Der Forschungsmanager - Wacker Chemie AG


Wir sind WACKER

Der Forschungsmanager

Dr. Arndt Schlosser ist verschnupft. Er krächzt eine Begrüßung und setzt sich wieder in seinen Bürodrehstuhl zurück. Doch hinter den Gläsern seiner ovalen Brille blitzen neugierige Augen. Freundlich, aber fordernd. Und je mehr Schlosser ins Erzählen kommt über seine Arbeit und sein Team bei WACKER, desto mehr kommt auch seine Stimme wieder in Form.

Dr. Arndt Schlosser (2. v. r.) mit Team. Er sorgt dafür, dass es klare Wege gibt, die eine Innovation von der Idee bis zum fertigen Produkt führen. Die Kollegen (von links): Dr. Birgit Schwab, Dr. Armin Fehn, Dr. Christoph Müller-Rees und Dipl.-Ing. Wolfgang Ackermann.

Der promovierte Chemiker kümmert sich im Konzern um die Prozesse in der Forschung und Entwicklung. Er forscht nicht selbst, sondern sorgt dafür, dass es klare Wege gibt, die eine Innovation von der Idee bis zum fertigen Produkt führen. Schließlich lassen sich nicht alle Ideen verwirklichen - manche sind zu teuer, für andere gibt es keinen Markt und wieder andere passen nicht zur Konzernstrategie. Damit es klare Maßstäbe gibt, haben Schlosser und seine Kollegen ein ausgeklügeltes Portfoliomanagement entwickelt. Jedes Forschungsprojekt muss sich hier mit anderen messen.

Für die Projektleiter kann das auch mal unangenehm sein. Schließlich kommen einige Projekte gar nicht ins Laufen oder werden nach einer kurzen Planungsphase wieder gestoppt. „Ich muss damit leben, dass jemand mault, weil sein Lieblingsprojekt gestoppt wird“, sagt Schlosser. „Aber wir schießen nicht einfach Projekte ab, sondern wir stellen Fragen.“ Und manchmal sagt ein Projektleiter sogar selbst: „Lassen wir's lieber sein.“

„Wir wollen keine zusätzliche bürokratische Belastung sein, sondern möchten die Projektleiter unterstützen“, erklärt Arndt Schlosser seinen Job. Seine Mitarbeiter kümmern sich auch um Forschungskooperationen mit hochkarätigen Wissenschaftlern auf der ganzen Welt. Daneben betreut Schlossers Team das Fördermanagement. Fördermittel von Land, Bund und EU helfen den Forschern bei Projekten, die für WACKER allein zu teuer wären, etwa im Carbon-Spitzencluster oder in der Biotechnologie.

Diskussion und gemeinsame Entscheidungen sind Schlosser in seinem Team besonders wichtig. Diese Offenheit hat ihm auch in den drei Jahren geholfen, die er mit seiner Familie für WACKER in den USA verbracht hat. Noch heute schaut er sich gerne das Foto seiner amerikanischen Kollegen aus Adrian an, das an der Pinnwand neben dem Schreibtisch hängt.

Manchmal würde sich der 44-Jährige auch von den Kollegen noch mehr Offenheit und Neugier wünschen. Doch er schätzt den engen Kontakt der Mitarbeiter untereinander, quer durch alle Schichten. Für ihn hat sein Wunsch-Arbeitgeber, für den er 1998 gleich nach dem Studium von Hessen nach Burghausen gezogen ist, trotz Börsennotierung den Geist eines Familienunternehmens behalten.

Als begeisterter Leichtathlet ist Schlosser glücklich über die vielfältigen Sportmöglichkeiten in der Gegend. Früher ist er selbst auf der Mittelstrecke angetreten. „Da kann man mit Ehrgeiz und Training viel machen“, sagt er und lacht. Heute leitet der Hobbyläufer immerhin noch zweimal pro Woche das Jugendtraining beim TSV Marktl.