Im Dienst der Natur - Wacker Chemie AG


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Im Dienst der Natur

Eine Siliconfabrik als Heimat für Fledermäuse? Das gibt es – und zwar in Adrian (Michigan). Dort ist die Wacker Chemical Corporation auf dem besten Wege, Residenz für die Nachtflieger zu werden. Zehn Fledermauswohnhäuser warten dort neuerdings auf Gäste. Jedes kann bis zu 600 der Tiere beherbergen, deren Bestand durch die tödliche Weißnasenkrankheit bedroht ist.

Hugh Flack (links), Bryan Alexander und Sharon Nicholson engagieren sich im Wildlife Habitat Team, das in Adrian auf dem Betriebsgelände Flora und Fauna hegt.

Es ist das neueste Projekt des Wildlife Habitat Teams, das auf dem 97 Hektar großen Betriebsgelände seit 1999 Flora und Fauna hegt. Rund 30 Mitarbeiter melden sich jedes Jahr, um ehrenamtlich Gärten zu pflanzen, Insekten zu beobachten oder Nistkästen aufzubauen.

Zu den Freiwilligen der ersten Stunde gehört Lucy Oldfield, Technical Service Managerin. Sie implementierte ein Programm, das den einheimischen Hüttensänger-Vogel (Bluebird) fördert. „Spatzen und Stare konkurrieren mit den Bluebirds um Nistplätze und Nahrung“, erklärt Oldfield. „Spatzen verhalten sich äußerst aggressiv und töten sogar die Küken der Hüttensänger.“ Das Wildlife-Team baute 25 Nisthäuser für die bedrängte Spezies.

Von April bis September kontrolliert rund ein Dutzend Kollegen die Boxen, entfernt unerwünschte Eindringlinge und beseitigt Nester, die verlassen sind. Genau 887 Bluebird-Küken registrierten die Hobby-Ornithologen in den vergangenen 14 Jahren; die Daten werden dem ornithologischen Institut der Cornell Universität in Ithaca (im Bundesstaat New York) gemeldet. Sharon Nicholson, technische Angestellte bei WACKER, die in der Nähe des Werkgeländes wohnt, freut sich über den Erfolg: „Vor zehn Jahren sah man kaum mal ein Bluebird, heute sind sie überall.“ Nicholson hat mit ihrer Begeisterung inzwischen ihre Familie angesteckt: Ihre 14 und 16 Jahre alten Söhne betreuen zwei Nisthäuser im eigenen Garten. „In diesem Jahr hat zum ersten Mal eine Vogelfamilie bei uns gebrütet“, sagt sie, „das war wirklich aufregend für die Jungs.“

Im Insekten-Team am Standort Adrian arbeiten (von links) Professor Jim Martin, Jill Lindeman und Chris Smith im Dienste der Natur.

Andere Kollegen bepflanzen Gärten mit Wildblumen wie Flieder, Schwarzäugige Susanne und Melisse. Sie ziehen Kolibris an und Schmetterlinge, etwa den Großen Schwalbenschwanz oder den Monarchfalter. Es gibt außerdem ein Team, das in Zusammenarbeit mit dem örtlichen College Insekten beobachtet. Und eines, das einen 2,4 Kilometer langen Naturlehrpfad auf dem Fabrikgelände instand hält. Der ist idyllisch am Raisin River gelegen und mit Erklärtafeln ausgestattet. Viele WACKER-Mitarbeiter nutzen ihn zum Beispiel für einen Spaziergang oder zum Jogging in der Mittagspause. So auch Bryan Alexander. Der Umweltmanager kümmert sich auch hauptberuflich um das Naturprojekt und beantragt beispielsweise die Erneuerung des für drei Jahre gültige Zertifikat „Wildlife at Work“, das die Tierschutzorganisation The Wildlife Habitat Council ausstellt. Es wurde WACKER Adrian erstmals im Jahr 2000 verliehen.

Geboren wurde die Wildlife-Initiative aus dem Wunsch heraus zu zeigen, dass Chemie und Ökologie keine Gegensätze sind. An Tagen der Offenen Tür stellt WACKER die Initiative auch der Öffentlichkeit vor – zuletzt wieder am 4. Oktober dieses Jahres, als der Standort Adrian sein 50-jähriges Jubiläum feierte. Das Fledermausprojekt war auch dabei eine große Attraktion.