Vom Instantkaffee zum Hightechpulver - Wacker Chemie AG


Vom Instantkaffee zum Hightechpulver

Von der Idee zum Weltprodukt

Im Jahr 1969 produzierte WACKER 1490 Tonnen Dispersionspulver. Zehn Jahre zuvor waren es nur 19 Tonnen.

1953 wurde ein erstes Anwendungspatent angemeldet. Bis zum funktionierenden Produkt war jedoch viel Entwicklungsarbeit notwendig. Nach einigen Versuchen gelang schließlich die sogenannte Sprühtrocknung: Dabei wird die Dispersion als feiner Nebel in den Sprühturm gesprüht; hohe Temperaturen sorgen dort dafür, dass der flüssige Anteil verdampft und pulverförmige Polymerteilchen übrigbleiben. Nach der Laborarbeit startete 1957 ein kleiner Düsentrockner im WACKER-Werk Burghausen mit der erfolgreichen Produktion erster Pulvermengen.

Die Kunden waren schnell überzeugt von dem neuen Wunderpulver. Es erhöht die Haftzugfestigkeit auf vielen Untergründen, die Haltbarkeit und Abriebbeständigkeit sowie die Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und Luftverschmutzung. Außerdem lässt sich modifizierter Mörtel schneller und leichter verarbeiten, denn Dispersionspulver optimieren beispielsweise das Standvermögen und die offene Zeit, also die Zeit zum Verarbeiten des Mörtels.

„Unser Spektrum ist so vielfältig – die Innovationspotenziale sind auch nach 60 Jahren noch längst nicht ausgeschöpft.“

Andreas Collignon Leiter des Dispersionspulvergeschäfts bei WACKER

Mit diesen Vorteilen hat Dispersionspulver von WACKER bald die Baubranche revolutioniert. Denn die auf Vinylacetat und Ethylen basierenden Bindemittel machten zahlreiche moderne Bauanwendungen wie Wärmedämmverbundsysteme, Dünnbettmörtel oder Leichtbaustoffe erst möglich. So brachten die feinen weißen Pulver beispielweise auch die Wende beim Fliesen legen: Anstatt Fliesen in einen dicken Mörtelbelag (Dickbettverfahren) zu klopfen, genügt heute dank Dispersionspulvern im Fliesenkleber eine hauchdünne Mörtelschicht. Handwerker erreichen damit eine höhere Produktivität bei geringerer Fehleranfälligkeit und besserer Qualität. Außerdem ist der Materialaufwand beim Dünnbettverfahren um ein Drittel oder sogar die Hälfte geringer und schont auch damit Umwelt und Ressourcen.

Maßgeschneiderte Qualität

Vinylacetat-Dispersionen in Pulverform – eine Idee, die die Baustoffbranche weltweit revolutionierte.

Seit den 70er-Jahren wurden die Dispersionspulver immer stärker auf die speziellen Bedürfnisse der Anwender um den Globus zugeschnitten. Es kamen weichere und härtere, hydrophobe und hydrophile sowie hitze- und frostbeständige Typen dazu. Mit Hilfe von Dispersionspulvern und Zusatzstoffen können zementäre Systeme wie Fugenmörtel oder Fliesenkleber exakt eingestellt werden: ob für innen oder außen, für glatten oder unebenen Untergrund, für Steinzeugfliesen auf Gipsplatten oder Porzellanfliesen auf Holz.

Um auch kostensensible Märkte bedienen zu können, hat WACKER in den letzten Jahren auch vermehrt „Allrounder“ entwickelt, die für eine Vielzahl an Trockenmörtelmischungen, von zementären Fliesenklebern und Putzen über Selbstverlaufsmassen bis hin zu Wärmedämmverbundsystemen, geeignet sind.

„Wir arbeiten stetig daran, unsere Bauchemikalien an die veränderten Bedingungen der Baubranche anzupassen“, verspricht Andreas Collignon, Leiter des Baupolymerbereichs bei WACKER. „Dispersionspulver von WACKER hat in den letzten 60 Jahren die Baubranche revolutioniert und wird auch weiterhin ein wichtiger Baustein sein, um auf der einen Seite kostbare Ressourcen zu sparen und auf der anderen Seite die Qualität und Effizienz am Bau zu steigern.“