Richtiger Fußball in Tennessee - Wacker Chemie AG


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Richtiger Fußball in Tennessee

Ein Fußballteam zu gründen – für Mathias Wiedemann lag die Idee sehr nahe. Wenn man wie er zusammen mit rund 35 weiteren deutschen Kollegen ins Ausland entsandt wird, um ein neues Werk aufzubauen, dann „ist das eine gute Möglichkeit, neue Leute mal auf einer anderen Ebene kennenzulernen“, fand der promovierte Verfahrenstechnik-Ingenieur. Die Kollegen fanden das auch.

Fußball statt Football: Jede Woche trainieren deutsche und amerikanische WACKER-Kollegen gemeinsam. Mit im Bild: Holger Maier (2. von rechts vorne), Michael Loew (ganz rechts vorne) und Mathias Wiedemann (3. von rechts hinten)

Das Problem war nur, dass sie in die USA entsandt worden waren, ein Land, dessen Einwohner Baseball und Football lieben, nicht aber unbedingt „Soccer“ (englische Bezeichnung für Fußball), das aber immer beliebter wird.

Das gilt ganz besonders für eine Kleinstadt wie Charleston (Tennessee), wo WACKER derzeit einen neuen Produktionsstandort für Polysilicium aufbaut. Einen Bolzplatz suchten die Sportler in spe zunächst vergebens. „Das ist schon anders als in Deutschland, wo jedes Dorf sein Fußballfeld hat“, sagt Wiedemann.

Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Beim CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) im nahen Cleveland, in dem einige WACKER-Mitarbeiter Mitglied sind, fand sich ein Rasen, ein Kleinfeld nur, aber immerhin. Die fehlenden Tore stiftete der Werkleiter. Und so trifft sich die Mannschaft des Projektteams seit Frühjahr 2012 mittwochs nach der Arbeit, und dann wird gebolzt, mindestens eineinhalb Stunden lang.

Rund ein Dutzend WACKER-Mitarbeiter ist regelmäßig dabei, weitere stoßen gelegentlich dazu, darunter auch die eine oder andere fußballbegeisterte Kollegin. Neben Wiedemann gehören zum Kernteam Michael Loew, Bauingenieur und auf dem Feld Libero, und Holger Maier, Verfahrenstechniker und Mittelstürmer, genannt „das Laufwunder“.

Ein Teil der Mannschaft in Charleston besteht auch aus Amerikanern, „das fördert die Integration“, sagt Loew. Und Maier versichert: „Die können das genauso gut wie wir.“ Freilich fällt den Kollegen die Umstellung von Football auf Fußball nicht so ganz leicht, „es kommt schon mal die Hand raus“ (Maier). Die Mannschaft nimmt’s mit Humor. Schließlich geht es um den Spaß, auch wenn, wie Wiedemann betont, „wir das Spiel in dem Moment schon ernst nehmen“.

Wiedemanns Vorbild war das Fußballteam am Heimatstandort Burghausen. Insofern setzen die deutschen Kollegen in Tennessee auch eine Tradition fort. Bis 2015 werden sie dort bleiben und den Aufbau des Werks vorantreiben, das eine Jahreskapazität von mindestens 20.000 Tonnen Polysilicium haben wird.

Vielleicht steigert sich der Teamgeist noch, wenn sie gegen einen echten Gegner spielen. 20 Kilometer weiter südlich, in Chattanooga, sitzt Volkswagen, und die haben auch ein Fußballteam. Ein Branchen-Derby, Chemie gegen Auto, das wäre doch was. „Wir haben schon oft gesagt, dass wir das mal machen müssen“, sagt Wiedemann.