Zeitenwandel - Wacker Chemie AG


Zeitenwandel

Pariser Bildhauer und Industriedesigner Alainpers schafft LED-Objekte, die mit Lichteffekten die Zeit erlebbar machen. Silicon spielt in seiner Arbeit eine diskrete, aber unerlässliche Rolle.

Kein einziges Tick-Tack ist zu hören und doch hängen in dem kleinen Studio von Alain Persouyre rund ein halbes Dutzend Uhren. Die Zeitmesser sind nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Minuten- oder Stundenzeiger sucht man vergebens. Stattdessen leuchtet oder blinkt es an den Wänden. Gläserne Kreise schweben von der Decke und füllen sich peu à peu mit blauen Lichtern. Über eines von vier quadratischen, monochromen Bildern, die an der Wand hängen, huscht plötzlich ein Lichtstrahl. Er vergeht so schnell und unerwartet, wie er gekommen ist.

„Das war eine Sekunde. Die Bilder gehören zu einer Serie. Zusammen bilden auch sie eine Wanduhr“, sagt der 56-jährige Künstler, der bei seiner Arbeit seinen Künstlernamen Alainpers benutzt, grinsend und blickt sich in seinem eigenen Büro um. „Das ist hier mein kleines Universum. Die Zeit hat mich schon immer fasziniert. Mein Ziel ist, sie anders zu zeigen als man es normalerweise gewohnt ist.“

Alain Persouyre in seinem Atelier: Der 56-jährige Lichtkünstler ist eigentlich Elektroingenieur und kam über das Industriedesign zur Kunst.

Ganz in diesem Sinne sehen seine Zeitmesser entweder aus wie Skulpturen, architektonische Installationen oder wie zeitgenössische Kunstwerke. Gleich sein erstes großes Projekt brach mit allen herkömmlichen Vorstellungen einer Uhr: Alainpers verband drei, übereinander gelagerten Glaskugeln miteinander und setzte sie in die Mitte eines drehbaren Inox-Kreises. Blau gefärbtes Wasser tröpfelt – ähnlich einer antiken griechischen Klepsydra, einer Wasseruhr – von dem oberen Behälter bis in den untersten. Ist die Stunde voll, dreht sich die Glaskugelformation automatisch um und beginnt vom Neuen. Das Ganze ist mit einer Leuchtdioden-Anzeige synchronisiert, die in die gemauerte Halterung eingearbeitet ist und dort jeweils die vollen Stunden anzeigt. Die über drei Meter große Zeitanzeige steht heute im Eingang eines Gymnasiums in Rueil-Malmaison, einem Vorort südwestlich von Paris.