäscht ihre Wäsche noch immer in schweißtreibender Handarbeit.“