Hitzeschild für Kochgeschirr - Wacker Chemie AG


Hitzeschild für Kochgeschirr

Auch Auspuffanlagen und andere Formteile werden mit Silicon-Polyesterharzen beschichtet. Die Vernetzung findet beim Einbrennen statt, wenn die Lackschicht etwa 10 bis 15 Minuten auf 250 bis 280 °C erhitzt wird.

Aber WACKER stellt dem Mailänder Unternehmen nicht nur seine Siliconharze, sondern auch sein anwendungstechnisches Knowhow zur Verfügung. „Wir unterstützen unsere Kunden mit Empfehlungen für Basisformulierungen“, erklärt Marketing-Manager Haas. „Wir bieten ihnen also weitere Informationen zu einer bestimmten Rezeptur. Damit können sie dann wiederum eigene Formulierungen entwickeln.“ Das kann die Entwicklungszeit verkürzen – teilweise um mehr als die Hälfte – und spart bares Geld. „Mit unserer langjährigen Erfahrung helfen wir unseren Kunden, Innovationen zu entwickeln“, ergänzt Anwendungstechniker Göblmeier.

Im vergangenen Jahr startete Benasedo gemeinsam mit WACKER eine Reihe von Innovationen – auch um seine Marktposition gegenüber Wettbewerbern zu stärken. „Wir sind überzeugt, dass die bessere Qualität sich auf dem Markt durchsetzen wird“, sagt Dr. Trombetta. Deshalb investiert Benasedo verstärkt in die Entwicklung: „Wir wollen die Hitzebeständigkeit einiger unserer Harze noch weiter verbessern – und neue entwickeln. Auch wasserbasierte Lacke stehen in unserem Fokus, weil diese zunehmend von Märkten mit hoher Umweltsensibilität nachgefragt werden“, erklärt die Chemikerin. „Und dabei bauen wir auf die Unterstützung von WACKER und sein breites Angebot an Intermediates und Siliconharzemulsionen.“

SILRES® MPF 52 E hitzefest und lösemittelarm

Alkoxyfunktionelle Methylphenylsiliconharze werden seit Langem als Bindemittel in hitzebeständigen Lacken eingesetzt. Auch SILRES® MPF 52 E enthält ein Siliconharz dieser Art, und zwar in flüssiger Form. Im neuen Bindemittel liegt es allerdings feinverteilt – in Form winziger Tröpfchen – in einem wässrigen Medium vor.

Diese Zubereitungsform ist erst seit wenigen Jahren möglich. Zuvor konnte solch eine wässrige Emulsion eines alkoxyfunktionellen und damit reaktiven Siliconharzes nicht ohne Lösemittelzusatz stabilisiert werden. Mithilfe eines geeigneten nichtionischen Emulgators und durch geschickte Auswahl des Siliconprodukts fanden die Entwickler von WACKER einen Weg, eine anwendungstaugliche lösemittelarme Emulsion zu formulieren.

SILRES® MPF 52 E ist trotz ihres hohen Feststoffgehalts von 55 bis 65 Prozent dünnflüssig und lässt sich daher leicht und in der gewohnten Weise zu Lacken verarbeiten, wobei nicht allzu große Scherkräfte auf das Bindemittel einwirken dürfen. Die bei WACKER durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass sich SILRES® MPF 52 E sehr gut als Alleinbindemittel zur Herstellung von hitzestabilen Lacken eignet. Wässrige Formulierungen des neuen Bindemittels sind bereits nach 15 Minuten grifffest.

Nach dem Einbrennen erreichen Musterformulierungen, in denen kleine Aluminiumblättchen als Pigment eingesetzt wurden, eine Hitzebeständigkeit von 500 °C. Die Hitzebeständigkeit der Schwarzlack-Musterformulierungen lag mit etwa 400 °C etwas niedriger. Die eingebrannten Lacke haften gut auf metallischen Oberflächen. Sie zeichnen sich durch eine gute Chemikalien- und Abriebsbeständigkeit aus, verlieren nach thermischer Belastung kaum an Glanz und bleiben auch in der Hitze hart.

Mit dem Bindemittel können auch wasserbasierte Lacke formuliert werden, die nach der vollständigen Aushärtung den lebensmittelrechtlichen Anforderungen des deutschen Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) und der U.S. Food and Drug Administration (FDA) genügen.

Hitzestabile Lacke auf Basis von SILRES® MPF 52 E sind daher in ihrer Anwendung nicht auf technische Objekte beschränkt, sondern eignen sich auch zur Lackierung von Kochgeschirr, Küchen-, Grill- und Raclettegeräten.

„Nachhaltigkeit ist natürlich auch in der Lack- und Farbenindustrie ein immer wichtigeres Kriterium“, ergänzt Walter Pisoni, Sales Manager bei WACKER in Italien. Benasedo benötigte ein Produkt für den Haushaltsgerätebereich, das die zulässigen Methanol- und VOC-Grenzwerte (Volatile Organic Compounds) nicht überschreiten durfte. Bei der Entwicklung eines „low VOC“-Harzes unterstützten WACKER-Experten die Mailänder. „Dabei haben wir sehr eng und ehrlich zusammengearbeitet und täglich telefoniert. Die technischen Mitarbeiter haben uns gut beraten und waren dafür auch oft bei uns vor Ort“, berichtet Benasedos Sales Manager Luciano Pau. Mit dieser offenen Zusammenarbeit haben die beiden Unternehmen es geschafft, innerhalb nur eines Jahres ein Produkt zu entwickeln, das alle neuen Umweltnormen der EU erfüllt.