Helfer der ersten Minuten - Wacker Chemie AG


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Helfer der ersten Minuten

Es ist eine Frage der Haltung. Menschen, die bei einem Notfall nur zuschauen, rechtfertigen sich hinterher: „Was hätte ich schon tun können?“ Während diejenigen, die eingreifen, fragen: „Was hätte ich noch tun können?“

Lucy Oldfield (vorne am Tisch) und ihre Kollegen vom freiwilligen Ersthelferteam trainieren in Adrian regelmäßig für Notfälle.

WACKER-Mitarbeiterin Lucy Oldfield gehört zur zweiten Kategorie. Als sie 1994 als Labortechnikerin in der Elastomeregruppe der Wacker Chemical Corporation in Adrian (Michigan) anfing, meldete sie sich umgehend freiwillig für das betriebliche Notfallteam. Warum? Oldfield überlegt und gibt dann die denkbar einfachste und aufrichtigste Antwort: „Ich helfe gern. So bin ich eben.“

Seit rund zehn Jahren leitet sie nun das Notfallteam in Adrian. Zwischen neun und zwölf Freiwillige gehören ihm an. Als Ersthelfer reagieren sie, noch ehe professionelle Helfer vor Ort sind – egal ob es brennt, eine gefährliche Flüssigkeit verschüttet wurde, ein Kollege eine allergische Reaktion hat oder ein medizinischer Notfall eintritt.

All das kommt glücklicherweise selten vor, doch wenn es passiert, sind die Ersthelfer gerüstet: Sie bereiten sich mit intensivem Training auf die jeweilige Notfallkategorie vor. Gerade Neulinge müssen dafür viel Zeit und Engagement investieren. „Ich sage den Leuten, die Mitglied im freiwilligen Notfallteam werden wollen, vorher: Sprich mit deinem Boss über den Zeitaufwand“, sagt Oldfield.

Gute Nerven, eine positive Einstellung und die Fähigkeit, zupacken zu können – das zeichnet ihre Teammitglieder aus. „Wir hoffen auf das Beste, sind aber auf das Schlimmste vorbereitet“, so drückt es die Chefin aus.

Und dann gibt es noch eine spezielle Notfallkategorie: Tornados. Im Herbst und Frühjahr haben im Mittleren Westen der USA die Wirbelstürme Saison; sie können verheerende Schäden anrichten. Wird aus der Alarmstufe „Tornadowetterlage“ die höchste Warnstufe „Tornado gesichtet“, wird die Belegschaft zu Sammelstellen gerufen.

Oldfield und ihre Kollegen im Technical Center Adrian sind an diesen Punkten die Koordinatoren, sie haben mehrere Aufgaben: Sie gehen alle Räume ab, um zu kontrollieren, dass niemand den Alarm überhört hat und stellen sicher, dass alle zu ihren Sammelpunkten gegangen sind. Anschließend zählen sie durch und verständigen sich: Sind alle da? Wird niemand vermisst?

Die Vielzahl der Notfälle, auf die man vorbereitet sein muss, schüchterte Stephen Patton anfangs etwas ein. Der Chemiker aus dem Bereich Household Care gehört dem Notfallteam seit Herbst 2012 an. Doch er lobt das Klima in der Gruppe, die sich auch untereinander hilft und Monat für Monat mit viel Engagement die Einsätze trainiert.

Einmal im Jahr investieren die Retter außerdem in einen halben Tag Teambuilding. Ob Schnitzeljagd oder Seilrutschen – immer geht es darum, sich auf eine unbekannte Situation einzustellen und schnell gemeinsam zu entscheiden, was zu tun ist. Wie im Notfall. „Es ist eine gute Erfahrung“, findet Patton.

Zumal das Training von Flexibilität und Entschlossenheit auch im Job nützlich sein kann. Lucy Oldfield ist längst zur Technical Service Managerin aufgestiegen, die Kunden mit dringenden Fragen berät. Da kann es um ein Anwendungsproblem gehen oder um die Idee für ein neues Produkt. „Ich weiß morgens nicht, was der Tag bringt“, sagt sie und lacht.