Das Beste beider Welten - Wacker Chemie AG


Das Beste beider Welten

Compounds aus Holz und Kunststoffen vereinen die positiven Eigenschaften beider Werkstoffe. Die Firma Pinuform stellt daraus besonders haltbare Terrassendielen her. Um die Verarbeitungsfähigkeit ihrer Mischungen zu erhöhen, setzt Pinuform auf ein neues Prozesshilfsmittel auf Siliconbasis.

Terrassendielen aus Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffen splittern nicht auf, anders als ihre Wettbewerber aus reinem Holz, und können deshalb auch barfuß begangen werden.

Mit Holz hat die Ulmer Unternehmensgruppe MOCOPINUS seit Generationen Erfahrung, ging sie doch aus einem 1865 gegründeten Holzhandel hervor, der Stammhölzer über die Donau verschiffte. Mittlerweile zählt das Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitern zu den führenden Industriehobelwerken in Deutschland und stellt Profilhölzer aus nordischer Fichte her – für Fassadenverschalungen, Wand- und Deckenverkleidungen oder Terrassendielen.

Rund 30.000 Tonnen Hobelabfälle fallen in der Produktion von MOCOPINUS jedes Jahr an. Bis Ende der neunziger Jahre, als in den USA der Markt für Verbundwerkstoffe aus Holz und Kunststoffen stark zu wachsen begann, wurden die Späne vor allem als Einstreu für Tierstallungen weiterverkauft. „Dann kam auch bei uns der Gedanke auf, dass Hobelspäne ein wertvoller Rohstoff sind, der zu schade ist, um ihn nur Tieren unter die Hufe zu schieben“, sagt Diethard Cascorbi.

„Wood Plastic Composites sind ein witterungsbeständiger, stabiler, leicht bearbeitbarer und vielseitig einsetzbarer Werkstoff, der die positiven Eigenschaften von Holz mit den Vorteilen von Kunststoff vereint.“

Martin Schmid Director Business Team Plastics + Coatings EMEA & Global Marketing

Cascorbi, ein ausgebildeter Kunststoffingenieur, wurde von den Ulmer Holzfachleuten eingestellt, um das neue Geschäftsfeld Wood Plastic Composites weiter aufzubauen. Wood Plastic Composites (WPC) bestehen zum Großteil aus Holzfasern, hinzu kommen bis zu 35 Prozent eines organischen Kunststoffs – in Europa meist Polyethylen oder Polypropylen – sowie Füllstoffe und Additive, damit sich die Holzfasern optimal mit der Polymermatrix verbinden. Die Hersteller sind an einem möglichst hohen Holzanteil interessiert, da die aus Erdöl hergestellten Polyolefine naturgemäß deutlich teurer sind als die Holzfasern. Die Mischung bringt der Verarbeiter dann im Extrusionsverfahren (Strangpressen) in die gewünschte Form.

Für den neuen Geschäftsbereich wurde die Tochterfirma Pinuform gegründet, die 2005 die ersten Terrassendielen aus ihrem holzbasierten Verbundwerkstoff auf den Markt brachte. Weil das Geschäft erfolgreich anlief, baute Pinuform 2011 in Naunhof bei Leipzig weitere Produktionslinien auf.