Grüne Technologie auf der grünen Wiese - Wacker Chemie AG


Grüne Technologie auf der grünen Wiese

Der Polysilicium-Standort in Charleston, Tennessee, ist mit einem Gesamtvolumen von rund 2,5 Mrd. US-$ WACKER’s größte Einzelinvestition. Nach knapp fünfjähriger Bauzeit hat WACKER im Dezember damit begonnen, die einzelnen Teilanlagen in Charleston in Betrieb zu nehmen. Inzwischen wurden dort bereits rund 2.000 Tonnen Polysilicium hergestellt. In den kommenden Monaten wird die Produktion schrittweise nach oben gefahren. Die volle Kapazität von mehr als 20.000 Jahrestonnen wird voraussichtlich im 3. Quartal 2016 erreicht. Lesen Sie mehr in unserem Interview mit Dr. Konrad Bachhuber, Vice President Polysilicon und Standortleiter Charleston.

Nach Nünchritz und Burghausen ist Charleston WACKER’s dritter Polysilicium-Standort. Warum ein weiterer Standort?

Dr. Konrad Bachhuber: Der Bereich Solar/Photovoltaik ist und wird wichtig bleiben, insbesondere im Hinblick auf die weltweite Energieversorgung und moderne Technologien wie Halbleiter, wofür Polysilicium gebraucht wird. Burghausen, Nünchritz und der neue Standort Charleston bieten WACKER drei Plattformen für künftiges Wachstum. Abhängig von Marktentwicklungen und allgemeinen wirtschaftlichen Faktoren – wie Energiekosten, Arbeitskosten etc. – hat WACKER damit nun die Flexibilität, das dynamische Wachstum in der Photovoltaik und Halbleiter-Industrie zu begleiten.

WACKER hat aktuell 25 Produktionsstandorte, Charleston ist jedoch besonders: Es ist der erste Standort der “auf der grünen Wiese” gebaut wurde. Warum hat WACKER Tennessee und genau diesen Ort gewählt?

Wenn ein Standort ausgewählt und geplant wird, spielen viele Faktoren eine Rolle – von den infrastrukturellen Aspekten bis zu den Genehmigungsbehörden. Einige der Schlüsselfaktoren in diesem Zusammenhang waren infrastrukturelle Verbesserungen, eine wettbewerbsfähige und zuverlässige Stromversorgung, eine “over the fence” Chlorversorgung, die Unterstützung der Behörden und der gewählten Mandatsträger, der Handelskammer und anderer Partner, gut ausgebildete Fachkräfte um das WACKER INSTITUTE zu etablieren, Infrastrukturzuschüsse und finanzielle Überlegungen wie die natürliche Absicherung von US Dollar/Euro Schwankungen.

WACKER ist bekannt für seine hochwertigen Produkte und für die Produktion von hochreinem Polysilicium. Wie sichern Sie diesen Standard in Charleston?

Wir arbeiten hier in Charleston mit modernstem Equipment. Damit schafft dieser Standort optimale Voraussetzungen für die technologisch fortschrittlichste Polysiliciumherstellung nicht nur bei WACKER, sondern wahrscheinlich weltweit. Dazu haben wir unsere besten und erfahrensten Experten nach Charleston gebracht, so dass dieses große Greenfield Projekt ein Erfolg wird. Unterstützt von hochqualifizierten, motivierten US Kollegen und mit einer großartigen unternehmensweiten Teamarbeit, haben wir unser Ziel erreicht: WACKER Polysilicium in der Premiumqualität zu produzieren, die unsere Kunden so sehr schätzen.

Was bringt der Standort der Region wirtschaftlich gesehen?

So ein außergewöhnliches Projekt schafft nicht nur tausende von Baujobs über mehrere Jahre, sondern auch 650 gutbezahlte direkte und viele indirekte Arbeitsplätze bei Dienstleistern, die wir für den laufenden Betrieb des Standorts brauchen.

Zusätzlich zu den neuen Arbeitsplätzen hat WACKER mit dem Chattanooga State Community College eine neue maßgeschneiderte Trainingseinrichtung geschaffen. Können Sie unseren Lesern mehr dazu erzählen?

Das WACKER INSTITUTE entstand in Kooperation mit dem Chattanooga State Community College. Es ist eine Art Transplantat des erfolgreichen, gut etablierten Berufsbildungszentrum Burghausen, wo unsere Chemikanten und Laboranten ausgebildet werden. Die Arbeiten am WACKER INSTITUTE starteten bereits 2011, parallel zum Start unserer Bauarbeiten. Heute können wir sagen, ohne das WACKER INSTITUTE wäre es sehr schwierig geworden eine ausreichende Zahl an qualifizierten Chemikanten zu finden, um die komplexen und hochanspruchsvollen Anlagen und Prozesse zu betreiben. Wir sind sehr zufrieden mit der Qualifizierung der Absolventen des WACKER INSTITUTE.

Wie sehen die Pläne und Erwartungen von WACKER für den Standort Charleston und allgemein für die Region aus?

Charleston bietet WACKER eine langfristige Grundlage für einen voll integrierten Siliciumstandort in den USA, dem zweitgrößten Chemiemarkt der Welt. Derzeit prüft WACKER hier den Bau einer neuen Produktionsanlage für pyrogene Kieselsäuren der Marke HDK®.

Vielen Dank für das Interview.