Grenzen erweitern für Biokunststoffe - Wacker Chemie AG


Grenzen erweitern für Biokunststoffe

Mit der Produktreihe VINNEX® bietet WACKER vielseitig einsetzbare polymere Additive, um die Materialeigenschaften und die Verarbeitbarkeit von Biokunststoffen zu verbessern – und macht sie damit konkurrenzfähig gegenüber klassischen Kunststoffen.

Bioplastik-Granulat aus VINNEX® und Polymilchsäure: Wegen seiner hohen Transparenz eignet sich dieser Werkstoff für die Herstellung von Folien und Blisterverpackungen.

Seit die Berichte über die katastrophale Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll zunehmen, sind Lebensmittelverpackungen und Tragetaschen aus Kunststoff in die Defensive geraten: So geben rund 240 deutsche Handelsunternehmen, darunter die meisten großen Ketten, seit dem 1. Juli letzten Jahres Plastiktüten nicht mehr kostenlos an den Kunden ab. Mit dieser Selbstverpflichtung, die dem Beispiel Irlands folgt, wollen die Einzelhändler dazu beitragen, das Aufkommen an Kunststoffabfällen zu reduzieren.

Sichtverpackung (Blister) aus einem Compound von VINNEX® und Polymilchsäure: Das Beispiel zeigt, wie sich die Abbildung der Grundform bei gleichmäßiger Wanddickenverteilung realisieren lässt.

Zudem werden die meisten Lebensmittelverpackungen und Plastiktüten immer noch aus Erdöl hergestellt – dieser fossile Rohstoff ist zwar derzeit günstig verfügbar, unterliegt aber starken Schwankungen des Rohölpreises und seine Vorkommen sind endlich.

„Biokunststoffe können dem Markt eine Alternative bieten, weil sie auf der Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden, die im Gegensatz zu Erdöl dauerhaft verfügbar sind und eine bessere Ökobilanz aufweisen“, erklärt Dr. Marcus Pfaadt, Leiter Marktsegment Bioplastics und Business Development Manager bei WACKER BIOSOLUTIONS. Entsprechend stark wächst die weltweite Produktion von Biopolymeren mit einer Rate von etwa 20 Prozent im Jahr. Experten vom nova-Institut schätzen, dass die globalen Produktionskapazitäten von Biokunststoffen bis 2018 auf mehr als 6,7 Millionen Tonnen ansteigen könnten.

Biokunststoffe

Biokunststoffe, auch biobasierte Kunststoffe oder Biopolymere genannt, können zu einem wesentlichen Anteil oder ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und/oder biologisch abbaubar sein.

Es stehen mittlerweile verschiedene technisch anspruchsvolle Materialien zur Verfügung, die petrochemische Vergleichsprodukte ersetzen können. Das ist insbesondere der Fall bei denjenigen Biokunststoffen, deren chemische Struktur mit denen herkömmlicher petrobasierter Kunststoffe identisch ist: Bio-PE (Polyethylen) und Bio-PET (Polyethylenterephthalat; bisher nur teilweise biobasiert verfügbar) gehören dazu. Diese sogenannten Drop-in-Lösungen übernehmen weitgehend die Herstellungsverfahren der petrochemischen Industrie.

Bei anderen Biokunststoffen, wie PLA (Polylactid = Polymilchsäure), PHA (Polyhydroxyalkanoat) oder TPS (Thermoplastische Stärke), weichen die „Baupläne“ von denen petrobasierter Kunststoffe ab.

Eine eventuelle biologische Abbaubarkeit oder Kompostierbarkeit sowie der biobasierte Anteil sind keine zwingenden Kriterien für einen Biokunststoff.

Quelle: Fachagentur nachwachsende Rohstoffe

Vor allem im Verpackungsbereich können Biokunststoffe einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten. Das haben viele Branchen erkannt, denn immerhin fließen bereits 80 Prozent der produzierten Biokunststoffe in Verpackungen. Ob Tragetaschen, Blisterverpackungen, thermogeformte Einleger für Pralinen, Schalen für Obst und Gemüse oder Folien – Biokunststoffe umfassen mittlerweile ein breites Produktspektrum. Zudem haben sich ihre Materialeigenschaften und die Verarbeitbarkeit – lange Zeit kritische Punkte bei Biopolymeren – in den letzten Jahren deutlich verbessert, so dass sie mittlerweile viele klassische Kunststoffe ersetzen können.