Mit Pauken und Trompeten - Wacker Chemie AG


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Mit Pauken und Trompeten

Die letzten Strahlen der Abendsonne schaffen es gerade noch um die Ecke des Kantinengebäudes. Es ist ruhig geworden am Eingang zum WACKER-Werkgelände in Burghausen. Die meisten Mitarbeiter haben ihre Schicht schon beendet, sind auf dem Weg nach Hause. Aus einem Fenster im ersten Stock hinter der Kantine dringt leise Musik. Schnelle Sechzehntel, von Trompeten geblasen.

Inmitten von Musikern und Publikum: Christian Kremser, Leiter der Burghauser WACKER-Werkkapelle.

Vorne am Dirigentenpult steht Christian Kremser. Er zählt den Takt mit, wippt auf den Beinen vor und zurück und schwingt den imaginären Taktstock. Zweimal pro Woche probt der Leiter der Werkkapelle hier mit seinen Musikern. Die meisten sind aktive oder ehemalige WACKER-Mitarbeiter, unterstützt von einigen Externen.

Seit 1935 gibt es die traditionsreiche Burghauser Werkkapelle schon. Damals fing Dirigent Alfred Posch mit 35 Musikern an. Heute unter Christian Kremser sind es 69 Musiker, die von der Querflöte bis zur Tuba alles spielen, was ein symphonisches Blasorchester braucht. Während der 48-Jährige Kremser hauptberuflich als Musiker beschäftigt ist, besteht sein Orchester aus Hobbymusikern. Der Anspruch ist aber alles andere als amateurhaft. Gerade proben die Musiker die Ouvertüre 1812 von Tschaikowsky für das traditionelle Frühjahrskonzert. Die Kapelle hatte schon Fernsehauftritte, macht immer wieder Konzertreisen und ist sogar schon vor dem Papst aufgetreten.

Kremser kommt auf rund 200 Arbeitstage mit Musik im Jahr. Neben den Proben mit Orchester, Bigband oder kleineren Ensembles haben die Beerdigungen einen großen Anteil. Schließlich hat jeder Mitarbeiter aus dem Stammwerk Anspruch darauf, dass die Werkkapelle die Trauerfeier umrahmt. So ist Kremser oft mehrmals in der Woche mit einigen Musikern unterwegs und begleitet bei Wind und Wetter die Trauergemeinde auf dem Friedhof. Eigens hierfür hat er drei Choräle komponiert.

Wenn Christian Kremser nicht probt oder auftritt, sitzt er in seinem Büro in einem kleinen, alten Häuschen auf dem Werkgelände, der ehemaligen Poststelle. Aktenmappen mit Partituren stapeln sich auf dem Schreibtisch, in einer Nische hat der Musiker ein Keyboard aufgebaut, an dem er Stücke arrangiert und Noten schreibt. Pop, Jazz, Klassik, Blasmusik – das Repertoire ist groß.

Als kleiner Junge hat Christian Kremser beim damaligen Orchesterleiter Franz Stangl Klarinettenunterricht bekommen. „Da bin ich einfach nach der Schule ins Werk reingelaufen, heute wäre das undenkbar“, sagt Kremser und schmunzelt. Danach habe er beim Vater im Büro des Betriebsrats Hausaufgaben gemacht und sei im Werkbus heimgefahren. Nach der Schule machte Kremser eine Lehre als Maschinenschlosser bei WACKER. Doch es zog ihn in die Musik. Er spielte beim Stabsmusikkorps der Bundeswehr, studierte in Linz und arbeitete als Musiklehrer. Mit der WACKER-Werkkapelle, die Kremser seit 1999 leitet, hat sich für ihn ein Kreis geschlossen.