In sicheren Bahnen - Wacker Chemie AG


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In sicheren Bahnen

Der letzte Arbeitsunfall passierte im Frühjahr 1998. Damals stolperte ein Kollege über eine Strebe, fiel hin und brach sich dabei den Arm. Seitdem sind sämtliche Mitarbeiter der WACKER-Werkbahn ohne größere Blessuren davongekommen. „Dabei ist das Rangieren eine gefahrgeneigte Tätigkeit“, sagt der stellvertretende Eisenbahnbetriebsleiter Jürgen Stumpf und lächelt. Am 19. April 2013 erhielten er und sein Team eine Urkunde für 15 unfallfreie Jahre.

Das Team der Innerwerkbahn bewegt allein bei der Warenannahme 300.000 t im Jahr.

Um zu verstehen, weshalb diese Urkunde eine ganz besondere Auszeichnung ist, muss man wissen, wie der Arbeitsalltag beim „Innerwerktransport Bahn“ aussieht.

Um 6 Uhr beginnt die Frühschicht. „Dann korrespondiert der Disponent mit den Ladestellen und erfährt, welcher Waggon wohin transportiert werden muss; der Fahrdienstleiter stellt die Weichen; der Zugabfertiger kümmert sich um die Daten aus dem Transport-Einsatz-Steuerungs-System TESS“, erzählt Jürgen Stumpf. Den eigentlichen Knochenjob aber erledigen die Rangierer. Sie sind jeden Tag bei jedem Wetter draußen an den Schienen, auch bei Eis und Schnee. Sie marschieren durchs Schotterbett, steigen auf die Trittbretter der Waggons und springen wieder ab, achten nebenbei noch auf die Signale.

Fürs Foto dürfen alle mit. Normalerweise steigt jedoch nicht einmal der Lokführer ein: Die Züge werden per Funk gesteuert.

„Der Verkehr im Werk hat mit den Jahren deutlich zugenommen“, weiß Jürgen Stumpf, „aber zum Glück sind meine Jungs ein erfahrenes, eingespieltes Team – trotzdem müssen sie höllisch aufpassen.“ Der 45-Jährige hat kürzlich ein Foto von Werkbahn-Mitarbeitern aus den 1950er Jahren gesehen: Männer in schwarzer Montur lachen entspannt in die Kamera, jeder hält eine Bierflasche in der Hand. „Das wäre heute undenkbar“, sagt Stumpf, „wir tragen orangefarbene Arbeitskleidung mit fluoreszierenden Streifen und es gilt die 0,0 Promille-Grenze.“ Die Werkbahner verständigen sich auch nicht mehr wie damals durch Schreien, Pfeifen oder Handsignale, sondern über Funk. Und die Lokführer sitzen nur noch selten im Führerstand, sondern sie stehen neben der Lokomotive und lenken sie per Fernsteuerung über die Gleise.

Das Werkbahn-Team besteht aus 14 Mitarbeitern, die alle aus Liebe zur Eisenbahn erst Rangierer geworden sind, dann Rangierleiter und schließlich vielleicht Lokführer bzw. Lokrangierführer, von denen es insgesamt 8 gibt – jeder von ihnen hat eine Lokführer-Prüfung bei einem externen Sachverständigen absolviert. Es ist ein kleines Team, das viel bewegt – durchschnittlich 300.000 Tonnen jährlich im „Zugeingang“.

Die vielen unfallfreien Jahre hat das Werkbahn-Team nicht nur hohen Sicherheitsstandards und einer guten Schutzausrüstung zu verdanken, sondern wohl vor allem einer Tatsache, die Jürgen Stumpf so zusammenfasst: „Wir arbeiten Hand in Hand, jeder vertraut jedem, wir können uns absolut aufeinander verlassen.“