Siliconwürfel aus dem Drucker - Wacker Chemie AG


Siliconwürfel aus dem Drucker

Mit dem ersten industriellen 3D-Drucker, mit dem sich Objekte aus Silicon additiv fertigen lassen, präsentiert WACKER eine Weltneuheit. Nicht weniger innovativ ist das Geschäftsmodell: Kunden können ihr Design im Webshop hochladen oder im Open Print Lab unter fachlicher Anleitung selbst drucken. Das Objekt erhalten sie anschließend zugeschickt.

Mit dem neuen additiven Herstellungsverfahren können Siliconteile mit komplexen Geometrien gedruckt werden.

Experten sind euphorisch: Weltweit werden jährlich rund drei Milliarden US-Dollar mit dem 3D-Druck umgesetzt, so das Londoner Marktforschungsinstitut IHS. Bis 2020 sollen es bereits mehr als 20 Milliarden US-Dollar sein. Kaum ein Wirtschaftszweig wächst zurzeit so rasant wie die additive Fertigung, vor allem in Nordamerika und Europa, in jüngster Zeit auch in China. Und der Markt ist im Umbruch: Seit vor etwa zwei Jahren wichtige Patente auf 3D-Druckverfahren ausgelaufen sind, mischen auch die Hersteller „klassischer“ Drucker und große Chemieunternehmen im 3D-Geschäft mit.

Für WACKER war 2014 also ein guter Zeitpunkt, um ein dreidimensionales Druckverfahren für Silicon zu entwickeln. Das Design wird in einem CAD-Programm entworfen. Ein entsprechend programmierter Drucker fertigt dann Schicht für Schicht das Objekt.

„Im Automobilsektor wird die aufwendige Lagerhaltung von Siliconteilen, die nicht in sehr großen Stückzahlen gebraucht werden, überflüssig.“

Dr. Bernd Pachaly Leiter der Innovationssparte bei WACKER SILICONES

Bisher konnten in 3D-Verfahren vor allem thermoplastische Kunststoffe, Keramiken und Metalle gedruckt werden. „Elastomere, also gummiartige Substanzen, ließen sich mit diesen Druckverfahren nicht verarbeiten“, erklärt Dr. Bernd Pachaly, Leiter der Innovationssparte bei WACKER SILICONES.

Formteile aus Silicon wurden bislang vor allem im aufwendigen Spritzgießverfahren hergestellt, bei dem der Verarbeiter vorab eine Form anfertigen muss, in die der flüssige Siliconkautschuk schließlich unter Druck hineingepresst wird. Das lohnt sich nur für größere Stückzahlen.