Perspektiven in Freiberg - Wacker Chemie AG


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Perspektiven in Freiberg

Sein halbes Leben lang arbeitet Rüdiger Zschoke nun schon bei der Siltronic AG, einer WACKER-Tochter im sächsischen Freiberg. Als er dort anfängt, trägt das Unternehmen noch den Namen VEB (Volkseigener Betrieb) Spurenmetalle.

Rüdiger Zschoke lebt gerne in Freiberg, wo er die Linientechnologie der Siltronic AG leitet.

Zu DDR-Zeiten können Schüler neben dem Abitur bereits einen Beruf erlernen. Für Rüdiger Zschoke bedeutet das: Nach der zehnten Klasse steht er am Ofen eines Stahlwerks, produziert Edelstahl und macht gleichzeitig das Abitur. Später, nach der Armeezeit, studiert er Werkstofftechnik. „Im März 1989 hatte ich meinen Abschluss“, erzählt er heute, „danach habe ich sofort beim VEB Spurenmetalle Freiberg angefangen. Der Betrieb war ein wichtiger Lieferant von Silicium- und Galliumarsenidwafern für die Mikroelektronik in Osteuropa.“

Sein Berufsstart fällt in eine Zeit großer Umwälzungen. „Ab November sind immer wieder Kollegen weggeblieben und in den Westen ausgereist“, erzählt Zschoke, „aber wir waren noch arbeitsfähig.“ Er selbst arbeitet zunächst in der Verpackungsreinigung. Denn nicht nur die Siliciumscheiben müssen frei von jedem Staubkörnchen sein, sondern auch die Verpackungen, in denen sie transportiert werden.

Nach der Wende fallen viele Kunden in Russland, Tschechien oder Bulgarien aus. Im Westen ist der VEB Spurenmetalle nicht konkurrenzfähig – WACKER in Burghausen produziert deutlich besser und günstiger. 1990 wird der VEB Spurenmetalle deshalb umgewandelt in die Freiberger Elektronikwerkstoffe Produktions- und Vertriebsgesellschaft (FEW). Diese wiederum wird der Treuhandanstalt unterstellt.

Rüdiger Zschoke erlebt in den Folgejahren mit, wie die Treuhand versucht, Teilbereiche auszugliedern und zu verkaufen. Von den ehemals 1.800 Beschäftigten bleiben bis 1995 nur noch knapp 300 übrig. „Es war unsicher“, erzählt Zschoke, „ob der Betrieb vielleicht sogar ganz eingestellt wird.“

Im Herbst 1995 dann die erlösende Nachricht: Die damalige Wacker Siltronic AG übernimmt das Kerngeschäft und errichtet in den bestehenden Räumen eine der weltweit modernsten Fertigungslinien für 150 mm Wafer. Rüdiger Zschoke heute: „Als WACKER kam, ist uns allen ein Stein vom Herzen gefallen, denn es gab wieder eine Perspektive.“ Zschoke spezialisiert sich auf das Aufkitten von Siliciumscheiben und wird 2001 zum Gruppenleiter ernannt. Ein Jahr später rücken in Freiberg die Bagger an: Es entsteht eine Linie für 300 mm Wafer, die 2004 mit der Produktion startet. Rüdiger Zschoke: „Für diese Anlage hat sich die gesamte Belegschaft stark gemacht, vom Betriebsrat bis zu den Vorgesetzten. Wir alle haben zusammengehalten und uns natürlich riesig gefreut, dass wir diese Wafer der neuesten Generation in Freiberg produzieren können.“

Heute zählt der Siltronic-Standort Freiberg rund 900 Mitarbeiter. Seit der Zusammenführung der beiden Siltronic-Betriebe in Burghausen und Freiberg im März 2013 ist Rüdiger Zschoke Leiter der Linientechnologie. Nach wie vor arbeitet er in Freiberg, hat aber nun auch Verantwortung für Mitarbeiter am anderen Standort. Der 50-Jährige hat Spaß an Reisen – besonders gerne erinnert er sich an seine erste Dienstreise nach der Wende, die ihn nach Liechtenstein führte.

Seither war er in Japan, Taiwan, den USA und in vielen Ländern Europas. Aber zuhause ist Rüdiger Zschoke in Freiberg, wo er derzeit den Keller seines Hauses ausbaut. Und auch hier bleibt er WACKER treu: „Vom Bautenschutzmittel bis zum Fliesenkleber verwende ich dort lauter Produkte, in denen Stoffe von WACKER enthalten sind.“