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WACKER Silicone Award 2016 geht an Alexander Filippou

München / Posen, 30.08.2016

Dr. Alexander Filippou, Professor für anorganische Chemie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, erhält den WACKER Silicone Award 2016. Die Auszeichnung wurde gestern Abend im Rahmen der achten Europäischen Siliciumtage im polnischen Posen überreicht. Der Münchner Chemiekonzern würdigt damit Filippous wegweisende Arbeiten auf dem Gebiet der siliciumorganischen Chemie. Dazu gehören unter anderem die Isolierung eines Übergangsmetallkomplexes mit einer Metall-Silicium-Dreifachbindung sowie die Synthese eines stabilen Silanons mit einer Silicium-Sauerstoff-Doppelbindung. Filippous Arbeiten sind auch für die Industrie von Bedeutung, etwa für die Entwicklung von Katalysatoren oder von Siliconen mit neuen Eigenschaftskombinationen. Der mit 10.000 Euro dotierte WACKER Silicone Award gehört neben dem Kipping-Award der American Chemical Society zu den international bedeutendsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der siliciumorganischen Chemie.

Im Rahmen der achten Europäischen Siliciumtage in Posen (Polen) wurde Prof. Dr. Alexander Filippou mit dem WACKER Silicone Award 2016 ausgezeichnet.
Im Rahmen der achten Europäischen Siliciumtage in Posen (Polen) wurde Prof. Dr. Alexander Filippou (Mitte), Direktor des Instituts für Anorganische Chemie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, mit dem WACKER Silicone Award 2016 ausgezeichnet. Es gratulierten WACKER-Vorstandsmitglied Auguste Willems (rechts) und WACKER SILICONES-Geschäftsbereichsleiter Dr. Robert Gnann.

Dr. Robert Gnann, Leiter des Geschäftsbereichs WACKER SILICONES, würdigte in seiner Laudatio den Preisträger als einen Wissenschaftler, der mit seinen Forschungsergebnissen die Siliciumchemie nachhaltig beeinflusst. „Durch seine Arbeiten erhält die Grundlagenforschung neue Impulse, die auch für die Industrie von Nutzen sind.“

Zu Filippous Forschungsschwerpunkten gehören Dreifachbindungen zwischen Übergangsmetallen und Elementen der Kohlenstoffgruppe sowie stabile Moleküle der Elemente Silicium, Germanium, Zinn und Blei in ihren niedrigen Oxidationsstufen. Wegweisend waren unter anderem die Isolierung eines Übergangsmetallkomplexes mit einer Metall-Silicium-Dreifachbindung und damit eines Silicium-Analogons eines Übergangsmetall-Carbin-Komplexes (2010) sowie die Synthese eines stabilen Silanons mit einer Silicium-Sauerstoff-Doppelbindung (2014) bzw. eines Phosphasilenylidens mit einer Silicium-Phosphor-Doppelbindung (2015). „Die von Filippou und seinen Mitarbeitern entwickelte Chemie ist für die Katalyse und für das Verständnis industrieller Prozesse von Bedeutung. Vielleicht lassen sich eines Tages sogar Silicone mit neuen Eigenschaftsprofilen entwickeln“, sagte Gnann.

Prof. Dr. Alexander Filippou, 1958 in der nordgriechischen Stadt Thessaloniki geboren, begann 1976 sein Chemiestudium an der Technischen Universität München. 1984 promovierte er bei Nobelpreisträger Professor Ernst Otto Fischer mit einer Dissertation über „Neue Wege über neutrale, substituierte Carbin-Carbonyl-Verbindungen zu anionischen Keten- und Carbinkomplexen der VI. Nebengruppe“. Seine Habilitation schloss er 1992 mit einer Arbeit über „Metallzentrierte Kupplungsreaktionen von C1-Liganden“ ab. Anschließend war Filippou zwölf Jahre als Professor für Anorganische Chemie an der Humboldt-Universität Berlin tätig. Seit 2005 lehrt und forscht er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Seit 2007 ist Prof. Filippou Direktor des Instituts für Anorganische Chemie.

Die Verleihung des WACKER-Siliconpreises fand diesmal im Rahmen der achten Europäischen Siliciumtage in Posen, Polen, statt. „Silicone sind extrem vielseitig und wegen ihrer vielen nützlichen Eigenschaften als Werkstoff heute unverzichtbar“, betonte WACKER-Vorstandsmitglied Auguste Willems bei der Preisverleihung vor rund 250 Zuhörern. Seit Jahren wächst die Nachfrage nach Silicon in der Industrie. Experten schätzen den Marktwert auf über elf Milliarden Euro. „Aufgrund ihrer Vielseitigkeit und ihres Eigenschaftsspektrums sind Silicone gerade für innovative Technologien interessant“, betonte Willems. „Die Siliconchemie bietet vielfältige Möglichkeiten und Entwicklungschancen.“

Seit Jahren fördert der Münchner Chemiekonzern die Grundlagenforschung an Universitäten und Instituten. Eine wichtige Säule ist das WACKER-Institut für Siliciumchemie an der Technischen Universität München, welches das Unternehmen 2006 als Schnittstelle zwischen der akademischen und industriellen Forschung gestiftet hat.

Mit dem WACKER Silicone Award würdigt der Chemiekonzern seit fast drei Jahrzehnten herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der siliciumorganischen Chemie. „Der Siliconpreis ist für uns ein zentraler Baustein, um Forschungsaktivitäten zu stimulieren und zu fördern“, betonte Robert Gnann. Mit der gestrigen Auszeichnung wurde der Siliconpreis zum nunmehr 16. Mal an einen renommierten Wissenschaftler verliehen.

Bisherige Preisträger des WACKER Silicone Award

2014 Prof. Dr. Akira Sekiguchi (Universität Tsukuba, Japan)
2011 Prof. Dr. Matthias Driess (Technische Universität Berlin)
2009 Prof. Dr. Ulrich Schubert (Technische Universität Wien)
2007 Prof. Dr. Yitzhak Apeloig (Israel Institute of Technology)
2005 Prof. Dr. Mitsuo Kira (Tohoku University)
2003 Prof. Dr. Don Tilley (University of California at Berkeley)
2001 Prof. Dr. Manfred Weidenbruch (Universität Oldenburg)
1998 Prof. Dr. Robert Corriu (Université de Montpellier)
1996 Prof. Dr. Hubert Schmidbaur (Technische Universität München)
1994 Prof. Dr. Edwin Hengge
1992 Prof. Dr. Richard Müller und Prof. Dr. Eugene Rochow
1991 Prof. Dr. Hideki Sakurai (Science University of Tokyo)
1989 Prof. Dr. Robert West (University of Wisconsin)
1988 Prof. Dr. Nils Wiberg
Prof. Dr. Reinhold Tacke (Universität Würzburg)
1987 Prof. Dr. Peter Jutzi (Universität Bielefeld)
Prof. Dr. Norbert Auner (Universität Frankfurt)

Über Silicone

Silicone bilden die Basis für Werkstoffe mit hochdifferenzierten Produkteigenschaften und nahezu unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten. Das Einsatzspektrum reicht von der Automobil-, Bau-, Chemie-, Elektro- und Elektronikindustrie über Kosmetik, Körperpflege, Maschinen- und Metallbau bis hin zu Papier, Textil und Zellstoff. Als einer der weltweit führenden Hersteller von Siliconen bietet WACKER siliconbasierte Gesamtlösungen aus Produkten, Dienstleistungen und Konzepten. Der WACKER-Konzern erzielte 2015 mit dem Verkauf von Siliconen einen Jahresumsatz von 1,94 Mrd. EUR und damit rund 37 Prozent des Konzernumsatzes.

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