High-Tech zwischen grünen Hügeln - Wacker Chemie AG


High-Tech zwischen grünen Hügeln

Mitte April hat das neue Polysiliciumwerk im US-Bundesstaat Tennessee offiziell den Betrieb aufgenommen. Es ist die bislang größte Einzelinvestition in der über 100-jährigen Geschichte von WACKER – und ein Bekenntnis zur Schlüsselregion Nordamerika.

An der offiziellen Ribbon-Cutting-Zeremonie nahmen unter anderem der Gouverneur des Staates Tennessee, Bill Haslam (9. v. l.), und die beiden US-Senatoren Lamar Alexander (8. v. l.) und Bob Corker (12. v. l.) teil. Rechts neben Bill Haslam: Dr. Peter-Alexander Wacker (10. v. l.), Aufsichtsratsvorsitzender der Wacker Chemie AG, und Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Staudigl (11. v. l.).

Wer die kurvenreichen Landstraßen im Osten Tennessees entlangfährt, vorbei an typisch amerikanischen Farmen mit ihren großen runden Silos, erwartet kaum eine Industrieanlage in diesen Dimensionen. Wo sich der Hiwassee River durch eine grüne Hügellandschaft schlängelt und das Städtchen Charleston mit seinen offiziell 651 Einwohnern liegt, ragt unvermittelt das neueste Werk der Wacker Chemie AG auf.

Eine Reihe von Destillationskolonnen, einige Dutzende Meter hoch, blitzt in der Sonne, eingerahmt von einem siebenstöckigen Gebäude zur Herstellung von Trichlorsilan und einer Abscheidehalle. Diese markanten Bauwerke sind nur drei von mehr als 30 Gebäuden auf dem 220 Hektar großen Gelände, das WACKER seit dem Spatenstich Anfang 2011 vom Agrarland in das weltweit modernste Werk für die Herstellung von hochreinem Polysilicium verwandelt hat.

„Poly 11“, wie das Werk WACKER-intern heißt, ist ein Großprojekt. Zu Spitzenzeiten waren mehr als 3.500 Arbeiter im Auftrag von mehr als 140 Vertragspartnern auf der Baustelle. Insgesamt 237.500 Tieflader bewegten umgerechnet 2,9 Millionen Kubikmeter Erde. Anschließend wurden 111.000 Kubikmeter Beton gegossen und mehr als 40.000 Tonnen Stahl verbaut. WACKER und seine Partner installierten rund 100.000 Instrumente und Ventile.

„Den Fortschritt Tag für Tag mitzuerleben und schließlich der spannende Moment, dieses gewaltige Werk hochzufahren – das ist schlichtweg beeindruckend“, sagte Standortleiter Dr. Konrad Bachhuber, der das Projekt seit Dezember 2011 beaufsichtigt hat. Der Chemiker arbeitet seit 26 Jahren für WACKER. Er hat in dieser Zeit bereits mehrere große Projekte in Deutschland und China abgewickelt, doch Charleston sprengt alles Dagewesene. „Ein solches Werk auf der grünen Wiese mit all seiner technischen Komplexität in Betrieb zu nehmen ist eine gewaltige Leistung“, betont Dr. Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG. „Unsere amerikanischen Mitarbeiter haben diese Herausforderung gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen bislang bravourös gemeistert.“

Charleston ist mit rund 2,5 Milliarden US-Dollar nicht nur die größte Einzelinvestition, die WACKER bislang getätigt hat. WACKER hat mit diesem Projekt außerdem gleich in mehrfacher Hinsicht Neuland betreten. So hat das Unternehmen nicht nur erstmals ein komplett neues Polysiliciumwerk auf der „grünen Wiese“ errichtet, anstatt Infrastruktur an seinen bestehenden Standorten auszubauen.